Garmin Venu Test: Mit AMOLED, aber gut wie eine oldschool Garmin?

Im Garmin Venu Test zeigen wir, dass die GPS-Sportuhr mit ihrem AMOLED-Display zwar eine besondere, aber dennoch waschechte Garmin ist. Das spiegelt sich nicht nur in den verfügbaren und neu hinzugekommenen Merkmalen und der guten Akkulaufzeit wieder, sondern auch in praktisch identischen, sportlichen Eigenschaften wie sie in anderen Modellen des Herstellers zu finden sind.

Preislich wurde mit einem UVP ab 349,- Euro zum Marktstart zu vergleichbaren Produkten des Herstellers eine großzügige Schippe draufgelegt. Zwischenzeitlich ist sie für attraktivere ca. 300,- Euro (Stand: September 2020) zu haben, was jedoch immer noch ein recht hohes Preissegment ist. Lohnt sich also das AMOLED-Upgrade? Das Display macht tatsächlich je nach Einsatzgebiet einen großen Unterschied aus, so dass wir diesem Merkmal eine hohe Aufmerksamkeit widmen und ausführlich behandeln. Beispielsweise durch einen Direktvergleich. Interessierte können somit nach diesem Venu Test- und Erfahrungsbericht für sich entscheiden, ob sie die Austattung überzeugt oder auch ein anderes Modell in Frage kommt.

Garmin Venu Test
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Garmin Venu Test: Überblick

Wir können sagen, dass uns die Garmin Venu im Test überzeugt. Sie ist ein Komplettpaket mit Smartwatchfunktionen für das Handgelenk, bei dem es wenig auszusetzen gibt und das keine Workarounds o.ä. benötigt. Der Hersteller liefert alles was nötig ist, um gesundheitlich und fitnessmäßig voran zu kommen. Desweiteren lässt sich die eh schon großzügige Funktionsvielfalt der Uhr durch Apps erweitern. Einsteiger unterstützt sie durch vielfältige, vordefinierte Fitnessfeatures und ausgewogenen Trainingspläne und fortgeschrittenen Sportlern bietet sie darüberhinaus die Option weitere wichtige Sensoren unproblematisch in das Training einzubinden und bei Bedarf Garmin-typisch unglaublich viel Spielraum bei der Anpassung von Sportprofilen. Dazu haben wir einen ausführlichen Abschnitt mit vielen Bildern und Erläuterungen.

Für unseren Test hatten wir die Uhr während zahlreichen Aktivitäten dabei. Sie bot dabei fast immer eine passende Option, so dass wir sie gerne als einen zuverlässigen Allrounder bezeichnen. In der Praxis sparen Sportler aufgrund der verfügbaren Trainingspläne sehr viel Zeit, da sie sich nicht mehr selbst um die Erstellung von ausbalancierten Trainingswochen kümmern müssen. Auch diverse, animierte Trainingsanleitungen unterstützen diesbezüglich.

Folgende Schwerpunkte umfasst unser Venu Test:

  • Bedienung im Alltag und Sport
  • Anpassbarkeit von Sportprofilen (Datenfelder, Alarme,…)
  • Genauigkeit von GPS-Empfänger und Pulssensor (auch für Intervalltrainings)
  • Display-Eigenschaften und -Unterschiede zu anderen Garmin Uhren wie Vivoactive 4
  • viele Bilder (auch Venu Watchfaces)
  • und vieles mehr
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Garmin Venu

Highlights

Die Fitness-Features der Garmin Venu sind auf aktuellem Stand und praktisch identisch zu denen der neuen Garmin Vivoactive 4. Man muss sich also keine Sorge machen, dass man mit ihr aus sportlicher Sicht Kompromisse eingeht. Garmin selbst klassifiziert die Venu passend als GPS Smartwatch.

Bislang setzte Garmin auf transreflektive MIP-Displays (Memory in Pixel), die dauerhaft eingeschaltet und in fast jeder Umgebung ausgezeichnet ablesbar sind. Vor allem in helleren Umgebungen. Venu und Vivoactive 4 unterscheiden sich tatsächlich lediglich in den Displays und daraus resultierenden Eigenschaften wie die Akkulaufzeit und einigen Kleinigkeiten. Welche das sind, steht weiter unten in diesem Test.

