Suunto Ambit 3
Suunto Ambit 3 Modelle (Quelle: Suunto)

Suunto Ambit3 – Review des Multisport GPS-Fitness-Trackers

Die Suunto Ambit3 GPS Multisportuhr soll ab September 2014 im Handel zu kaufen sein. Rechtzeitig vor dem Start stellen wir Euch unseren Ambit3 Test zur Verfügung. Kaum haben wir in unserem Beitrag für High-End Sport-Smartwatches die Suunto Ambit2 wegen der fehlenden Bluetooth Smart Schnittstelle kritisiert und aus dem Vergleich rausgelassen, kündigt Suunto zwei Tage später am 10. Juli die Suunto Ambit3 inklusive Bluetooth Smart an. Uns gefällt das, denn nun stehen der Ambit ganz neue Möglichkeiten offen, die wir im Ambit3 Test vorstellen möchten. Dazu gehören einzigartige und richtig coole Features, die Suunto im Gehäuse der Ambit3 unterbringt.

Schnelleinstieg und Kernfunktionen

Nachfolgend ein schneller Überblick der wichtigsten Eigenschaften des Fitness-Trackers Suunto Ambit3 für diejenigen, die es eilig haben.

Gerätetyp:  Multisportuhr mit GPS, Bluetooth Smart und eingebautem Activity-Tracker.

Multisport: Laufen, Radfahren, Schwimmen, Bergsteigen und mehr.

Activity-Tracker: (noch) sehr einfach gehalten: Recovery Time, verbrannte Kalorien. Hoffentlich durch Updates mal mehr…

Bluetooth Smart: Erlaubt unter anderem die Synchronisation mit dem Smartphone und das Koppeln eines neuen Herzfrequenzsensors, der die Herzfrequenz auch unter Wasser erfassen kann. Es können auch Radsensoren wie Geschwindigkeits- und Kadenz- sowie Power Meter Sensoren eingebunden werden. Auch Laufsensoren werden unterstützt.

Akkulaufzeit: ca. 50 Stunden.

Display: großes und gut ablesbares Display (wie bei der Ambit2).

Software: Suunto stellt den Webservice Movescount sowie die Movescount-App zur Verfügung.

UVP: Der UVP-Preis beginnt je nach Variante ab €349,99 EUR.

Gute Erweiterbarkeit

Suunto nutzt das große Potenzial von Bluetooth Smart aus: Die Ambit3 wird diverse Bluetooth Smart Sensoren sowie Smartphone-Benachrichtigungen unterstützen. So werden beispielsweise Benachrichtigungen wie Anrufe, Textnachrichten, Facebooknachrichten direkt auf der Ambit3 angezeigt. Zusätzlich wird der Datenaustausch in Echtzeit möglich. Ambit3 Besitzer können auch von unterwegs Daten synchronisieren, hochladen und mit anderen teilen. Als Schmankerl wurde der Suunto Ambit3 ein Activity-Tracker eingebaut. Die GPS Smartwatch könnte somit was die Funktionsvielfalt angeht nicht nur zu den High-Tech Modellen von Polar (V800) und Garmin (fenix 2) aufschließen, sondern diese auch überholen.

Gleichzeitig zur Markteinführung der Ambit3 wird Suunto einen neuen Pulsgurt einführen, der über Bluetooth Smart verfügt und laut eigenen Angaben der kleinste mit Bluetooth Smart kompatible Pulsgurt auf dem Markt sein. Er wird mit den Ambit3 Peak und Ambit3 Sport HR Versionen geliefert, kann jedoch auch separat gekauft und mit der Suunto Movescount App oder anderen Geräten verwendet werden, die mit Bluetooth Smart kompatibel sind. Neben diesen Möglichkeiten bringt der Pulsgurt aber eine weitere Überraschung mit: Er speichert die während Schwimmaktivitäten erfassten Herzfrequenz-Daten auf einen lokalen Speicher und synchronisiert diese mit der Uhr, sobald sie per Bluetooth wieder sichtbar ist. Das dürften wenige Sekunden, wenn nicht sogar Zeiten unter einer Sekunde sein. Bluetooth Smart macht sowas eigentlich möglich.

