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Garmin Forerunner 170 im Test: Starkes Training, schwieriger Preis

Starkes Training, überzeugendes GPS und ein Preis mit Konkurrenz

Die Garmin Forerunner 170 ist eine leichte Laufuhr mit einer ungewöhnlich umfangreichen Trainingsanalyse. Im vierwöchigen Test saß sie Tag und Nacht bequem am Handgelenk, ließ sich beim Sport sicher über fünf Tasten bedienen und machte aus einzelnen Aktivitäten eine nachvollziehbare Trainingswoche. Ihr größter Fortschritt gegenüber der Forerunner 165 steckt in Trainingsbereitschaft, Trainingszustand und Belastungsanalyse. Display und Pulssensor sind dagegen keine neue Generation.

Besonders stark war die Wiederholbarkeit der Streckenmessung. Drei Läufe auf derselben Runde endeten bei 4,16, 4,16 und 4,17 Kilometern. Die Spannweite beträgt nur zehn Meter. Das ist ein sehr gutes Ergebnis für die getestete Strecke, obwohl die Uhr weder Multiband-GNSS noch SatIQ besitzt. Ein uneingeschränkter Preis-Leistungs-Sieger ist sie dennoch nicht. Die günstigere Forerunner 70 bietet bereits viele Trainingsfunktionen. Der Aufpreis zur FR 170 lohnt sich vor allem für Garmin Pay, Höhenmessung, Freiwasserschwimmen und zusätzliche Radfunktionen.

Kurzurteil

  • Sehr angenehme Laufuhr mit 41 Gramm, scharfem 1,2-Zoll-AMOLED und vollständiger Tastenbedienung.
  • Drei Läufe auf derselben Runde ergaben 4,16, 4,16 und 4,17 Kilometer.
  • Trainingsbereitschaft, Trainingszustand und Belastungsanalyse helfen bei der Planung einer Laufwoche.
  • Der ältere Elevate-Gen-4-Sensor lieferte plausible Verläufe, wurde aber nicht gegen einen Brustgurt geprüft.
  • Offline-Karten, Multiband-GNSS und ein zusammenhängender Triathlonmodus fehlen.
  • Empfehlenswert für regelmäßige Läufer, wenn die Extras gegenüber Forerunner 70 und 165 wirklich genutzt werden.

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Garmin Forerunner 170 am Handgelenk im Freien
Mit 41 Gramm eignet sich die Forerunner 170 gut für den dauerhaften Einsatz einschließlich Schlaftracking.

So haben wir die Forerunner 170 getestet

Wir trugen die Forerunner 170 mehr als vier Wochen lang überwiegend rund um die Uhr. Herzfrequenz, Schlaf, Stress, Body Battery und HFV-Status waren aktiviert. Die Uhr blieb nachts am Handgelenk und wurde nur zum Laden abgelegt.

In Garmin Connect landeten 13 gezielt aufgezeichnete Aktivitäten mit zusammen 14 Stunden, 56 Minuten und 55 Sekunden. Für die Bewertung als Laufuhr stehen drei Läufe auf derselben Testrunde im Mittelpunkt. Ergänzend zeichneten wir ein Krafttraining und neun Teamsport-Einheiten drinnen und draußen auf. Diese Einheiten dienten vor allem dazu, Tragekomfort, Herzfrequenzreaktion und Erholungsfunktionen bei wechselnder Belastung zu beobachten. Indoor-Distanzen ohne GPS fließen nicht in die Streckenbewertung ein.

Bei jedem Lauf markierten wir sechs Runden an demselben selbst gewählten Punkt. Ein parallel getragener Referenzempfänger und ein Brustgurt kamen nicht zum Einsatz. Der Test bewertet daher die Wiederholbarkeit der Streckenmessung und die Plausibilität der optischen Pulskurven.

Transparenz: Das Testgerät wurde selbst gekauft. Getestet wurde die Standardversion in Schwarz mit Amp Yellow auf der Bandinnenseite. Beim ersten Vergleichslauf am 20. Juni lief Software 8.12. Für die Läufe am 4. und 18. Juli war die Uhr auf Software 9.17 aktualisiert.

Testumfang der Garmin Forerunner 170
Bereich Testumfang
Tragedauer Mehr als vier Wochen, überwiegend Tag und Nacht
Zeitraum 17. Juni bis 18. Juli 2026
Aktivitäten 3 Läufe, 1 Krafttraining und 9 ergänzende Teamsport-Einheiten
Aufzeichnungszeit 14:56:55 Stunden
Testgerät Selbst gekauft, Standardversion in Schwarz mit Amp Yellow
Software 8.12 beim Lauf am 20. Juni, danach 9.17
GPS-Prüfung Drei Wiederholungen derselben Strecke mit jeweils sechs manuell markierten Runden
Lade ...