Zu den sportlichen und weiteren Highlights gehören:

  • GPS, GLONASS, Galileo
  • Garmin Elevate-Technologie für die Herzfrequenzmessung am Handgelenk
  • Barometrischer Höhenmesser, Kompass, Gyroskop, Beschleunigungsmesser, Thermometer, Pulsoximeter-Akklimatisierung
  • 2 Tasten auf der rechten Gehäuseseite
  • Wasserdichtigkeit bis zu 5 ATM (zum Schwimmen geeignet)
  • Pulsmessung beim Schwimmen (Tipps und nähere Hinweise zur Genauigkeit der HR-Messung während des Schwimmens mit Garmin Uhren)
  • Fitness- und Gesundheitstracking (Pulse Ox, Body Battery, Atemfrequenz, Relax Alarm, Wasserkonsum, Menstruationszyklus-Tracking)
  • Atemübungen
  • mehr als 40 animierte Workouts direkt auf der Uhr zum einfachen Nachmachen
  • über 20 vorinstallierte Sport-Apps wie Laufen, Schwimmen inklusive dem neuen Yoga 2.0 und Pilates
  • Workouts und Trainingspläne sowie individuelle Laufpläne auf die Uhr herunterladbar
  • integrierter Musikspeicher (ca. 500 Titel) für die Wiedergabe über direkt koppelbare Bluetooth Kopfhörer (Smartphone kann zu Hause bleiben)
  • Music Streaming: Amazon Music, Deezer, iHeartRadio und Spotify
  • automatische Unfall-/Notfall-Benachrichtigung während bestimmter Aktivitäten
  • Displayeigenschaften
    • 1,2″ AMOLED Display mit einer Auflösung von 390 x 390 Pixel
    • Option, dass das Display dauerhaft eingeschaltet bleibt (always-on Display)
    • Uhrglas aus Corning Gorilla Glass 3
  • Batterielaufzeit Beispiele
    • Smartwatch-Modus: Bis zu 5 Tage mit Fitness-Tracker-Funktionen und Herzfrequenzmessung am Handgelenk rund um die Uhr
    • GPS-Modus: bis zu 20 Stunden
    • GPS-Modus mit Musik: Bis zu 6 Stunden
  • Garmin Pay Funktion für das bargeldlose Bezahlen (mit den Partnern Boon, VIMpay & Mastercard)
  • Farbvarianten: Schwarz mit Gold, Sandfarben mit Roségold, Granitblau mit Silber und Schwarz mit Schieferfarben
  • 20mm Standard Quick Release Bands: somit können beliebige Standard Armbänder angebracht werden

Im Vergleich zur Vivoactive 3 und ihrer Music-Variante Vivoactive 3 Music sind also einige neue Features hinzugekommen. Bei der Venu gibt es keine Music-Variante mehr. Musikspeicher und alle wichtigen Funktionen stecken nun bei jeder Variante unter einer Haube.

Gehäuse und Armband

Die Venu ist Garmin-typisch gut verarbeitet. Das gilt für das Polymer-Gehäuse samt Display als auch für das austauschbare Silikonarmband. Mit einer Garmin Fenix (Fenix 6 Test) ist die Venu aber kaum vergleichbar. Während die Fenix deutlich wuchtiger daher kommt, vermittelt die Venu mit ihren 46,3 Gramm ein Gefühl der Leichtigkeit. Ihr kontrastreiches Display rundet das tolle Gesamtbild ab. Lünette als auch die Dornschließe bestehen aus Edelstahl.