Suunto Ambit3 Peak
Suunto Ambit3 Peak (Quelle: Suunto)

Sobald uns Suunto ein endgültiges Testgerät zur Verfügung stellt, werden wir diesen Beitrag mit den Daten des ausführlichen Testberichts über die Suunto Ambit3 erweitern. Bis dahin kann der Artikel als ein Review-Artikel betrachtet werden, der zunächst die neuen Funktionen näher bringt. Wir bringen die neuen Features auch nach und nach in den Artikel ein. Diese gilt es im endgültigen Test genau unter die Lupe zu nehmen. Suunto gilt aber als verlässliches Unternehmen, wenn es darum geht versprochene (Software-) Funktionen verlässlich und rechtzeitig in die Tat umzusetzen.

Was kann der Vorgänger Suunto Ambit2 nochmal?

Da die Ambit3 im Vergleich zum Vorgänger Ambit2 mindestens genauso viel an Funktionen mitbringt (außer ANT+), kann man sich die Ambit2 schonmal für die gemeinsamen Funktionen anschauen. Als Warm-Up sozusagen. Die Ambit2 S ist eine Multi-Sportuhr mit vielfältigen Möglichkeiten. Wir konzentrieren uns in diesem Artikel auf das Schwimmen und Wanderaktivitäten und stellen unter anderem auch die Navigationseigenschaften vor. Im Anschluss werden die erfassten Daten im Movescount-Webservice gezeigt, sowie weitere wichtige Eigenschaften vorgestellt.

Sunnto Ambit2
Sunnto Ambit2 S

Wir haben das Testmodell Suunto Ambit2 S während unserer Wander- und Schwimmaktivitäten im Brandnertal zur Verfügung gehabt. Dieses Modell hat im Vergleich zur teuereren Variante Ambit2 keinen barometrischen Altimeter. Die Bestimmung der Höhenlage erfolgt mit Hilfe der GPS-Signale und funktionierte ziemlich gut, wie im Bild unten zu sehen ist. Die GPS-Ortung dauerte beim ersten Einsatz im Brandnertal an die 45 Sekunden, was man beim erstmaligen Einsatz an einer Lokation bedenken sollte. Danach dauert der GPS-Empfang nur noch ein Augenzwinkern lang, also nicht länger als eine Sekunde. Vorbildlich. Aktivität starten und schon kann es losgehen.

Unser Testmodell zeigt am wunderschönen Lünersee 1.973 Höhenmeter an. Offiziell liegt der Lünersee auf 1.970 Höhenmetern.

Suunto Ambit2 S Höhenbestimmung
Suunto Ambit2 S GPS Höhenbestimmung am Lünersee

Den Verlauf der Höhenmeter kann die Ambit2 S auch darstellen. Der steile Anstieg ist der Lünerseebahn zuzuschreiben. Diese verbindet die Talstation auf 1.568 m mit der Bergstation auf 1.983 m:

Suunto Ambit2 Höhenmeter Verlauf
Suunto Ambit2 Höhenmeter Verlauf (in der Lünerseebahn)

Schauen wir uns insbesondere die Navigationsmöglichkeiten mal genauer an. Als nettes Schmankerl bietet die Uhr einen magnetischen Kompass an, der stets zuverlässig die Himmelsrichtungen anzeigt. Ob man steht oder sich bewegt ist gleichgültig, der Norden wird immer richtig angezeigt. Die Navigationsoptionen können während einer beliebigen Aktivität angewandt werden. Dazu hält man die Next-Taste solange gedrückt bis die Seite für die Optionen angezeigt wird. Dort wird „Navigation“ ausgewählt, um sich die Möglichkeiten anzuzeigen. Es werden auch POI-Routen unterstützt, das heißt, dass die Uhr den Träger mit Hilfe des Kompasses und verschiedenen anderen Hinweisen (beispielsweise Pfeile) entlang vorher geplanten Koordinaten führen kann. Während einer Aktivität können aber auch eigene POIs/GPS-Koordinaten gespeichert werden.

Die Ambit2 hat auch eine „Zurück-zum-Start“-Option, die den Träger an die GPS-Koordinaten zurückführt an denen eine Aktivität begonnen wurde. Es gibt mehrere Möglichkeiten sich zurückführen zu lassen:

  • Trackback: den gleichen Weg zurück, wobei die Uhr für den Rückweg auch POIs (Point of Interest) einbaut, die als Zwischenziele dienen.
  • Find Back: Alternative Wege zurück.