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GPS und Pace im Praxistest

Die Forerunner 170 kann entweder nur GPS oder mehrere Satellitensysteme gleichzeitig verwenden. Sie empfängt jedoch nur auf einem Frequenzband. Multiband-GNSS und Garmins automatische SatIQ-Auswahl fehlen. In engen Häuserschluchten, an Felswänden oder unter dichtem Blätterdach können höher ausgestattete Garmin-Uhren deshalb mehr Reserven bieten. Auf unserer Testrunde war Single-Band kein erkennbarer Schwachpunkt.

Der erste Lauf ergab 4,16 Kilometer, der zweite ebenfalls 4,16 Kilometer und der dritte 4,17 Kilometer. Zwischen kleinstem und größtem Wert liegen zehn Meter oder rund 0,24 Prozent. Auch die manuell gesetzten Abschnitte waren eng beieinander. Sie lagen fast immer bei 0,69 oder 0,70 Kilometern. Ein zusammengefasster Doppelabschnitt maß 1,38 Kilometer. Der Gesamtanstieg blieb mit acht bis zehn Metern ebenfalls nah zusammen.

Drei Läufe auf derselben Testrunde
Datum Distanz Zeit Pace Herzfrequenz Manuelle Runden
20. Juni 2026 4,16 km 29:10 7:01 min/km 160 bpm 0,69 bis 0,70 km
4. Juli 2026 4,16 km 27:01 6:30 min/km 171 bpm 0,69 bis 0,70 km
18. Juli 2026 4,17 km 29:25 7:03 min/km 164 bpm 0,69 bis 0,70 km
Pace und Herzfrequenz beim Forerunner-170-Testlauf am 20. Juni 2026
Beim ersten Vergleichslauf mit Software 8.12 stieg die Herzfrequenz parallel zur zunehmenden Intensität.
Pace und Herzfrequenz beim Forerunner-170-Testlauf am 4. Juli 2026
Der schnellere Lauf mit Software 9.17 zeigt die Tempoabschnitte und die dazu passende Reaktion der Herzfrequenz.
Pace und Herzfrequenz beim Forerunner-170-Testlauf am 18. Juli 2026
Der dritte Vergleichslauf mit Software 9.17 endete nach 4,17 Kilometern bei einer durchschnittlichen Pace von 7:03 min/km.

Die Messreihe belegt eine sehr hohe Reproduzierbarkeit auf dieser konkreten Runde. Die Pace war während der Läufe gut nutzbar. Der schnellere Lauf am 4. Juli enthielt deutlich wechselnde Intensitäten. Eine manuelle Runde mit 5:38 min/km wurde klar von der folgenden Erholung mit 7:19 min/km getrennt. Für sehr kurze Sprints bleibt die geglättete Pace oder Rundenpace sinnvoller als der momentane Einzelwert.

Was ist gegenüber der Forerunner 165 neu?

Die Forerunner 170 folgt auf die Forerunner 165, ist aber kein vollständiger Hardware-Neustart. Beide besitzen ein 1,2-Zoll-AMOLED, fünf Tasten plus Touchscreen, einen barometrischen Höhenmesser, Garmin Pay, Freiwasserschwimmen, Breadcrumb-Navigation, Laufleistung und Running Dynamics. Auch der optische Elevate-Gen-4-Sensor bleibt erhalten.

Der Fortschritt liegt vor allem in der Trainingssteuerung. Die FR 170 ergänzt Trainingsbereitschaft, Trainingszustand, akute Belastung, Belastungsfokus und Belastungsverhältnis. Das Quickstart-Training erstellt direkt auf der Uhr eine Einheit nach verfügbarer Zeit und gewünschter Intensität. Hinzu kommen Abendbericht, zusätzliche Coach-Angebote, rund 80 Aktivitäten und erweiterte Radfunktionen. Ein Gyroskop ergänzt die Sensorik. Über den barometrischen Höhenmesser kann die Uhr außerdem Etagen erfassen.