Garmin Venu: Schnellwechsel-Armbänder
Garmin Venu: Schnellwechsel-Armbänder

Bedienung und Watchfaces

Die Menüführung und Steuerung der Venu erfolgt über zwei Tasten auf der rechten Seite des Gehäuses sowie dem Touch-Display. Die rechte obere Taste ist die Aktionstaste und wird gedrückt, wenn man etwa das Gerät ein-/ausschalten, Aktivitäten Starten und Stoppen, das Steuerungsmenü anzeigen (2 Sekunden gedrückt halten), die Notfallhilfe aktivieren (5 Sekunden gedrückt halten) oder Aktionen bestätigen möchte. Die linke untere Taste ist die Zurück-Taste. Mit ihr gelangt man zur vorherigen Seite zurück oder markiert in Aktivitäten neue Runden/neue Sätze.

Und dann ist da noch das vor allem im Alltag sehr hilfreiche Touchdisplay, auf das man wischen, tippen und festhalten kann, um etwa Widgets, diverse Funktionen und Menüs zu steuern oder Aktionen zu bestätigen. Manche Aktionen, wie zum Beispiel das Auswählen eines Sportprofils, können nur über das Touchdisplay ausgewählt werden. Insgesamt finden wir die Bedienung sehr gelungen, intuitiv und zuverlässig.

Mit den vorkonfigurierten Watchface kann der Look der Venu sehr gut den eigenen Vorstellungen angepasst werden. Im Connect Store können weitere Watchfaces auf die Venu heruntergeladen werden. Hier ein paar Watchface Beispiele:

Display

Garmin kann auch AMOLED

Im Venu Test interessiert uns vor allem das neue AMOLED-Display. Die Uhr ist die erste und derzeit einzige des Herstellers mit so einem Display und sticht somit im Vergleich zu anderen Garmin Sportuhren hervor. Mit dem Display rückt das Modell näher an Android-/iOS- oder auch Fitbit-Smartwatches heran. Wie zum Beispiel die TicWatch C2, Apple Watch 3/4 oder Fitbit Versa bzw. Fitbit Versa 2.

Garmin Venu Test
Garmin Venu im Test

Aber letztlich ist sie wie eine Vivoactive 4 mit anderem Display und sich daraus ergebenden Zusatzeigenschaften. Zu diesen zählen etwa hochauflösendere und performantere Darstellungen von Animationen oder auch animierte Watchfaces.

Garmin Venu: Display Screens
Garmin Venu: Display Screens

Auf der anderen Seite kann das AMOLED-Display in bestimmten Situationen im Freien/unter sehr hellen Bedingungen schlechter, weil spiegelnder ablesbar sein. Gerade diesen Aspekt haben wir genauer unter die Lupe genommen, weil wir mit Smartwatches mit (AM)OLED-/LCD-Displays oft die Erfahrung machen mussten, dass auf dem Display dargestellte Daten während des Sports im Freien schwerer bis nicht ablesbar waren.

Weil aber die Helligkeit des Displays sehr gut ist, hatten wir im praktischen Test zu keinem Zeitpunkt Probleme das Display abzulesen. Die Uhr erhöht auch automatisch die Helligkeit, wenn es nötig ist. Hier mal zwei Beispiele dafür, wie es aussehen kann, wenn es in sehr seltenen Fällen ganz blöd läuft und wie es im Normalfall im Freien auf dem Display aussieht:

In Umgebungen wie Fitnessstudios hingegen muss man sich über eine gute Ablesbarkeit keine Sorgen machen. Hier können AMOLED-Displays im Vergleich zu anderen Displays klar ihre Stärken ausspielen. Nachfolgend zeigen wir auch einen direkten Vergleich zu einer Uhr mit transreflektivem MIP-Display, an dem gut zu erkennen ist, dass die Venu über deutlich kräftigere und kontrastreichere Farben verfügt:

Wer was zu den Always-On Optionen wissen möchte: die Venu bietet zwar ein energiehungrigeres Always-On Display, allerdings nur im Sportmodus mit voller Funktionalität. Im normalen Modus im Alltag beschränkt sich Always-On auf die Uhrzeit. Alles andere ist dann nicht mehr sichtbar, das heißt der Hintergrund wird deaktiviert. Laut Garmin hält die Uhr im Alltag und aktivem Always-On Modus etwa 2-3 Tage und 5-7 Tage im normalen Modus durch. Das entspricht in etwa auch unserer Erfahrung. Die Displayhelligkeit lässt sich übrigens sehr gut in den Systemeinstellungen der Uhr konfigurieren, so dass man eventuell über diese Option etwas gegensteuern kann, was die Akkulaufzeit betrifft.

