Fitbit Sense Test: Was sie gut macht und was weniger gut

Wir schauen uns im Fitbit Sense Test die neue Smartwatch des Herstellers an. Auch wenn sie sich in ästhetischer Hinsicht nicht grundlegend von anderen Modellen des Herstellers unterscheidet, bietet sie doch zahlreiche exklusive und neuartige Merkmale für Gesundheit und Fitness. Diese sollen sie nicht nur von den eigenen, sondern auch von den Produkten anderer Hersteller abheben. Darunter eine in der EU zugelassene EKG-Funktion, die wir uns ebenfalls anschauen.

Mit bis zu 6 Tagen bietet sie zusätzlich eine ordentliche Akkulaufzeit. Preislich stößt der Hersteller mit diesem Produkt nun in höherpreisigere Regionen vor, denn der UVP-Preis beginnt bei 329,95 EUR. Jedoch ist sie inzwischen für deutlich weniger zu haben.

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Fitbit Sense Test
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Fitbit Sense: Die Highlights

Mit der Fitbit Sense bringt die US-amerikanische Firma ein Highlight auf den Markt, noch bevor Google die Übernahme-Ankündigung in die Realität umsetzt und den Hersteller offiziell und abschließend übernimmt. Die EU-Kommission hat den Weg für eine Übernahme unter der Einhaltung bestimmter Bedingungen bereits freigegeben. Die Uhr läuft aber weiterhin mit einem waschechten, weiterentwickelten Fitbit OS (Version 5).

Folgende Highlights und besondere Merkmale heben die Uhr von anderen Modellen ab:

Fitbit Sense
Fitbit Sense

Besonderheiten

  • EKG-Funktion mit CE-Zertifizierung
  • Sensor für elektrodermale Aktivität (EDA) zur Unterstützung der Stressbewältigung
  • neuer Mehrweg-Herzfrequenzsensor mit PurePulse 2.0-Technologie und aktualisiertem Algorithmus
  • Erkennung und Mitteilungen über ungewöhnlich hohe oder niedrige Herzfrequenz
  • Hauttemperatursensor
  • neues Health Metrics-Dashboard in Verbindung mit einem Fitbit Premium Konto
  • neue Stressmanagement-Tools
  • größeres AMOLED-Display mit Umgebungslichtsensor und Corning Gorilla Glass 3
  • Gespräche direkt über neu integriertes Mikrofon und Lautsprecher in der Uhr führen
  • Google Assistant (bislang wurde nur Amazon Alexa unterstützt)
  • 6 Monate lang kostenloses Fitbit Premium Konto (für Kunden, die noch keine Fitbit Premium-Nutzer sind)

Weiteres

  • integrierter GPS-Empfänger
  • 24×7 Aktivitätstracking (Schritte, detaillierte Schlafauswertung und mehr)
  • diverese Sportprofile für Indoor- und Outdoor-Sport
  • verbesserter Quick-Release-Mechanismus zum schnelleren Wechsel von Armbändern
  • Musikstreamingdienste
  • Wasserdicht bis 50 Meter (WR30)
  • NFC für kontaktloses Bezahlen
  • Akkulaufzeit: bis zu 12 h im GPS-Trainingsmodus oder bis zu 6 Tage im Uhrenmodus inklusive 24×7 Pulsmessung

Fitbit Sense

Im Fitbit Sense Test haben wir die Variante in Carbon / Edelstahl Graphit genauer unter die Lupe genommen. Als eine der wenigen EKG-Uhren ist sie offiziell mit CE-Kennzeichnung gemäß Medizinprodukterichtlinie 93/42/EWG ausgestattet und darf Nutzern somit in der EU Hinweise auf bestimmte Herzleiden liefern.

Äußerlich ähnelt sie sehr der Versa 3, die uns gefallen, aber in der Handhabung nicht in allen Punkten überzeugen konnte. Die monierten Schwachpunkte sind aufgrund identischer Gehäuseform und Armbänder natürlich weiterhin vorhanden. An eine davon können Nutzer sich gewöhnen, für andere sind Workarounds vorhanden. Außerdem kommt eine weitere hinzu, wenn Nutzer unvorsichtig bei der Handhabung sind. Dazu mehr in den folgenden Abschnitten.