Entscheidende Unterschiede zwischen Forerunner 165 und 170
Funktion Forerunner 165 Forerunner 170 Praktische Bedeutung
Trainingsbereitschaft Nein Ja Verbindet Schlaf, HFV, Stress, Belastung und Erholung
Trainingszustand Nein Ja Ordnet die längerfristige Trainingsentwicklung ein
Belastungsanalyse Begrenzt Akute Belastung, Verhältnis und Fokus Zeigt Umfang und Intensitätsmix der Trainingswoche
Quickstart-Training Nein Ja Erstellt spontan ein Training nach Zeit und Intensität
Smartwatch-Akku Bis zu 11 Tage Bis zu 10 Tage Die neue Uhr hält offiziell einen Tag kürzer
Nur GPS Bis zu 19 Stunden Bis zu 20 Stunden Die FR 170 gewinnt offiziell eine Stunde

Ein Wechsel von der FR 165 lohnt sich daher vor allem, wenn Belastung und Erholung aktiv zur Trainingsplanung genutzt werden. Wer lediglich zuverlässiges GPS, AMOLED, Garmin Pay und grundlegende Laufdaten benötigt, erhält durch den Generationswechsel weder ein besseres Display noch einen neueren Pulssensor.

Modelle, Preise und technische Daten

Garmin ordnet drei eng verwandte Modelle untereinander ein. Die Forerunner 70 startet mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 249,99 Euro. Für die getestete Forerunner 170 nennt Garmin 299,99 Euro. Die Forerunner 170 Music kostet laut UVP 349,99 Euro.

Die FR 70 bietet überraschend viel von derselben Trainingssoftware. Dazu gehören Trainingsbereitschaft, Trainingszustand, HFV-Status und das Quickstart-Training. Sie hält laut Garmin bis zu 13 Tage, verzichtet aber unter anderem auf Garmin Pay, barometrische Etagenaufzeichnung, Freiwasserschwimmen und mehrere Radfunktionen. Die Standard-FR-170 ergänzt diese Punkte. Erst die Music-Version besitzt WLAN und kann Musik oder kompatible Streaming-Playlists für Bluetooth-Kopfhörer speichern.

Technische Kerndaten der Garmin Forerunner 170
Merkmal Herstellerangabe
Gehäuse und Gewicht 42,6 × 42,6 × 11,9 mm und 41 g
Display 1,2 Zoll AMOLED, 390 × 390 Pixel, Touch und optional Always-on
Glas und Armband Chemisch gehärtetes Glas und 20-mm-Schnellwechselarmband
Satellitenempfang Single-Band mit nur GPS, allen Systemen oder UltraTrac
Speicher und Verbindung 4 GB, Bluetooth, ANT+ und NFC. WLAN nur bei der Music-Version
Wasserdichtigkeit 5 ATM
Lieferumfang der Garmin Forerunner 170
Zum Lieferumfang gehören Uhr, Garmin-Ladekabel und Dokumentation, aber kein Netzteil.

Design, Display und Bedienung

Mit 42,6 Millimetern Durchmesser, 11,9 Millimetern Höhe und 41 Gramm ist die Forerunner 170 kompakt genug für Alltag und Schlaf. Unsere schwarze Variante kombiniert das dunkle Band mit Amp Yellow auf der Innenseite. Gehäuse und Lünette bestehen aus faserverstärktem Polymer. Das hält das Gewicht niedrig, wirkt aber funktional und nicht wie eine Metall- oder Schmuckuhr.

Der Tragekomfort war während der vier Wochen sehr hoch. Beim Laufen saß die Uhr stabil, beim Krafttraining störte sie selten und nachts fiel sie kaum auf. Für plausible Pulswerte trugen wir das Silikonband beim Sport etwas enger als im Alltag. Die Sensorwölbung erzeugte keinen unangenehmen Druck. Hautreizungen traten bei uns nicht auf. Das 20-mm-Armband lässt sich über einen Schnellwechselsteg ohne Werkzeug ersetzen.

Unterseite der Garmin Forerunner 170 mit optischem Sensor
Auf der Rückseite sitzen der optische Elevate-Gen-4-Sensor und Garmins proprietärer Ladeanschluss.
Zweifarbiges Schnellwechselarmband der Garmin Forerunner 170
Das 20-Millimeter-Armband lässt sich ohne Werkzeug wechseln.
Rechte Tastenseite der Garmin Forerunner 170
Start und Stopp sowie die Rundentaste bleiben beim Sport gut erreichbar.

Das 1,2-Zoll-AMOLED löst mit 390 × 390 Pixeln auf. Zahlen und Diagramme erscheinen scharf, Farben kräftig und schwarze Flächen kontrastreich. Im Freien blieb das Display auch bei direkter Sonne gut ablesbar. Während der Läufe mussten wir das Handgelenk nicht abschatten, um Pace, Herzfrequenz oder Rundenzeit zu erkennen.