Eine allgemeine Sache ist zu OLED-Displays noch wichtig: man sollte es vermeiden, statische Bilder über längere Zeit mit hoher Helligkeitsstufe anzuzeigen. Denn das könnte zum Einbrennen der Bilder in das Display führen. Deshalb ist es empfehlenswert im Alltag die Timeout-Option der Uhr zu aktivieren. Always-On scheint nicht bei allen Watchfaces verfügbar zu sein, vermutlich aus dem zuvor genannten Grund. Drittanbieter müssen die Option auch explizit einprogrammieren, sonst diese in ihren Watchfaces nicht verfügbar.

Doch lieber transreflektiv?

Ein transreflektives MIP-Display (Memory in Pixel) ist zwar nicht so hochauflösend und die Farben nicht so satt wie bei einem AMOLED-Display, dafür ist es aber dauerhaft im normalen wie auch im Sportmodus eingeschaltet (Always-On Display) und im Freien und gar bei direkter Sonneneinstrahlung sehr zuverlässig und leicht ablesbar. Einen Einfluss auf die Akkulaufzeit hat das bei Uhren mit MIP-Display nicht. Hier ein Beispiel einer Vivoactive 4 und Fenix 6, die auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar sind:

Wem also so eine gute Ablesbarkeit für helle Umgebungen wichtig ist, wirft am besten einen Blick auf andere Garmin Sportuhren. Bei der Garmin Venu ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie im Freien mal schwerer ablesbar ist.

Garmin Venu Test: Im Sport

Kommen wir in diesem Venu Testbericht zu den sportlichen Szenarien und Möglichkeiten dieser GPS Multisport Smartwatch. Besonders hier ist sie vielseitig und mit weiteren Apps aus dem Garmin Connect Store sowie mit ANT‍+ oder Bluetooth Sport-Sensoren erweiterbar. Dazu zählen Herzfrequenz-Brustgurte, Laufsensoren, Geschwindigkeits- und Trittfrequenzsensoren, Varia Smart-Fahrradlichtern und dem Radar, ANT‍+ Temperatursensoren sowie Approach CT10 Golfsensoren.

Wie bei den meisten Sportuhren dieser Preiskategorie fehlt ein automatischer Multisportmodus, der es erlaubt mehrere Sportarten nahtlos als eine Einheit aufzuzeichnen und vor allem für Triathleten interessant ist. Diese Funktion sowie vielseitige Navigations-Optionen bleiben High-End Sportuhren wie der Fenix 5 oder Fenix 6 vorbehalten.

An eine Daten- und Analysetiefe (wie etwa Trainingsbelastung, Trainingseffekt, Erholungszeit) eines Forerunner- oder Fenix-Modells kommt die Venu nicht ganz heran, aber der Mehrzahl derzeit erhältlicher Sportuhren ist sie diesbezüglich immer noch weit überlegen. Denn die sportlichen Instrumente und verfügbare und individuell anpassbare Datenseiten und -felder sucht man bei der Konkurrenz vergebens. Gerade dieses Merkmal ist ein Alleinstellungsmerkmal, das keine Apple WatchPolar– oder Suntoo– oder eine Fitbit-Sportuhr bietet.

Wie die folgenden Abschnitte zeigen werden, spart die Uhr nicht gerade an Einstellungs- und Aufzeichnungsoptionen je Sportprofil. Das gilt auch beispielsweise für Schwimm-, Golf- und Snowboard-Profile. Es stehen jede Menge Datenfelder zum Konfigurieren zur Verfügung. Deshalb kann das Modell auch für Profis interessant sein. Jeder kann die Uhr und was sie während des Sports wo auf den verfügbaren Datenseiten anzeigen soll so konfigurieren, wie es ihm passt.