So sieht die Trackback-Funktion in unserem Ambit2 Test und Review aus:

Suunto Ambit2 Trackback
Suunto Ambit2 Trackback

Eine Find Back Funktion ist ebenfalls vorhanden und zwar mittels Pfeil am Displayrand der Uhr, der stets die Richtung des Startpunktes anzeigt. Außerdem ist die Distanz in Meter (Luflinie) bis zum Startpunkt ablesbar.

Der Beschleunigungssensor zeigt seine Qualitäten talabwärts in der Lünerseebahn, die bis zu ca. 32 km/h schnell werden kann (diesen Moment beim Fotoschießen leider verpasst):

Suunto Ambit2 Beschleunigungssensor
Suunto Ambit2 Beschleunigungssensor

Nach dem Synchronisieren der auf der Uhr erfassten Daten mit Movescount stehen die Daten dort zur Ansicht und Auswertung zur Verfügung. Die erfassten Daten lassen sich auch in verschiedene Formate exportieren. Hier mal ein Beispiel für eine Wanderung nördlich von Brand:

Die Ambit2 S kann auch beim Schwimmen eingesetzt werden. So sieht die Auswertung in Movescount dann aus (Beispiel für das gemütliche Indoor-Schwimmen in einem ca. 30 Meter langen Pool ;-):

Für Radaktivitäten anbei ein Beispiel mit Auswertungen für Geschwindigkeit und Höhe:

Movescount Radfahren
Movescount Radfahren (Diagramm: Geschwindigkeits- und Höhenauswertung)

Weitere wichtige hier nicht näher vorgestellte Features dieser Multisport-Uhr umfassen:

  • ANT+
    • Unterstützung von Herzfrequenz-Brustgurte, Laufsensoren, Geschwindigkeits- und Kadenzsensoren, Powermeter und so weiter
  • Sportarten
    • Laufen
    • Radfahren
    • Schwimmen (Indoor und Openwater)
    • Multisportmodus wird unterstützt
  • Unterstützung von Apps
    • Für die Ambit2 können über die Suunto-API erstellte Apps von Dritten oder selbst erstellte Apps, via USB auf die Uhr übertragen werden. Die Apps werden komfortabel im Browser über Movescount erstellt.Die Apps haben die Möglichkeit auf die von der Uhr erfassten Werte (wie Geschwindigkeit, Höhe und vieles mehr) zuzugreifen und auf diesen mathematischne Berechnungen durchzuführen. Die Ergebnisse werden auf dem Display der Uhr dargestellt.

Suunto Ambit3 – Technische Erweiterungen im Detail

Was ist neu, was fällt weg

Generell gilt, dass die Ambit3 alle Funktionen bereitstellt, die die Ambit 2 auch hat. Auch optisch ähneln sich das Vorgänger- und das neue Modell sehr. Erst wenn man unter die Haube schaut kommen die Neuheiten zum Vorschein. Neben dem erwähnten Bluetooth Smart Chip fällt auf, dass die Suunto Ambit3 die doppelte zur Verfügung stehende Speichermenge mitbringt. Ein Vibrationsmotor ist leider nicht hinzugekommen (Vibrationsalarme). Der ANT+ Chip ist verschwunden. Somit scheiden auch alle Suunto-eigenen ANT+ Sensoren aus dem Rennen aus. Auf der einen Seite reagiert Suunto somit auf die von Nutzern bemängelten Schwachstellen der Vorgängermodelle, handelt sich vermutlich aber neue Kritik ein, da Geräte mit ANT+ nicht mehr einbindbar sind. Es zeigt sich ohnehin immer mehr, dass die meisten Gerätehersteller auf Bluetooth Smart setzen (zum Beispiel Polar V800), da die Smartphone-Integration leichter fällt. Vor allem bei Apple-Geräten.

Richtungswechsel mit Bluetooth Smart

Die Bluetooth Smart Schnittstelle ermöglicht das Einbinden von Laufsensoren, Powermeter, Geschwindigkeits-, Kadenz- und Herzfrequenzsensoren. In Folge können somit Geräte von Drittherstellern wie MIO (MIO LINK), Scosche (Scosche RHYTHM+) eingebunden werden, die beispielsweise den Puls ohne Brustgurt erfassen können. Auch Wahoo-Geräte und viele weitere mehr können problemlos in die Aktivitäten eingebunden werden.