Die kompakte Display-Fläche setzt der anzeigbaren Datenmenge Grenzen. Zwei bis vier große Felder funktionieren sehr gut. Wer möglichst viele Werte gleichzeitig einblendet, könnte Probleme mit der Ablesbarkeit bekommen. Mehrere klar aufgebaute Datenseiten sind da schon leichter abzulesen.

Im Trainingsprofil lassen sich die Felder deshalb unterschiedlich dicht anordnen. Eine Seite mit drei Feldern machte Rundenzeit, Rundendistanz und Rundenpace während des Laufs mit einem Blick erfassbar. Sieben Felder passen ebenfalls auf eine Seite. Dann werden Werte und Beschriftungen so klein, dass das Auge länger suchen muss. Für unser Training war eine kleine Zahl wichtiger Kennzahlen pro Seite die bessere Lösung.

Standardmäßig aktiviert sich das Display per Handgelenksgeste, Berührung oder Tastendruck. Die Geste funktionierte zuverlässig. Always-on hält die Anzeige dauerhaft sichtbar, reduziert Garmins mögliche Smartwatch-Laufzeit aber von bis zu zehn auf vier Tage. Für die meisten Nutzer ist der Gestenmodus im Alltag die vernünftigere Wahl.

Die Uhr lässt sich vollständig über fünf Tasten bedienen. Touch beschleunigt das Blättern im Alltag, ist für eine Aktivität aber nicht nötig und kann gesperrt werden. Start und Stopp liegen oben rechts. Die manuelle Runde wird unten rechts gesetzt. Die Druckpunkte sind klar und die grundlegende Bedienung ist schnell verstanden. Die Menge an Trainingsmetriken benötigt dennoch Eingewöhnung.

Herzfrequenz und Trainingssteuerung

Auf der Rückseite sitzt Garmins optischer Elevate-Gen-4-Sensor. Er misst die Herzfrequenz rund um die Uhr und unterstützt Pulsoximetrie. Die EKG- und Hauttemperaturfunktionen der neueren Gen-5-Hardware fehlen. Das Alter des Sensors ist jedoch kein eigener Genauigkeitsbeleg.

Der Lauf am 20. Juni war als Steigerungslauf angelegt. In den ersten vier jeweils 0,69 Kilometer langen Belastungsrunden erhöhten wir die Pace stufenweise von 7:29 über 7:06 und 6:41 auf 6:05 min/km und hielten das Tempo innerhalb der einzelnen Runde möglichst gleichmäßig. Parallel stiegen die durchschnittliche Herzfrequenz von 137 auf 154, 163 und 173 bpm sowie die Laufleistung von 264 auf 279, 297 und 325 Watt. Danach folgten zwei ruhigere Abschnitte. Die Forerunner 170 steuerte uns zuverlässig durch die Runden und bildete die bewusst gesteigerte Belastung damit in Pace, Puls und Leistung nachvollziehbar ab.

Vier Belastungsrunden des Steigerungslaufs mit Pace, Herzfrequenz und Laufleistung
Über vier Runden stieg die Pace von 7:29 auf 6:05 min/km. Gleichzeitig erhöhten sich die durchschnittliche Herzfrequenz von 137 auf 173 bpm und die Laufleistung von 264 auf 325 Watt.

Bei unseren Läufen reagierte die Herzfrequenz plausibel auf Tempoänderungen. Am 20. Juni stieg die durchschnittliche Runden-Herzfrequenz mit zunehmendem Tempo von 137 über 154 und 163 auf 173 bpm. Der schnellere Testlauf am 4. Juli lag im Mittel bei 171 und maximal bei 189 bpm. Die Kurven enthielten keine offensichtlichen längeren Aussetzer.

Optische Sensoren können bei abrupten Intervallen verzögert reagieren. Beim Krafttraining können stark angewinkelte Handgelenke die Messung zusätzlich erschweren. Für gleichmäßige Dauerläufe und die längerfristige Belastungsanalyse waren unsere Werte gut nutzbar. Wer harte Intervalle eng über Herzfrequenzzonen steuert, kann einen ANT+- oder Bluetooth-Brustgurt koppeln.

Laufdynamik und Leistung im Training

Die Forerunner 170 berechnet außerdem Laufleistung und erfasst am Handgelenk Schrittfrequenz, Schrittlänge, vertikale Bewegung, vertikales Verhältnis und Bodenkontaktzeit. Beim Lauf am 18. Juli ermittelte sie 285 Watt Durchschnittsleistung, maximal 337 Watt, 158 Schritte pro Minute, 0,90 Meter Schrittlänge, 8,6 Zentimeter vertikale Bewegung, 9,6 Prozent vertikales Verhältnis und 301 Millisekunden Bodenkontaktzeit.