Anpassungen – Datenfelder

Vor einem Training hat man die Möglichkeit spezifische Profileinstellungen vorzunehmen. So lassen sich beispielsweise die verfügbaren Seiten und ihre Datenfelder sehr gut und detailliert individualisieren. Für die Sportprofile stehen diverse Datenfelder, Alarme sowie Runden- (Auto Lap-) und Auto Pause-Funktionen zur Verfügung. Die Datenfelder werden auf maximal 3 Trainingsseiten dargestellt. Eine eigene 4. nicht editierbare Trainingsseite steht für die Anzeige der aktuellen Herzfrequenz sowie der aktuellen HR-Zone zur Verfügung. Diese lässt sich lediglich ein- oder ausschalten.

Unter den auswählbaren und teils konfigurierbaren Datenfeldern befinden sich beispielsweise (kleiner Auszug):

  • diverse Timer-Felder (wie Rundenzeit, Durchschnittszeit je Runde, Zeit letzte Runde)
  • Distanzfelder (wie Distanz, Rundendistanz, Distanz letzte Runde)
  • Pace (wie Durchschnitts-Pace, Runden-Pace, Pace letzte Runde, maximale Pace)
  • Herzfrequenzfelder (Herzfrequenz, Durchschnitts-HR, Herzfrequenz-Bereich, HR Runde, HR %Max., Zeit in HR-Zone, …)
  • Diverse Schrittfrequenzfelder
  • Diverse Trittfrequenzfelder, Temperaturfelder, Höhenfelder
  • Andere Felder wie Kalorien, Richtung, Temperatur, Höhe und viele mehr

Je Trainingsseite können 1 bis maximal 4 Datenfelder angezeigt werden. Somit können maximal 12 verschiedene Datenfelder gleichzeitig auf den 3 Seiten abgelesen werden. Zusätzlich auf der vierten Datenseite noch die oben genannten HR-Daten.

Anpassungen – Alarme

Die konfigurierbaren Alarme der Garmin Venu sind ebenfalls sehr vielfältig (kleiner Auszug):

  • Herzfrequenz (einzelne Zonenbereiche mit unterer/oberer Alarm auswählbar, auch manuelle Eingabe für max. HF möglich)
  • Geschwindigkeits, Zeit-, Distanz- Tritt-/Schrittfrequenzalarme
  • Benutzerdefinierte Alarme wie Trinken, Essen, Umkehren, Nachhause

Greift einer der Alarme, meldet sich die Uhr via Vibrationsalarm und visuell auf dem Display.

Anpassungen – Sonstiges

Wir zeigen noch ein paar weitere Einstellungsoptionen und belassen es dann bei diesen, denn sonst wird der Rahmen dieses Testberichts gesprengt:

Auf der Venu sind auch einfache Intervall-Trainings vorkonfiguriert. Allerdings sind diese nicht – wie zum Beispiel auf einer Fenix 6 möglich – direkt auf der Uhr editierbar, sondern müssen so wie vordefiniert durchgeführt werden. Über Garmin Connect können aber weit komplexere, eigene Trainings und ganze Trainingspläne, samt Trainingskalender auf die Venu geladen werden. Jeder einzelner Intervallschritt lässt sich vorher auch zur besseren Vorbereitung einsehen:

GPS – Genauigkeit

Für unseren Garmin Venu Test waren wir auch sportlich bereits aktiv und haben dabei im ersten Lauf zuerst ein Auge auf die GPS-Genauigkeit geworfen. In den Optionen wurde GPS/GLONASS aktiviert. Möglich ist auch GPS/Galileo.

Tipp: Wer genauere Aufzeichnungen erzielen möchte, sollte vorher in den System-Einstellungen das Aufzeichnungsintervall auf 1 Sekunde einstellen. Dort ist nämlich die Option Smart Recording voreingestellt, die akkuschonender, aber Strecken dafür ungenauer aufzeichnet. Wissen sollte man, dass sich das 1-Sekunden Aufzeichnungsintervall nur auf die aufzuzeichnenden Daten auswirkt und keinen Einfluss auf tatsächlich gemessene Metriken hat. Das heißt letztlich, dass die Datei, die die Strecke enthält größer wird und mehr Messpunkte aufweist. Der Speicher der Uhr wird also stärker ausgelastet.