Sportarten

Suunto Ambit3 beim Laufen

In der Laufdisziplin gibt sich der Fitness-Tracker keine Blöße. Wie alle Aktivitäten wird auch eine Laufaktivität mit Drücken der Start/Stop Taste eingeleitet. Im gezeigten Menü wählt man dann Laufen aus. Die angebotenen Aktivitäten (bis zu 10) werden übrigens aus Movescount importiert, wo man aus vordefinierten Sportarten wählen oder eigene erzeugen kann. In Movescount können mehr als 10 Sportarten angelegt werden.

Nach Auswahl der Sportart sucht die Ambit3 dann automatisch nach eventuell vorhandenen Sensoren wie Herzfrequenz- oder Laufsensoren. Abschließend wird noch nach einem GPS-Signal gesucht, bevor die eigentliche Laufeinheit beginnen kann. Wie schon bei der Ambit2 beschrieben, benötigt die Uhr nicht lange, um einen Satelliten zu finden. Am besten, man lässt die Uhr an dieser Stelle nach Satelliten suchen ohne sich dabei von der Stelle zu bewegen, um Verzögerungen bei der Satellitensuche zu vermeiden.

Wurde die Laufeinheit begonnen kann man wie beim Vorgänger mit Hilfe der Tasten Next und View zwischen den verschiedenen Anzeigen wechseln. Die Laufeinheit kann jederzeit durch Drücken der Start/Stop-Taste pausiert und wieder fortgesetzt werden. Jederzeit kann auch die Lap-Taste betätigt werden. Mit Hilfe dieser Taste können unter anderem Runden markiert werden, die als solche auch in Movescount erkennbar sind.

Die Ambit3 unterstützt auch Bluetooth Smart Laufsensoren. Diese Funktion haben wir im Suunto Ambit3 Test nicht ausprobiert. In vielen Fällen braucht man einen Laufsensor nicht, denn das Gerät, ist, wie auch die Ambit2, in der Lage die Kadenz (sowie Tempo) ohne Laufsensor zu ermitteln, indoor und draußen. Die Schrittfrequenz-Werte werden auf der Uhr selbst sowie in Movescount angezeigt.

Beendet man die Laufeinheit, wird diese nach Rückfrage auf dem Gerät abgespeichert und steht in Movescount zur weiteren Analyse bereit. Die Ambit3 zeigt daraufhin – und das ist neu – eine Ruhezeit an. Setzt man einen optischen Pulsmesser ein (wie den MIO Link oder Scosche Rhythm+ (Links zu unseren Reviews)), darf man sich auf die vorgeschlagene Ruhezeit nicht verlassen, denn diese basiert bei Einsatz eines Herzfrequenz-Brustgurts oder (optischen) Pulsmessers auch auf die ermittelte HR-Variabilität. Und diese ist bei optischen Pulsmessern aus technischen Gründen mindestens mal ungenau. Deshalb können unrealistische Ruhezeiten (beispielsweise 90 Stunden) angezeigt werden. Dies gilt übrigens auch für Sportuhren anderer Hersteller, die mit einem optischen Pulsmesser gekoppelt werden.

Nun hat man noch die Möglichkeit die Ambit3 mit der Movescount App auf dem Smartphone zu verbinden. Daraufhin synchronisiert die Uhr mit der App und die App mit dem Webservice Movescount. In diesem Schritt kann man auch entscheiden, ob die Einheit privat oder öffentlich sein soll.

Radfahren

Radfahr-Einheiten ähneln in der Handhabung denen der Laufeinheiten. Hier hat man noch die Möglichkeit verschiedene Bluetooth Smart Radsensoren mit dem Gerät zu verbinden. Aktuell werden folgende Sensoren unterstützt:

  • Bluetooth Smart Rad Geschwindigkeits-/Trittfrequenz Sensor
  • Bluetooth Smart Rad Geschwindigkeits Sensor
  • Bluetooth Smart Rad Trittfrequenz Sensor
  • Bluetooth Smart Rad Power Meter

Suunto Ambit3 – Software Erweiterungen im Detail

Herzfrequenz-Erfassung während des Schwimmens

Suunto Ambit3
Suunto Ambit3 Sport (Quelle: Suunto)