Die Schrittfrequenz blieb über weite Teile des Laufs nahe am Mittelwert und erreichte maximal 163 Schritte pro Minute. Damit lässt sich bei ähnlicher Pace und Strecke beobachten, ob die Schritte gegen Ende deutlich langsamer werden. Tempo, Strecke und der individuelle Laufstil verändern die Schrittfrequenz. Aussagekräftiger ist der Vergleich mit den eigenen Läufen unter ähnlichen Bedingungen.

Garmin berechnet die Laufleistung aus Laufeffizienz-, Körper-, Umwelt- und weiteren Sensordaten. Beim Testlauf war die Einbeziehung von Winddaten aktiviert. Die Leistung kann als Datenfeld angezeigt und mit einem Bereichsalarm zur Belastungssteuerung genutzt werden. Das ist vor allem an Anstiegen oder bei Gegenwind interessant, wenn die Pace allein den Aufwand verzerrt. Die Wattzahl bleibt eine Schätzung des Garmin-Systems und eignet sich eher für eigene Verlaufskontrollen als für absolute Vergleiche mit anderen Plattformen.

Schrittfrequenz und Laufleistung beim Forerunner-170-Testlauf am 18. Juli 2026
Beim Lauf am 18. Juli blieben Schrittfrequenz und Leistung über weite Strecken stabil. Garmin Connect nennt 158 Schritte pro Minute und 285 Watt im Durchschnitt.

Das vertikale Verhältnis setzt die Auf- und Abbewegung ins Verhältnis zur Schrittlänge. Garmin nennt einen niedrigeren Wert in der Regel günstiger. Im Training sollte daraus trotzdem kein isoliertes Technikziel werden. Die Schrittlänge verändert sich mit der Pace und beeinflusst damit auch das Verhältnis. Die Bodenkontaktzeit beschreibt wiederum, wie lange der Fuß je Schritt den Boden berührt. Auch sie wird durch Tempo und Streckenverlauf mitgeprägt.

In der Aufzeichnung stiegen vertikales Verhältnis und Bodenkontaktzeit nach etwa 17 Minuten etwas über ihr vorheriges Niveau. Das kann eine sinnvolle Beobachtung für einen späteren Vergleichslauf sein, beweist allein aber weder Ermüdung noch einen Technikfehler. Praktisch wird die Analyse, wenn jeweils dieselbe Frage über mehrere ähnliche Einheiten verfolgt wird. Bleibt die Leistung bei gleicher Pace stabiler? Verändert sich die Schrittfrequenz am Ende? Verschieben sich vertikales Verhältnis und Bodenkontaktzeit gemeinsam? So liefern die Werte Trainingshinweise, ohne einzelne Zahlen zu überbewerten.

Vertikales Verhältnis und Bodenkontaktzeit beim Forerunner-170-Testlauf am 18. Juli 2026
Das vertikale Verhältnis und die Bodenkontaktzeit veränderten sich im Verlauf. Die Durchschnittswerte von 9,6 Prozent und 301 Millisekunden sind vor allem als persönliche Vergleichsbasis nützlich.

Der größte Mehrwert entsteht aus der Verbindung dieser Aktivitätsdaten mit Erholung und Schlaf. Die Trainingsbereitschaft fasst Sleep Score, Erholungszeit, HFV-Status, akute Belastung sowie jüngere Schlaf- und Stressverläufe zu einem Wert von 1 bis 100 zusammen. Der Trainingszustand ordnet längerfristig ein, wie Belastung und Fitnessentwicklung zueinander passen.

Am 17. Juli lag die Trainingsbereitschaft nach einer intensiven Abendeinheit bei 21 und damit im Bereich „schlecht“. Garmin nannte 45 Stunden Erholungszeit bei einem Sleep Score von 71. Am folgenden Tag stieg die Bereitschaft auf 70. Der Sleep Score betrug 91 und die Erholungszeit noch 16 Stunden. Der HFV-Status blieb an beiden Tagen mit 51 Millisekunden ausbalanciert. Dieses Beispiel zeigt den Nutzen der Funktion. Mehrere Einflussfaktoren werden gemeinsam bewertet, statt Schlaf oder Puls isoliert zu betrachten.