Fitbit Sense: schnell wechselbare Armbänder
Fitbit Sense: schnell wechselbare Armbänder

In der gut gestalteten Verpackung befinden sich neben dem hochwertig verarbeiteten und angenehm abgerundetem Gehäuse unter anderem ein USB-Ladekabel sowie ein längeres Ersatzarmband aus Silikon für größere Armgelenke. Der neue, proprietäre Wechselmechanismus für die Armbänder ermöglicht ein sehr einfaches und schnelles Austauschen. Beim Kauf neuer Armbänder sollten Nutzer darauf achten, dass diese konform zur neuen Schnittstelle sind. Armbänder anderer Modelle des Herstellers, außer der der Versa 3, sind leider nicht kompatibel.

Die mitgelieferten Armbänder sind für den ersten Kritikpunkt verantwortlich. Konkret geht es um den Schließmechanismus, der das einhändige Schließen des Armbands zur Fummelarbeit machen kann. Erst nach etwas Übung haben Nutzer den Dreh mit dem inneren Stück des Armbands raus und können es für einen sicheren und komfortablen Sitz straffer ziehen. Die folgenden Bilder versuchen zu verdeutlichen, was wir meinen.

Für das Aufladen des Akkus kommt ein Ladekabel zum Einsatz, das einfach in die Nähe der Gehäuserückseite gebracht werden muss, damit der integrierte Magnet zuschnappt und für festen Sitz während des Ladevorgangs sorgt. Das blöde an der gut gemeinten Geschichte: die spiegelnde Gehäuserückseite ist leider kratzempfindlich und der Magnet derart stark, dass die 4 spitzen Ladestifte beim Zuschnappen auch über die empfindliche Oberfläche gleiten und somit feine Kratzer erzeugen können. Nutzer müssen um dies zu vermeiden das Ladekabel selbst kontrolliert an die richtige Stelle anlegen, bevor der Magnet richtig zuschnappt. Zum Glück sind die Kratzer auf der nicht sichtbaren Rückseite der Uhr nur bei genauem Hinschauen erkennbar. Passen Nutzer aber nicht auf, können es über die Zeit immer mehr werden.

Fitbit Sense: Ladekabel mit 4 spitzen Stiften
Fitbit Sense: Ladekabel mit 4 spitzen Stiften

Sense: Display hui, Taste pfui?

Das sehr gute AMOLED-Display mit Umgebungslichtsensor der Sense von Fitbit ist kontrastreich und sehr gut ablesbar. Aufgrund der guten Helligkeit auch im Freien bei sonnigem Wetter. Per Default ist das Display ausgeschaltet und beispielsweise mittels entsprechender Armbewegung aktivierbar. In den Einstellungen ist eine Always-On-Option zu finden. Diese sorgt dafür, dass wichtige Daten stets auf dem Display ablesbar sind, darunter Uhrzeit, Datum, Akkulaufzeit und ein paar Leistungsdaten während eines Trainings. Allerdings wirkt sie sich auf die Akkulaufzeit aus, da die Uhr dann etwa nur 2 bis 3 Tage durchhält statt ungefähr 6 Tage.

Fitbit Sense: sehr gutes AMOLED-Display
Fitbit Sense: sehr gutes AMOLED-Display

Die Ersteinrichtung via Bluetooth über das Smartphone (bei uns ein iPhone 8 Plus) und einer installierten Hersteller-App verläuft schnell und unproblematisch. Im Zuge des Setups lässt sich das WLAN-Interface mit dem heimischen Netzwerk verbinden, so das zukünftige Synchronisationen oder Softwareupdates schneller vonstatten gehen.

Die Steuerung erfolgt über Wischgesten auf dem Display sowie einer Bedientaste. Die Wischgesten erleichtern die Bedienung im Alltag ordentlich, Ruckler sind nach dem letzten Softwareupdate keine mehr vorhanden. Manche Wischgesten führen anfangs manchmal zu ungewollten Aktionen. Insbesondere wird dabei all zu oft die Benachrichtigungsanzeige ausgerollt, wenn im Display einfach nur runtergescrollt werden soll. Hier scheint die Abstimmung am oberen Bildschirmrand noch etwas verbesserungswürdig. Insgesamt ist die Bedienung über Wischgesten jedoch gut gelungen, zuverlässig und intuitiv.