Mit Hilfe des neuen Suunto Pulsgurtes wird es möglich sein die Herzfrequenz während des Schwimmens aufzuzeichnen und zu einem geeignetem Zeitpunkt zur Uhr zu übertragen. Der Pulsgurt zeichnet dafür die Daten in einem lokalen Speicher auf. Da man während des Schwimmens eh nicht so recht auf angezeigte Werte auf einem Display schauen kann, ist diese Vorgehensweise völlig ok. Sobald sich Uhr und Pulsgurt wieder sehen, werden die Daten schnell auf die Uhr übertragen. Die Daten stehen dann wie gewohnt in Movescount zur Verfügung. Neben der Möglichkeit mit Hilfe des Pulsgurtes die Herzfrequenz zu erfassen kann die Suunto Ambit3 auch Daten über Schwimmbahnen, Distanzen und Armzüge ermitteln. Diese Kombination sorgt für ein Alleinstellungsmerkmal der Suunto Ambit3 auf dem GPS High-End Smartwatchmarkt. Die Polar V800 soll ebenfalls diese Möglichkeiten anbieten, noch fehlt aber das dafür nötige Software-Update (Stand: 28. Juli 2014).

Suunto Ambit3 als 24×7 Activity-Tracker

Der moderne Fitness-Tracker wird den Anforderungen an modernen Sportuhren (in dieser Preiskategorie) gerecht und baut einen 24×7 Activity-Tracker ein. Ganz im Style der Konkurrenz wie der Polar V800 (unser ausführlicher Testbericht zur V800) kann sich die Ambit3 ein Gesamtbild der körperlichen Verfassung seines Trägers bilden. Und zwar nicht nur anhand seiner sportlichen Aktivitäten, sondern anhand aller erfassten Aktivitäten über den Tag verteilt. Es werden also beispielsweise auch zurückgelegte Schritte (Stand 12.09.2014: noch nicht implementiert) und Distanzen sowie Ruhezeiten in die Berechnung aufgenommen, so dass ein Gesamtbild entsteht. Mit Hilfe dieses Gesamtbildes können verschiedene Meldungen an den Träger übermittelt werden. So kann dem Nutzer zum Beispiel die Recovery Time – also die empfohlene Ruhe-Zeit bis zur nächsten Aktivität – mitgeteilt werden oder wann es an der Zeit ist, sich auszuruhen oder sich mal wieder zu bewegen. Wie auch bei der V800 wird es auf dem Display der Ambit3 keine Einzelheiten über die durch den Activity-Tracker erfassten Werte geben (zum Beispiel Schritte/Distanzen). Die genauen Werte erhält der Träger auf einer Fitness-App auf seinem Smartphone.

Smartphone Integration

Mit Hilfe des Bluetooth Smart Chips eröffnen sich der Suunto Ambit3 völlig neue Möglichkeiten der Kommunikation mit der digitalen Umgebung. Neben der inzwischen in diesem Preissegment üblichen Interaktion mit dem Smartphone sind auch Datenübertragungen zu Webservices und Apps in Echtzeit möglich. So entfällt das oft lästige Anschließen des Geräts an einen Computer, um Daten zu synchronisieren. Oder man teilt in Echtzeit seine Daten mit der Netzgemeinde. Die Suunto Ambit3 erhält somit die Möglichkeit mit der Suunto-eigenen Movescount-App zu kommunizieren. Die erfassten Workoutdaten werden zur App übertragen und von dort aus – natürlich in Verbindung mit einer vorhandenen Internetverbindung des Smartphones – in den Movescount Webservice. Die Daten stehen praktisch sofort in Movescount zur Verfügung und seit neulich auch automatisch in Strava, da Movescount eine direkte Verbindung zu Strava aufbauen und Daten an Strava übermitteln kann.

Suunto Ambit3
Suunto Ambit3 Sport (Quelle: Suunto)

Doch damit nicht genug. Mit der Movescount App ist es möglich die Anzeige der Ambit3 zu konfigurieren. So kann man anzuzeigende Sportprofile sowie Metriken anpassen und auf das Gerät übertragen, wann und wo auch immer man unterwegs möchte. Noch mehr Einstellungsmöglichkeiten erhält man mit dem Movescount Webservice, der dann Änderungen bis zur Uhr übermittelt. Vergleichbares gibt es unseres Wissens nicht auf dem Markt. Die Suunto-App gibt es leider nur für iOS-Geräte. Die Android-Version soll im Jahr 2015 folgen. Nähere Angaben fehlen an dieser Stelle. Klingt für Android-Nutzer erstmal enttäuschend, was es auch ist.