Trainingsbereitschaft auf der Garmin Forerunner 170
Die Trainingsbereitschaft verbindet Erholung, Schlaf, HFV, Stress und Belastung zu einer Tagesbewertung.

Die akute Belastung summiert die Wirkung der jüngsten Einheiten und vergleicht sie mit dem individuell passenden Bereich. Am Tag der Aufnahme lag sie bei 763 und damit innerhalb des von Garmin markierten persönlichen Optimalbereichs.

Akute Belastung 763 im optimalen Bereich auf der Garmin Forerunner 170
Die akute Belastung lag im Beispiel bei 763 und damit innerhalb des von Garmin markierten persönlichen Optimalbereichs.

Das Belastungsverhältnis stellt die kurzfristige Belastung dem längerfristigen Niveau gegenüber. Im Test zeigte die Uhr ein Verhältnis von 1,0 aus 763 Punkten akuter und 753 Punkten chronischer Belastung. Damit lag die jüngste Woche nahe am etablierten Belastungsniveau. Ob die Trainingsreize ausgewogen verteilt waren, beantwortet dieser Wert allein noch nicht.

Belastungsverhältnis 1,0 auf der Garmin Forerunner 170
Das Verhältnis 1,0 stellt 763 Punkte akute Belastung 753 Punkten chronischer Belastung gegenüber.

Erst der Belastungsfokus ergänzt die Intensitätsverteilung. Er trennt niedrige aerobe, hohe aerobe und anaerobe Anteile. So wird sichtbar, ob eine umfangreiche Woche trotzdem einseitig war.

Belastungsfokus auf der Garmin Forerunner 170
Der Belastungsfokus trennt niedrige aerobe, hohe aerobe und anaerobe Trainingsanteile.

Die drei Läufe zeigen, wie Garmin ähnliche Strecken unterschiedlich einordnet. Der Lauf am 20. Juni erhielt einen aeroben Training Effect von 3,7 mit „VO2max“ als Hauptnutzen und einen Belastungswert von 119. Der schnellere Lauf am 4. Juli erreichte 3,6 aerob und 2,2 anaerob sowie einen Belastungswert von 176. Am 18. Juli erkannte die Uhr einen Schwellenreiz mit 3,2 aerob, 0,0 anaerob und einem Belastungswert von 102.

Trainingszustand auf der Garmin Forerunner 170
Der Trainingszustand ordnet ein, wie sich Belastung und Fitnessentwicklung zueinander verhalten.

Die Bewertungen sind Orientierung und keine medizinische Diagnose. Ein niedriger Wert kann zu wenig Schlaf oder hohe Belastung erkennen, kennt aber nicht jedes subjektive Körpergefühl und keine beginnende Erkrankung. Trends über mehrere Tage sind aussagekräftiger als eine einzelne Farbe.

Wie Garmin und andere Anbieter solche Tageswerte zusammensetzen, erklären wir ausführlicher in unserem Vergleich der Readiness- und Recovery-Scores.

Training, Sport und Navigation

Das Quickstart-Training ist eine der praktischsten Neuerungen. Direkt auf der Uhr wählt man eine gewünschte Intensität sowie 30, 45 oder 60 Minuten. Garmin erzeugt anschließend passende Vorschläge, etwa ein Schwellen- oder VO2max-Training mit Aufwärmen, Belastungsblöcken und Erholung. Die Funktion eignet sich für Tage, an denen Zeit vorhanden ist, aber keine konkrete Einheit geplant wurde.

Quickstart-Training auf der Garmin Forerunner 170
Das Schnelltraining wird direkt auf der Uhr aus dem Trainingsmenü gestartet.
Auswahl der Trainingsdauer auf der Garmin Forerunner 170
Für das Schnelltraining stehen im Test 30, 45 und 60 Minuten zur Auswahl.
Trainingsvorschlag auf der Garmin Forerunner 170
Nach Zeit und Intensität schlägt die Uhr eine passende strukturierte Einheit vor.

Mehr als 60 Minuten lassen sich über Quickstart nicht wählen. Für lange Läufe und vollständige Wettkampfvorbereitung sind Garmin Coach, tägliche Trainingsvorschläge oder selbst erstellte Workouts zuständig. Eigene Einheiten werden in Garmin Connect angelegt und mit der Uhr synchronisiert.

Der Abendbericht ergänzt den bekannten Morgenbericht. Vor der festgelegten Schlafenszeit zeigt er unter anderem Body Battery, Wetter, Schlafempfehlungen und das geplante Training für den nächsten Tag. Rund 80 Aktivitäten decken Laufen, Radfahren, Schwimmen, Fitness, Team-, Racket-, Winter- und Wassersport ab. Wir haben nicht jedes Profil praktisch geprüft. Für diesen Test standen Laufen und Krafttraining im Vordergrund. Teamsport diente als ergänzende wechselnde Belastung.