Im Test der Sense ist uns die berührungsempfindliche Bedientaste auf der linken Seite des Gehäuses nicht immer positiv in Erinnerung geblieben. Diese dient in Menüs als „Zurück“- und konfigurierbare Shortcut-Taste. Diese ist leider auf der unteren Hälfte des Gehäuses etwas schwer zugänglich platziert und somit in manchen Fällen nur mühsam greifbar.

Fitbit Sense: berührungsempfindliche Bedientaste
Fitbit Sense: berührungsempfindliche Bedientaste

Desweiteren reagiert sie während der Gewöhnungsphase nicht immer wie der Nutzer möchte, so dass die Steuerung der Uhr manchmal zu einem Glücksspiel wird. Nach einer Weile lernt man die Taste richtig zu bedienen, komfortabel ist das aber nicht immer. Nutzer können sich an sie gewöhnen oder den Spaß an der Uhr verlieren. Das muss jeder für sich herauskriegen. Der Vorteil einer solchen Taste ist allerdings, dass sie kaum kaputt gehen kann und dem Hersteller das Design eines wasserdichten Gehäuses erleichtert.

Vielseitig im Alltag

Im Alltag verfolgt die Fitbit Sense wie alle anderen Modelle des Herstellers diverse Gesundheitsmetriken. Dazu gehören beispielsweise Schritte, verbrauchte Kalorien, Schlaf sowie die Herzfrequenz, die rund um die Uhr erfasst wird. Beim Schrittezählen kann sie dabei auch etwas großzügiger sein und den einen oder anderen Schritt lieber dazuaddieren. Insgesamt bieten die Schritteaufzeichnungen aber als Orientierung für die Bewegungsaktivitäten im Alltag einen guten Richtwert.

Ohne Probleme erkennt das Gerät Aktivitäten automatisch, wenn Nutzer diese nicht explizit starten und erstellt einen entsprechenden Eintrag in der App. Für eine zuverlässige Erkennung kommen Aktivitäten mit wiederkehrendem Bewegungsmuster und mindestens 15 Minuten Dauer in Frage. Das können beispielsweise Lauf- oder Radaktivitäten sein. Nachfolgend zwei Beispiele für knapp 60 Minuten lange Spaziergänge, die nach Synchronisation in der App vorzufinden sind:

Fitbit App Dashboard
Fitbit App Dashboard

Unter anderem wird in diesen Fällen die Herzfrequenz erfasst, eine Streckenaufzeichnung via GPS-Empfänger findet allerdings nicht statt. Wer das möchte, muss eine entsprechende Aktivität manuell starten. Klicken Nutzer auf eine automatisch erfasste Aktivität, sieht das so aus:

Fitbit Sense Spaziergang automatisch erkannt
Fitbit Sense: Spaziergang automatisch erkannt

Im Test hat uns wieder mal das Schlaftracking des Herstellers beeindruckt, denn unserer Erfahrung nach gehört es zum genauesten, das Nutzer haben können. Einschlaf- und Aufstehzeiten werden in der Regel zuverlässig und genau erfasst. Dabei entsteht am Ende ein einfacher Schlafindex. Mit dieser Zahl wird der Schlaf leichter vergleichbar. Die Zahl setzt sich zusammen aus nächtlichen Messungen zu Herzfrequenz, die Zeit, die man wach oder unruhig verbringt sowie Schlafphasen. Der durchschnittliche Wert liegt laut Hersteller zwischen 72-83 Punkten. Je höher der Wert, desto besser und erholsamer war der Schlaf.

Auch im Training ein guter Partner

Fitbit bietet auch auf seiner Sense Fitnessuhr gute Möglichkeiten für allgemeine Indoor- und Outdoor-Workouts und Hobbysport. Unter den weiteren vorinstallierten Aktivitäten befinden sich beispielsweise Laufen, Radfahren, Schwimmen, Laufband, Gewichte sowie Intervall-Timer und allgemeine Workouts. Weil das Gehäuse bis 5 ATM wasserdicht ist, übersteht sie auch die Mitnahme ins Schwimmbad.