Insgesamt kriegt die Venu die Aufzeichnung bei gutem Wetter ganz ordentlich hin und leistet sich keine groben Patzer:

Garmin Venu Test: GPS-Genauigkeit
Garmin Venu Test: GPS-Genauigkeit

Die zurückgelegte Strecke bildet sie insgesamt sehr gut ab. Zoomt man etwas in das Bild hinein, sind an wenigen Stellen etwas ungenauere Aufzeichnungen erkennbar. So zum Beispiel beim Laufen unter einer Brücke (gelbe Markierung). Tatsächlich gelaufen wurde die rote Markierung. Aber andere schwierige Passagen (enge Kurven, über Brücke, unter Bäumen,…) meistert sie dann doch sehr gut. Insgesamt sind wir mit der GPS-Aufzeichnung bislang zufrieden:

Garmin Venu Test: GPS-Genauigkeit
Garmin Venu Test: GPS-Genauigkeit

Pulsgenauigkeit konstantes Laufen

Während des Venu Tests war parallel unser Polar H10 HR-Brustgurt dabei. Dadurch können wir gegenmessen, wie genau die Venu den Puls misst. Die zwei Messkurven über die Zeit übereinandergelegt sehen wie folgt aus (Garmin Venu: hellblau, Polar H10: lila):

Garmin Venu Test Herzfrequenz: Venu: hellblau, Polar H10 HR-Brustgurt: lila
Garmin Venu Test Herzfrequenz: Venu: hellblau, Polar H10 HR-Brustgurt: lila

Insgesamt sieht die Messung ordentlich aus, aber wir haben auch bessere in anderen Tests gesehen. Vor allem einige der Spitzen haben wir so nicht erwartet, die gehören da nicht hin. Die Messkurve erinnert uns ein bisschen an die der Vivoactive 4, die ähnliche Spitzen aufweist. Diese beeinflussen sicher im Endergebnis auch die leicht unterschiedlichen Durchschnittswerte. Bei der optischen Pulsmessung können viele Faktoren die Messung verfälschen, siehe dazu unser FAQ Artikel zu optischen Pulssensoren in Sportelektronik. Das heißt, dass HR-Messungen nicht bei jedem so aussehen müssen. Die Durchschnittswerte sehen in der Summe ok aus:

Garmin Venu: HR-Messung Genauigkeit 
Garmin VenuPolar H10
HR Durchschnitt (S/min)158155
HR Max. (S/min)174173

Pulsgenauigkeit Intervalltraining

Wir haben mit der Venu auch ein kleines Intervalltraining durchgeführt und wollten schauen wie die Venu bei schnellen Änderungen der Herzfrequenz reagiert. Gerade mit Intervalltraining haben optische Pulssensoren so ihre Probleme und kommen oft nicht mit, das heißt die HR-Werte werden nur sehr verzögert aufgezeichnet. Die Venu reagiert zeitlich ganz gut, aber hier und da bricht sie etwas ein. Die Fenix 6 machte das etwas besser. Wer viel Intervalltraining betreibt, sollte also auch ein Auge auf sie werfen.

Garmin Venu Test Intervalltraining: Venu: dunkelgrün, Polar H10 HR-Brustgurt: hellgrün
Garmin Venu Test Intervalltraining: Venu: dunkelgrün, Polar H10 HR-Brustgurt: hellgrün

Die Durchschnittswerte können sich aber sehen lassen. Der Pulssensor der Uhr zeigt, dass mit ihr Intervalltraining durchaus möglich ist. Je aufgewärmter man ist, desto besser sollten die Ergebnisse aussehen:

Garmin Venu: HR-Messung Genauigkeit Intervalltraining
Garmin VenuPolar H10
HR Durchschnitt (S/min)149150
HR Max. (S/min)176174

Die Software-Frage: Venu Updates inklusive?