Ein zusammenhängender Multisport- oder Triathlonmodus mit Wechselzonen fehlt. Lauf-, Rad- und Schwimmprofile können nur einzeln aufgezeichnet werden. Wer Triathlon trainiert, sollte mindestens die Forerunner 265 vergleichen.

Strecken aus Garmin Connect können auf die FR 170 übertragen und als Linie dargestellt werden. Während einer Aktivität sieht man die eigene Position, den bisherigen Track und die geplante Route. TracBack und die direkte Rückkehr zum Start helfen auf dem Rückweg.

Was fehlt, ist eine topografische Offline-Karte. Straßen, Wege, Gebäude, Höhenlinien und Points of Interest werden nicht als Kartenumgebung angezeigt. An komplizierten Kreuzungen liefert die Breadcrumb-Linie deshalb weniger Kontext als eine höher ausgestattete Garmin-Uhr. Für bekannte Laufgebiete und vorbereitete Straßenrouten ist sie brauchbar. Auf unbekannten Trails sind echte Karten deutlich hilfreicher.

Breadcrumb-Navigation auf der Garmin Forerunner 170
Die Uhr folgt Strecken als Linie mit Richtungshinweisen, zeigt aber keine topografische Offline-Karte.

Akku und Smartwatch-Funktionen

Laut Garmins Akkuangaben sind bis zu zehn Tage im Smartwatch-Modus, 19 Tage im Energiesparmodus, 20 Stunden mit nur GPS und 14 Stunden mit allen Satellitensystemen möglich. Für Always-on nennt Garmin bis zu vier Tage. Die Music-Version erreicht mit Musikwiedergabe bis zu 7,5 Stunden mit nur GPS oder 6,5 Stunden mit allen Systemen.

Im vierwöchigen Test lag die Laufzeit je nach Display- und Sensoreinstellung im Rahmen dieser Herstellerwerte. Trotz dauerhafter Pulsmessung, Schlaf, HFV, Benachrichtigungen und regelmäßiger Aktivitäten war Laden kein tägliches Thema. Always-on, nächtliche Pulsoximetrie, hohe Helligkeit und häufige GPS-Nutzung erhöhen den Verbrauch deutlich.

Geladen wird über Garmins proprietären Vier-Pin-Anschluss. Das mitgelieferte Kabel besitzt auf der Netzteilseite einen USB-C-Stecker. Ein Netzteil liegt nicht bei. Für mehr Laufzeit sollte zuerst Always-on deaktiviert und die Pulsoximetrie auf gezielte Messungen beschränkt werden. Die 14 Stunden mit allen Systemen reichen für typische Lauf- und Wandertage, aber nicht für jedes Ultra- oder Langdistanzszenario.

Im Alltag zeigt die FR 170 Smartphone-Benachrichtigungen, Kalender, Wetter und eingehende Anrufe. Android-Nutzer können auf bestimmte Nachrichten mit vorgegebenen Antworten reagieren. Connect IQ ergänzt Zifferblätter, Apps und Datenfelder. Garmin Pay ermöglicht kontaktloses Bezahlen, sofern die eigene Bank oder Karte unterstützt wird. Unfallbenachrichtigung und Hilfeanforderung benötigen normalerweise ein gekoppeltes Smartphone. LTE besitzt die Uhr nicht.

Die Standardversion steuert Musik auf dem Smartphone, speichert aber keine Offline-Titel und besitzt kein WLAN. Die Music-Version kann eigene Audiodateien und Inhalte kompatibler Streamingdienste laden und über Bluetooth-Kopfhörer wiedergeben. Mikrofon, Lautsprecher, Telefonate am Handgelenk und Sprachassistenz fehlen bei beiden Modellen.

Welche Forerunner passt zu wem?

Die Forerunner 70 ist die wichtigste Alternative. Sie bietet dasselbe AMOLED und überraschend viele Trainingsfunktionen, kostet laut UVP 50 Euro weniger und hält offiziell länger. Die FR 170 rechtfertigt ihren Aufpreis vor allem mit Garmin Pay, Höhen- und Etagenwerten, Freiwasserschwimmen sowie zusätzlichen Radfunktionen. Wer diese Punkte nicht benötigt, kauft mit der FR 70 wirtschaftlicher.