Nutzer können nach Auswahl einer Aktivität individuelle Einstellungen vornehmen. Nachfolgend Beispielbilder für Einstellungsoptionen:

Desweiteren können Einstellungen zum GPS-Empfänger (ein/aus) und Display (Always-On aktivieren) vorgenommen werden. Außerdem sind weitere Optionen wie zu Auto-Runde, Auto-Pause, zu erreichende Ziele oder Alarmierungen beeinflussbar:

Der GPS-Empfänger fixiert nach Start der Aktivität nach wenigen Sekunden die GPS-Signale und es kann losgehen. Während der Aktivität sind diverse Metriken über Wischgesten auf dem Display ersichtlich. Auch bei gutem, sonnigen Wetter ist die Ablesbarkeit des Displays sehr gut. Hier zum Beispiel die aktuelle Herzfrequenz sowie zurückgelegte Distanz:

Nach dem Beenden der Aktivität gibt es natürlich auch eine Zusammenfassung über die wichtigsten Daten:

In der App und im Browser sind nach der Synchronisierung detailliertere Daten und Darstellungen verfügbar, so dass Nutzer die Aktivität und ihre Auswirkungen besser verstehen können wie wir nachfolgend sehen werden.

Die Darstellung einer Laufaktivität kann in der App auch mit Informationen aus der Aktivität angereichert werden. So können beispielsweise hinsichtlich der Herzfrequenz anstrengendere Teilstrecken oder auch Tempounterschiede hervorgehoben und somit besser analysiert werden. Hier rechts im Screenshot stehen beispielsweise die Farben für unterschiedliche Tempos:

Eine GPS-Aktivität ist übrigens inzwischen auch als TCX-Datei exportierbar, so dass sie auch in andere Tools importiert und analysiert werden kann.

Wer sich aber strukturiert sportlich weiterentwickeln möchte, sollte auch einen Blick auf Alternativen anderer Hersteller werfen. Trainingspläne für beispielsweise zur gezielten Wettkampfvorbereitung wie einen Halbmarathonlauf sowie die Option während Trainings einen zuverlässigeren HR-Brustgurt in das Training einzubinden, bieten beispielsweise Modelle von Garmin oder Polar. Uhren von Fitbit können weder einen externen HR-Gurt in das Trainings einbinden, noch können sie die aufgezeichnete Herzfrequenz an andere Geräte weiterleiten (HR-Broadcast). In Zeiten von vernetzbaren kompatiblen Laufbändern, Rudergeräten und ähnlichem ist das schade.

Genauigkeit von Pulssensor und GPS

Während unseres praktischen Tests der Fitbit Sense war parallel ein Polar H10 HR-Brustgurt dabei, der aufgrund seiner Genauigkeit oft als Referenzgerät eingesetzt wird. Mit ihm können wir gegenmessen, wie genau der Pulssensor der Uhr misst. Ebenso dabei am anderen Handgelenk ist eine Garmin FR745 Laufuhr. Nachfolgend ein Beispiel für eine Laufeinheit über 40 Minuten:

Fitbit Sense: HR-Messung vs Polar H10
Fitbit Sense HR-Messung (rot) vs Polar H10 (gelb) vs Garmin FR745 (lila)

Größtenteils sehen wir bei dieser Laufaktivität mit wenig Tempowechseln eine nicht ganz perfekte Messung. Das kann bei anderen Nutzern natürlich auch ganz anders aussehen, da die Genauigkeit der optischen Pulsmessung von vielen Parametern abhängt. Während die FR745 ihre Sache sehr gut erledigt, hinkt die Sense immer ein paar Herzschläge hinterher. Dies spiegelt sich dann auch in den Durchschnittswerten wieder:

Fitbit Sense HR-Messung Genauigkeit 
Fitbit SensePolar H10Garmin FR745
HR Durchschnitt (S/min)156159159
HR Max. (S/min)171175175

Der GPS-Empfänger liefert insgesamt gute Ergebnisse. Die Darstellung unseres Gesamtlaufs über 5 Kilometer sieht auf den ersten Blick gut aus und entspricht der tatsächlich gelaufenen Strecke:

Fitbit Sense: GPS-Genauigkeit
Fitbit Sense: GPS-Genauigkeit

Auch die Brücke und enge Passagen werden gut erfasst, was nicht einfach ist wie wir aus Erfahrung aus Tests mit anderen Sportuhren wissen. Lediglich die Strecke unter der Unterführung bringt die Uhr etwas durcheinander, so dass sich der Läufer für eine kurze Zeit auf der anderen Straßenseite befindet, was aber nicht der Realität entspricht:

Fitbit Sense: GPS-Genauigkeit
Fitbit Sense: GPS-Genauigkeit

EKG, EDA und PurePulse 2.0

Im Fitbit Sense Test möchten wir uns natürlich auch von der brandneuen EKG-Funktion überzeugen. Der Hersteller hat die zwingend notwendige CE-Kennzeichnung gemäß Medizinprodukterichtlinie 93/42/EWG erhalten und darf somit in der EU Hinweise auf bestimmte Herzleiden liefern. Sie ist aber nicht die erste in der EU zugelassene EKG-Uhr. Wir haben speziell dafür in einem eigenen Beitrag eine Übersicht über Smartwatches und Fitness-Uhren mit EKG-Aufzeichnung veröffentlicht, der die Thematik auch näher behandelt.

Alle Uhren haben eines gemeinsam: sie bieten mangels einer ausreichenden Zahl von Ableitungen lediglich eine 1-Kanal-EKG-Funktion. Diese ist beschränkt auf die Erkennung von Anzeichen für Vorhofflimmern.

Fitnessuhren mit EKG: Messprinzip (Screenshot Withings)
1-Kanal EKG Messprinzip (Screenshot Withings)

Ein EKG wird manuell durchgeführt, indem zwei Finger der Hand, auf der die Uhr nicht getragen wird, den Gehäuserahmen der Uhr 30 Sekunden lang berühren. Dabei sind für eine erfolgreiche Messung verschiedene Randbedingungen zu beachten. So erhalten Nutzer kein Ergebnis und Hinweise auf möglichen Ursachen, wenn die Herzfrequenz unter 50 Schlägen pro Minute liegt:

Nach einer erfolgreichen Messung können aber erfasste Daten über die App als PDF-Datei exportiert und an einen Arzt übermittelt werden.

Fitbit Sense: EKG-Messung erfolgreich
Fitbit Sense: EKG-Messung erfolgreich

Und das PDF sieht so aus:

Fitbit Sense EKG-Aufzeichnung
Fitbit Sense 1-Kanal EKG-Aufzeichnung

PurePulse 2.0

Äußerlich ähnelt die Fitbit Sense der Versa-Reihe, bei der gleichzeitig das Nachfolgemodell Versa 3 angekündigt wurde. Die Rückseite sieht im Vergleich zur dieser etwas anders aus, denn dort ist nun ein neuer Mehrweg-Herzfrequenzsensor verbaut, der PurePulse 2.0 genannt wird. Er soll laut Hersteller sein bisher genauester Pulssensor sein. Er soll auch eine ungewöhnlich hohe oder niedrige Herzfrequenz erkennen. Diese können Anzeichen für eine Herzerkrankung sein, die ärztlich untersucht werden sollte, wie Bradykardie (Herzfrequenz zu langsam) oder Tachykardie (Herzfrequenz zu schnell).

EDA

Ein weiterer neuer Sensor ist der Sensor für elektrodermale Aktivität (EDA) zur Unterstützung der Stressbewältigung. Auch hier wird die Unterstützung der anderen Hand benötigt, weil die Handfläche auf das Zifferblatt der Uhr (also auf das Display) gelegt wird. Der Sensor kann kleine elektrische Veränderungen, etwa verursacht durch Schweiß, auf der Haut erkennen und dabei helfen, die Reaktion des Körpers auf Stressfaktoren oder auch Entspannung zu verstehen. In Kombination mit anderen Gesundheitsdaten wie die der Herzfrequenz, können dann bestimmte Aussagen hergeleitet werden.

Hauttemperaturänderungen…und dann?

Unter den zahlreichen Sensoren der Sense befindet sich auch einer für die Messung der Hauttemperatur des Handgelenks. Er zeichnet nachts die Hauttemperatur auf, um den Normalbereich zu bestimmen und informiert bei Abweichungen, damit Trends erkennbar werden. Es handelt sich nicht um die Kerntemperatur des Körpers, sondern um die Temperatur der Oberfläche der Haut. Diese misst der Sensor nachts während Nutzer schlafen minütlich und trägt die ermittelten Werte in die App ein. Eine mittels Thermometer gemessene Kerntemperatur lässt sich übrigens manuell in die App protokollieren, wenn Nutzer das möchten.