Viele Hersteller von High-End Sportuhren priorisieren jedoch die Einführung von iOS-Apps, da dort einfach im Vergleich zu Android-Geräten eine höhere Anzahl an Geräten vorhanden ist, die Bluetooth Smart unterstützen. Bei Android-Geräten sieht es so aus, dass die meisten Geräte noch nicht einmal die Android-Version 4.3 haben, die für Bluetooth Smart nötig ist. Das liegt aber an den Android Geräteherstellern, deren Updatepolitik oft fragwürdig ist. Wir sind aber der Meinung, dass aktualisierbare Software letztlich eine Stärke ist, da die Tür für Erweiterungen immer offen steht. Und man darf nicht vergessen: wir reden hier lediglich über die Suunto-App. Andere auch auf Android verfügbare Fitness-Apps können mit der Suunto Ambit3 gekoppelt werden.

Als weitere Interaktionsmöglichkeit mit dem Smartphone bietet die Ambit Smartphone-Benachrichtigungen auf das Display der Ambit anzuzeigen. Dies können beispielsweise ankommende Anrufe oder Textnachrichten sein. Eine weitere interaktive Aktion mit den Nachrichten ist nicht möglich, also zum Beispiel einen Anruf annehmen.

Suunto Ambit3 und Smartphone-Display kombinieren

In diesem Ambit3 Review wollen wir noch eine einzigartige Funktion vostellen. Als einzige Sportuhr auf dem Markt kann die Ambit3 ein gekoppeltes Smartphone als Anzeige einsetzen. Das heißt, dass das man nicht wie gewohnt das Display der Uhr nutzt, um Daten und Meldungen abzulesen, sondern umgekehrt das größere Display des Telefons zur Darstellung diverser Daten zur Verfügung hat. Eine Displayvergrößerung oder Display-Beamer, wenn man so möchte. So ist es beispielsweise für Radfahrer möglich den Fitness-Tracker als Armbanduhr zu tragen, während erfasste Werte aber auf einem mit einer Fahrradhalterung am Lenker befestigten Smartphone komfortabel abgelesen werden können. Die Hand bleibt somit immer am Lenker. Es ist auch möglich die Ambit3 als GPS-Empfänger einzusetzen und die GPS-Daten an das Smartphone weiterzuleiten, das diese dann beispielsweise wie gewohnt auf einer Navigations-App darstellt. Der Vorteil hierbei ist zusätzlich, dass der Akku des Smartphones geschont wird, da der GPS-Empfänger des Smartphones deaktiviert ist. Schöne neue Welt!

Modelle und Verfügbarkeiten

Die Uhr gibt es in zwei Varianten und unterschiedlichen Farben:

  • Suunto Ambit3 Sport
  • Suunto Ambit3 Peak (hat zusätzlich einen barometrischen Altimeter zur Höhenmessung)

21 Kommentare

  1. Ein Vergleich zur Ambit2 würde mich interessieren. Die Ambit2 wird ja sicher im Preis fallen. Lohnt es sich auf die Ambit3 zu warten, hat sie wirklich einen Mehrwert?

    • Wir haben aktuell eine Ambit2S zum Testen da. Der Beitrag wird mit einer Ambit2-Übersicht erweitert, so dass ein Vergleich zum Nachfolger möglich wird. Wir denken, dass die Ambit3 einen deutlichen Mehrwert bietet, für den der die neuen Features braucht und auch einsetzen möchte. Es hängt also von den Anforderungen ab. Die Ambit3 bringt ja Hardware-seitig Verbesserung mit, aber vor allem Software-seitig könnte die Ambit3 neue Maßstäbe setzen, falls die Features funktionieren wie sie sollen. Wer die neuen – wie wir finden tollen – Features nicht braucht, kann ruhigen Gewissens zur Ambit2 greifen. Optisch sind die Uhren quasi identisch.

  2. +1 für den eingebauten Activity Tracker. Wünschte meine Ambit 2S hätte einen!

    • Hallo,
      wie darf ich mir den Activity Tracker vorstellen? Sehe ich, wenn ich die Ambit3 mit dem Smartphone verbinde die zurückgelegten Schritte, ähnlich einem Fitness Armband? Ich schwanke noch zwischen den V800 von Polar und der Ambit3. Würde gerne diese Uhr als ganztages Überwachung haben.