Die ältere Forerunner 165 bleibt bei einem deutlichen Preisvorteil interessant. Sie besitzt bereits AMOLED, Garmin Pay, Höhenmesser, Freiwasser und starke Laufdaten. Der Mehrwert der FR 170 liegt in der tieferen Trainingssteuerung, dem Quickstart-Training, dem Abendbericht und der größeren Aktivitätsauswahl. Ein Wechsel lohnt deshalb eher für datengestütztes Training als wegen neuer Hardware.

Die Forerunner 265 bleibt für Triathleten und Läufer in schwierigen Empfangsumgebungen relevant. Sie besitzt Multiband-GNSS, einen echten Multisportmodus und integrierte Musik. Ihr Marktpreis kann zeitweise in die Nähe der FR 170 Music rücken. Wer Triathlon plant, sollte beide Modelle vor dem Kauf vergleichen.

Kaufentscheidung nach Nutzungsprofil
Nutzungsprofil Passende Wahl
Laufeinstieg mit möglichst niedrigem Preis Forerunner 70
Regelmäßiges Lauftraining mit Belastungsanalyse und Garmin Pay Forerunner 170
Laufen ohne Smartphone, aber mit Musik Forerunner 170 Music
Grundlegende Laufanalyse und attraktiver Abverkaufspreis Forerunner 165 vergleichen
Triathlon oder Multiband-GNSS Forerunner 265 oder höher

Garmin Forerunner 170 Preisvergleich

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Fazit

Die Garmin Forerunner 170 überzeugt im Kern ihres Auftrags. Sie trägt sich sehr angenehm, bleibt bei Sonne gut ablesbar und lässt sich während des Laufens sicher bedienen. Ihr Single-Band-GPS lieferte auf unserer Testrunde mit 4,16, 4,16 und 4,17 Kilometern eine ausgezeichnete Wiederholbarkeit. Fehlendes Multiband ist deshalb kein Grund, die Uhr für normale Straßenläufe auszuschließen.

Der eigentliche Fortschritt gegenüber der Forerunner 165 ist die Trainingssteuerung. Trainingsbereitschaft, Trainingszustand, Belastungsfokus und das Quickstart-Training sind keine dekorativen Zusatzwerte. Im Test erklärten sie nachvollziehbar, wie Schlaf und Erholung die Tagesform beeinflussten und warum ähnlich lange Läufe unterschiedliche Trainingsreize setzten. Wer seine Laufwoche strukturieren möchte, erhält damit ein ungewöhnlich vollständiges Paket in einem leichten Gehäuse.

Die Grenzen sind kaufrelevant. Der Elevate-Gen-4-Sensor ist nicht Garmins neueste Hardware. Offline-Karten, Multiband-GNSS und ein zusammenhängender Triathlonmodus fehlen. Das kleine Display eignet sich besser für wenige große Datenfelder als für maximale Informationsdichte. Vor allem der Preis verlangt einen genauen Vergleich mit der FR 70 und aktuellen Angeboten zur FR 265.

Unsere Empfehlung gilt regelmäßigen Straßenläufern, die Trainings- und Erholungsdaten aktiv nutzen, Garmin Pay möchten und eine komfortable Uhr für Tag und Nacht suchen. Wer hauptsächlich Pace, Distanz und tägliche Vorschläge braucht, sollte die FR 70 prüfen. Wer Karten, Triathlon oder maximale GNSS-Reserven benötigt, sollte höher einsteigen. Innerhalb dieses Einsatzbereichs ist die Forerunner 170 eine zuverlässige und sehr ausgewogene Laufuhr.

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Garmin Forerunner 170 im Test

Ergonomie und Design
Display und Bedienung
Software
Praxis und Genauigkeit
Autonomie
Preis-Leistungs-Verhältnis

Gesamt

Die Garmin Forerunner 170 ist eine sehr gute Laufuhr für regelmäßiges, datenbasiertes Training mit starker Trainingssteuerung. Sie trägt sich hervorragend, lässt sich beim Sport sicher bedienen und verbindet eine sehr reproduzierbare Streckenmessung mit einer ungewöhnlich tiefen Belastungs- und Erholungsanalyse. Der Preis, fehlendes Multiband-GNSS und zusammenhängendes Triathlontracking sowie die starke Konkurrenz im eigenen Garmin-Portfolio verhindern die uneingeschränkte Empfehlung.

Dani

Dani ist Nachrichtenredakteur mit Schwerpunkt auf Wearables, Gesundheitstechnologie und mehr und verfügt über 15 Jahre Erfahrung.

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