Wir haben einige Monate nach unserem Venu Test geschaut, ob der Hersteller die Software weiterentwickelt und Fehler beseitigt. Bei der Venu sieht das ganz gut aus. Beim Blick in die Updatehistorie zeigt sich, dass inzwischen Version 5 angeboten wird (Stand: September 2020). Das ist ein Zeichen dafür, dass der Hersteller die Uhr nicht einfach links liegen lässt und sich um sie kümmert.

Dabei sind ein paar kleinere, neue Features dazugekommen wie zum Beispiel eine Intervall-Option während Cardiotrainings. Desweiteren wurden viele Bugs bereinigt. Einerseits sind Bugs ärgerlich, andererseits ist es beruhigend zu wissen, dass die Software aktuell gehalten und stabilisiert wird und das Gerät beim Hersteller nicht in der Versenkung verschwindet.

Garmin Venu oder Vivoactive 4

Wir haben auch einen ausführlichen Vergleich zwischen Venue, Vivoactive 4 und Vivoactive 3 (Music), in dem wirklich alle Unterschiede vermerkt sind. Hier gibt es nur ein paar Hinweise und Unterschiede zwischen Venu und Vivoactive 4.

Die kostspieligere Garmin Venu empfiehlt sich, wenn vorzugsweise in dunkleren Umgebungen trainiert wird oder wenn das Display mehr in Richtung einer Apple Watch oder Fitbit-Uhr gehen soll. Das bedeutet etwa hochauflösendere und performantere Darstellungen von Animationen oder auch animierte Watchfaces. Zum Display gibt es ja weiter oben in diesem Venu Test ausführliche Informationen.

Im Gegenzug muss sich der Käufer einer Venu mit etwas kürzeren Akkulaufzeiten zufrieden geben. Diese kommt nicht ganz an vergleichbare aktuelle Garmin Modelle mit transreflektiven Displays heran, übertrumpft aber die meisten Android- und Apple-Smartwatches um einige Tage deutlich. Es ist davon auszugehen, dass bei Deaktivierung nicht genutzter Funktionen die Akkulaufzeit noch deutlich erhöht werden kann.

Die meisten Eigenschaften teilen sich die neuen Modelle Garmin Vivoactive 4 und Garmin Venu, da die Hardware im Gehäuse identisch ist. Aber was sind die wesentlichen Unterschiede? Diese verdeutlicht der folgende Vergleich zwischen Vivoactive 4, Vivoactive 4 S und Garmin Venu.

Garmin Vivoactive 4S vs Vivoactive 4 vs Venu
 Vivoactive 4 SVivoactive 4Venu
Garmin Vivoactive 4 (Bild: Garmin)Garmin Vivoactive 4 (Bild: Garmin)Garmin Venu (Bild: Garmin)
Abmess. (mm)40 x 40 x 12,745,1 x 45,1 x 12,843 x 43 x 12
Gewicht (Gramm)405046,3
Gehäusemat.PolymerPolymerPolymer
Lünettenmat.EdelstahlEdelstahlEdelstahl
Armbandtyp (Stegbreite)Quick Change (18 mm)Quick Change (22 mm)Quick Change (20 mm)
Displaymat.Gorilla GlasGorilla GlasGorilla Glas
Displaytyptransreflektives MIP Farb-Touchdisplaytransreflektives MIP Farb-TouchdisplayAMOLED Farb-Touchdisplay
Displaygröße27,9 mm (1,1")33 mm (1,3")30,4 mm (1,2")
GPS | GLONASS | Galileo | Connected GPS● | ● | ● | ○● | ● | ● | ○● | ● | ● | ○
Bluetooth | ANT+ | WLAN● | ● | ●● | ● | ●● | ● | ●
Barometer | Kompass | Gyroskop● | ● | ●● | ● | ●● | ● | ●
Acceleromet. | Thermomet. | Helligkeits-Sensor● | ● | ○● | ● | ○● | ● | ○
Integrierter Speicherplatz4 GB4 GB4 GB
Akkulaufzeit | mit GPS (bis zu)7d | 13h8d | 15h5d | 20h
Wasserdicht bis50 m (5 ATM)50 m (5 ATM)50 m (5 ATM)
UVP ab (EUR)279,99299,99349,99
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Garmin Venu Test: Fazit