      • Hallo Thomas,

        die Ambit3 kann aktuell – in zukünftigen Update vermutlich mehr – tägliche/wöchentliche Aktivitäten in Balkenform zusammenfassen sowie die Recovery Zeiten und Kalorien anzeigen. Und zwar auf dem Display der Uhr. Zurückgelegte Schritte werden (noch) nicht angezeigt…

  3. hm, ein vibrationsalarm hätte mich ja schon gefreut 🙁 aber auch ein +1 für den activity-tracker 🙂

  4. Ich habe eine Ambit2S und bin mit ihr sehr zufrieden. Wenn die Ambit3 genauso gut wird mit neuen Features könnte ich schwach werden.

  5. Aaargh.. Keine Android-App bis 2015?? Weiß man denn bis wann genau?

  6. Hallo,

    Schön,dass sich Suunto auf neue Features konzentriert und es beim bereits guten Design belässt. Da wird sich die Konkurrenz aber warm anziehen müssen…

    Anja

  7. Hallo werden die zurückgelegten Höhenmeter (mit GPS ermittelt) live auf der Uhr (Ambit2s oder Ambit 3 Sport) angezeigt oder nur im Nachhinein auf Movescount. Und wie genau sind die Höhenangaben im Vergleich zu einem barometrischen Höhenmesser?

    • Hallo,

      ja, die Höhenmeter werden live angezeigt, siehe zum Beispiel das Bild „Suunto Ambit2 S GPS Höhenbestimmung am Lünersee“ oben im Beitrag (zweites von oben). Was die Genauigkeit angeht, so ist das bei der per GPS ermittelten Höhenlage immer schwierig zu sagen, da man selten genaue Hinweise auf die Höhenmeter erhält. Die Abweichung liegt bei der Ambit2 S aber bei ca. 12-13 Metern.

      Die Ambit2 ist da in der Regel etwas genauer, da sie einen sog. FusedAlti-Modus unterstützt. Wird dieser aktiviert, werden GPS- sowie barometrische Werte zur Höhenbestimmung genutzt, was zu besseren Ergebnissen (ca. 6 Meter) führt. Nutzt man nur GPS ist die Ambit2 sogar schlechter als die Ambit2 S.

      • danke für die Antwort. Höhenbestimmung und grafischer Verlauf ok, aber werden auch die aufsummierten Höhenmeter angezeigt. Praktisch bis dia zu einem bestimmten Punkt zurückgelegten Höhenmeter?

        • Die Funktion für kumulierte Höhenmeter haben wir zwar nicht angetestet ist aber für die Ambit2 S seit dem 1.5.14 Softwareupdate verfügbar:

          „Cumulative ascent/descent:
          Using GPS Altitude, Ambit2 S can now display cumulative ascent and descent during your exercise. To ensure the values are as accurate as possible, GPS accuracy must be set to Best.“

          Ob die Ambit3 Sport diese Funktion auch unterstützt (davon kann man aber eigentlich ausgehen, da sie auf die Ambit2 aufsetzt), prüfen wir beim Testmodell, wenn es da ist…

  8. Mich würde interessieren ob die Ambit3 beim Joggen die Herzfrequenz ohne Brustgurt messen kann? Ich finde leider keine eindeutigen Informationen dazu.

    • Nein, Herzfrequenz ohne Brustgurt kann sie leider nicht. Das wäre sicher das Sahnehäubchen 😉 Was wir aber schon als Workaround gesehen/gelesen haben: beispielsweise parallel einen Mio Link tragen und mit der Ambit koppeln. Der Mio Link ist ein Pulsmesser, der den Puls ohne Brustgurt erfassen kann.

      Hier unser Artikel dazu: Mio Link Review

      • Funktioniert die Datenübertragung zur Ambit3 mit dem Mio Link oder dem Scosche Rhythm+ auch während des schwimmens oder bin ich da auf den Brustgurt von Suunto angewiesen?

        • Ja, das funktioniert in der Regel. Man muss nur beide Geräte direkt nebeneinander auf dem gleichen Handgelenk tragen. Sonst ist unter Wasser keine Datenübertragung möglich. Das Pulsarmband muss auch sehr eng/fest sitzen, sonst könnte man hier Probleme bei der Zuverlässigkeit/kontinuierlichen Datenerfassung bekommen.

  9. Hallo, das Testmodell das auf den Fotos zu sehen ist hat eine Farbe in der es die Suunto Ambit 2s nicht gibt. Kurze Erklärung? Grüße.