Nachdem die Uhr in den ersten 3 Tagen den persönlichen Normalbereich ermittelt hat, sind Nutzer in der Lage Veränderungen in der Hauttemperatur gegenüber dem Normalbereich zu erkennen. In der App sind jedoch nicht die absoluten Temperaturwerte der Haut zu sehen, sondern nur die relativen Abweichungen zum ermittelten Normalbereich. Das sind dann die Hauttemperaturschwankungen aus denen Nutzer dann verschiedene Dinge ableiten können.

Die Funktion ist noch ein bisschen ausbaufähig wie wir finden. Denn Durchschnittsnutzer, die sich mit der Materie nicht auskennen, werden mit den Daten alleine gelassen. Zwar gibt es in der App ein paar Tipps darüber wieso es zu Hauttemperaturschwankungen kommen kann. Aber welche Gründe bei dem einen Nutzer vorliegen oder vorliegen könnten, werden in der App nicht vermittelt. Es fehlen also mögliche Zusammenhänge zu anderen aufgezeichneten Gesundheitsmetriken, um bei ungewöhnlichen Abweichungen eine Idee über die Ursache zu bekommen und diese im besten Fall auch zu beseitigen.

Mit einem Fitbit-Premium-Abonnement sehen Nutzer auch Graphiken über die Änderungen der Hauttemperatur während der gesamten Schlafenszeit und erhalten noch mehr Statistiken.

Atemübungen und Training mit Fitbit Coach

Im Test der Sense von Fitbit haben uns die animierten Fitnessübungen gefallen. Dies ist eine App mit angeleiteten Trainings mit dem eigenen Körpergewicht direkt auf der Uhr. Diese können praktisch überall durchgeführt werden und können auch zu einer ausbalancierteren Trainingsgestaltung beitragen.

Auf der Uhr sind zunächst drei Trainings mit verschiedenen integrierten Übungen sofort verfügbar: 10-Min-Bauchmuskeltraining, 7-Minuten-Workout und Schatztruhe. Eine Vorschau für ein Training ist dort ebenfalls zu finden, wenn auf das entsprechende Menü getippt wird.

In einem gestarteten Training werden die durchzuführenden Bewegungsabläufe in kurzen Videos genau vorgezeigt. Das Display der Uhr zeigt während der Durchführung auch verschiedene Gesundheitsmetriken. Diese können Nutzer auch pausieren und einzelne Übungen überspringen.

Noch mehr sowie auf den persönlichen Fitnessstand ausgerichtete Trainings stehen über die App Coach des Herstellers zur Verfügung. Diese steht für Android- und iOS-Nutzer zum Download bereit. Mit einem kostenlosen Coach-Konto gibt es 1 personalisiertes und 2 empfohlene Trainings auf der Uhr dazu. Mit einem Premium-Abo werden noch mehr Trainings freigeschaltet und es gibt 1 personalisiertes und 4–6 empfohlene Trainings.

Für stressigere Momente stehen auch geführte Atemübungen auf der Uhr zur Verfügung, um besser zu entspannen und wieder runterzukommen.

Anrufe, Benachrichtigungen, Assistenten

Seit den Softwareupdates im Dezember 2020 stehen der Fitbit Sense viele angekündigte Funktionen zur Verfügung, darunter auch eine Freisprechfunktion. Diese funktioniert wie beispielsweise auf einer Apple Watch und ist für Android (ab 8.0+) und iOS-Geräte in den Einstellungen der Uhr aktivierbar. Zum einen muss dafür das Mikrofon der Uhr freigeschaltet, als auch die Uhr via Bluetooth mit dem Smartphone als Freisprecheinrichtung gekoppelt sein. Danach können Nutzer eingehende Telefonanrufe annehmen oder ablehnen, Anrufer über den Lautsprecher der Uhr hören und über das Mikrofon der Uhr sprechen. Das alles klappte im Test der Sense ohne Probleme mit einem iPhone 8 Plus (iOS 14.2) und Samsung Galaxy S8 (Android 9).

Smartphone-Benachrichtigungen werden zuverlässig auf das Display der Uhr übermittelt, solange das Smartphone in der Nähe ist.

Fitbit Sense: Benachrichtigungen
Fitbit Sense: Benachrichtigungen

Nutzer von Android dürfen sich noch mehr freuen, denn sie haben auch die Möglichkeit direkt auf Textnachrichten und Benachrichtigungen bestimmter Anwendungen auf der Uhr mit voreingestellten Schnellantworten zu reagieren. In Situationen in denen Nutzer nicht sofort antworten können ist das sehr praktisch. Für iOS steht diese Funktion leider nicht zur Verfügung.

Neuere Modelle des Herstellers unterstützen schon länger Amazon Alexa, wobei Antworten aufgrund eines fehlenden Lautsprechers nur als Text auf dem Display zu sehen sind. Die Sense (sowie die Versa 3) unterstützt nun zusätzlich auch den Assistenten von Google und gibt Antworten über den eingebauten Lautsprecher aus. Das Gefühl eine vollwertige Smartwatch und einen persönlichen Assistenten auf dem Handgelenk zu tragen wird dadurch intensiviert. So lassen sich nach aktiver Verbindung der Dienste Vorhaben wie folgende mit nur einem Satz realisieren:

  • „Stelle einen Alarm für 10 Uhr morgens ein.“
  • „Wie wird das Wetter morgen?“
  • „Erinnere mich um 13 Uhr an das Meeting mit…“
  • Steuerung von Smart Home Geräten
  • und vieles mehr…

Ein Assistent wird ausschließlich über das aktive Aufrufen der entsprechenden Funktion auf der Uhr aktiviert. Dies kann auch ein Shortcut auf der integrierten Taste sein. Das Aussprechen von „Alexa“ oder „Hey Google“/“OK Google“ funktioniert nicht. Auch kann immer nur ein Sprachassistent auf einmal aktiv sein, so dass Nutzer sich für Google oder Alexa entscheiden müssen. Ein Wechsel zum anderen Sprachassistenten ist aber jederzeit über die Einstellungen möglich.

Streamen von Musik ja, eigene Dateien nein

Die Sense kann Musik streamen. Allerdings können nur Wiedergabelisten der Musikpartner Deezer, Pandora und Spotify wiedergegeben werden. Premium-Nutzer des Musikdienstes Deezer dürfen sich glücklich schätzen, denn dieser ist der einzige Dienst, der es auf der Uhr erlaubt offline-Musik abzulegen.

Wissen sollten Nutzer, dass sie keine eigenen (MP3-) Musikdateien auf die Uhr übertragen und speichern können. Dies ist nur auf der Versa 2 möglich, dem Vorgänger der Versa 3, die ebenso keine eigenen, lokalen Dateien mehr beherrscht.

Fitbit Sense: Streamingdienste für Musik
Fitbit Sense: Streamingdienste für Musik

Nutzer von Spotify können weiterhin lediglich eine App auf der Uhr einsetzen, die nur eine Art Steuerung der Spotify-App auf einem Smartphone ermöglicht. Es findet keine Offline-Synchronisation von Liedern mit dem Speicher der Uhr statt. Folglich muss das Smartphone mit geöffnetem Spotify immer in der Nähe sein, um etwa zwischen Wiedergabelisten zu navigieren oder das Ausgabeziel für die Musikwiedergabe auszuwählen. Nennenswert ist auch, dass ein Spotify Premium Account nötig ist.

Health Metrics-Dashboard in Fitbit Premium

Das neue Health Metrics-Dashboard für die Sense von Fitbit gibt es nur in Verbindung mit einem Premium Konto des Herstellers. Dieses bietet zusätzlich tiefergehende Daten über Atemfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Ruheherzfrequenz, ausführlichere SpO2-Daten sowie Schwankungen der Hauttemperatur mit Hilfe des neuen Hauttemperatursensors. Mit Hilfe dieser Daten erfährt der Endanwender mehr über seine durchschnittlichen Atemzüge pro Minute, die Sauerstoffsättigung des Blutes und erhält auch Hinweise über der Zustand seiner kardiovaskulären Gesundheit.

Die Messdaten werden im Zeitverlauf der App angezeigt und sollen so Trends für den Endanwender erkennbar machen sowie zeigen wie sie sich auf das Wohlbefinden auswirken. Der Hersteller teilt mit, dass erste Ergebnisse einer COVID-19-Studie nahelegen, dass Änderungen an einigen der im neuen Premium-Dashboard enthaltenen Metriken wie Atemfrequenz, Ruheherzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität von Geräten des Herstellers gleichzeitig mit dem Auftreten von COVID-19-Symptomen erkannt werden können, in einigen Fällen sogar schon vorher.

Möchten Nutzer von allen neuen Gesundheitsfeatures profitieren, kann das neue Health Metrics-Dashboard mit einem kostenpflichtigen Fitbit Premium Konto für 8,99 € pro Monat oder 79,99 € pro Jahr erweitert werden.

Was die HRV ist und wie sie in modernen Wearables zum Einsatz kommt, haben wir im unserem Beitrag HRV in Sportuhren und Wearables zusammengefasst.

Sense: Wann kommt welches Feature?

Es herrscht bei der Fitbit Sense leider etwas Chaos in Bezug darauf, ob überhaupt oder ab wann bestimmte Features in Europa verfügbar sein werden. Im Kleingedruckten stehen viele Fußnoten wie die folgende zur EKG-Funktionalität:

„FDA-Überprüfung der kompatiblen EKG-App steht noch aus; nur in den USA nach Freigabe erhältlich. Verfügbarkeit außerhalb der USA steht bis zu den gültigen behördlichen Genehmigungen noch aus, einschließlich der Genehmigung gemäß der Richtlinie 93/42/EWG (Medizinprodukte-Richtlinie). Die EKG-App hat noch kein CE-Zeichen erhalten und wird in der EU erst vermarktet, in Betrieb genommen oder anderweitig verfügbar gemacht, wenn die behördliche Genehmigung erteilt wurde.“

Oder zur Atemfrequenz:

Die Atemfrequenz ist nur auf Fitbit-Geräten mit Herzfrequenz-Tracking und nur in den USA verfügbar.

Oder zur SpO2:

SpO2-Werte sind bei Fitbit-Smartwatch-Geräten bei Einführung nur in den USA verfügbar. In ausgewählten Märkten erhältlich.

Inzwischen sind die meisten Funktionen aber via Softwareupdate nachgereicht worden. Darunter die EKG-Funktion, die Freischaltung des eingebauten Lautsprechers sowie der Freisprechfunktion, die Unterstützung für den Google Assistenten und vieles mehr.

Fitbit Sense Test: Fazit

Im Fitbit Sense Test konnte uns die Fitnessuhr größtenteils überzeugen, aber erst nach einer Gewöhnungsphase und den Softwareupdates im Dezember 2020. Ein finales Fazit erlauben wir uns aber noch nicht, denn wir haben uns noch nicht alle neuen Merkmale angeschaut und möchten das noch nachholen. Die Bedienung mit der Taste als auch die Handhabung des Armbands sind gewöhnungsbedürftig, aber das neue Betriebssystem hat inzwischen etwas Feinschliff erfahren und die Fitness- und Gesundheitsfunktionen überzeugen bislang. Auch ist eine Kombination der gebotenen Merkmale in einem Gehäuse derzeit bei keinem anderen Hersteller zu finden. Am Handgelenk sieht sie toll aus, bietet ein sehr gutes Display und das Gehäuse ist zweifelsfrei gut verarbeitet.

Fitbit Sense: Verkaufstart, Preise und Verfügbarkeit

Die Fitbit Sense ist ab sofort in verschiedenen farblichen Ausführungen verfügbar. Sie kostet ab 329.95 EUR (UVP), allerdings ist der Handelspreis bereits gut gesunken.

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Alternativen

  • Garmin Venu
  • Fitbit Versa 3
  • Withings ScanWatch
Garmin Venu: Widget
Garmin Venu
Die GPS-Uhr Garmin Venu mit AMOLED-Display bietet einige Sportfunktionen mehr, aber weniger Gesundheitssensoren.
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Fitbit Versa 3: Smartphone-Benachrichtigungen
Fitbit Versa 3
Die Fitbit Versa 3 ist sehr ähnlich aufgestellt, besitzt aber keine EKG-Funktion. Unter anderem ist aber ein GPS-Empfänger integriert.
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Withings ScanWatch Test
Withings ScanWatch
Mit der Withings ScanWatch steht eine EKG-Fitnessuhr im klassischen Look zur Verfügung. Sie ist jedoch weniger für Trainings geeignet.
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