Wir haben vor unserem Garmin Venu Test gehofft, dass der Hersteller durch die Einführung eines AMOLED-Displays seine Kerngebiete nicht vernachlässigt. Zu diesen gehören die allgemeine Ausstattung, die in jeder Hinsicht hervorragende Unterstützung für Sportworkouts, sehr gute Akkulaufzeiten, die Interaktion mit dem Smartphone sowie die Verarbeitungsqualität.

Und tatsächlich bietet Garmin mit der Venu eine sehr gute Balance aus eben diesen Stärken und dem neuen AMOLED-Display, das hochauflösend ist und über satte Farben verfügt. Auch viele Android-Smartwatches oder auch die Apple Watch sind mit derartigen Displays oder Varianten davon ausgestattet. Während bei ihnen aber vor allem das Display zu eher mauen Akkulaufzeiten von etwa 1 bis 3 Tagen führt, schafft die Venu 5 bis 7 Tage ohne Kompromisse. Das heißt, alle Smartwatch-Funktionen, regelmäßiges Training und Garmins bekannte Sportfunktionen ohne Einschränkungen inbegriffen. Wir hoffen uns für die Zukunft weitere Top-Modelle des Herstellers mit AMOLED-Display.

Die Akkulaufzeit kommt zwar nicht ganz an vergleichbare aktuelle Garmin Modelle mit transreflektivem Display heran, übertrumpft aber die meisten Android- und Apple-Smartwatches um einige Tage deutlich. Bei Deaktivierung nicht genutzter Funktionen, lässt sich die Akkulaufzeit noch spürbar erhöhen.

Die Bedienung und Gestaltung der Widgets gefallen uns sehr gut. Auch die Konfigurierbarkeit ist Garmin-typisch sehr gut. Jeder kann die Venu so einstellen wie es für ihn am sinnvollsten ist und erhält ein Trainingsinstrument, das keine Workarounds oder sonstige Anstrengungen benötigt, um nach Belieben und strukturiert zu trainieren.

Sportlich sehen wir in älteren Softwareversionen gute Ergebnisse. Das betrifft die GPS-Genauigkeit als auch den Pulssensor, wobei dieser noch etwas Verbesserungspotenzial hat. An den regelmäßigen Softwareupdates ist jedoch erkennbar, dass immer weiter verbessert wird.

Wer vielseitigere Outdoor- und umfangreiche Fitnessanalyse-Funktionen benötigt, die bis ins kleinste Detail gehen, kann auch einen Blick auf die Fenix 6 werfen. Wer eher durchgehend im Freien Sport treibt und mehr Akkulaufzeit mit Always-On Display benötigt schaut sich die sonst fast identische Vivoactive 4 mit transreflektivem Display an. Bei der Konkurrenz gerne auch eines der Polar Vantage-Modelle (M oder V) oder auch neuere Polar Grit X.

Garmin Venu: Kaufen, Preise, Verfügbarkeiten

Die Garmin Venu ist bereits erhältlich. Der UVP-Preis beginnt bei 349,- €.

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Alternativen

Wir hoffen, unser Garmin Venu Test hat Ihnen gefallen. Als Alternativen schlagen wir folgende Sportuhren vor:

  • Garmin Vivoactive 4
  • Polar Grit X
  • Fitbit Versa 2

Garmin Vivoactive 4: Trainingsende

Die bis auf das Display identische Garmin Vivoactive 4 ist vor allem in helleren Umgebungen vorteilhafter und preislich interessanter.

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Die Fitbit Versa 2 ist besonders für Sportbegeisterte geeignet, die sich einen sportlichen und smarten Allrounder mit tollem Display und sehr guter App wünschen. Er verfügt auch über einen lokalen Musikspeicher. GPS kann nur über das Smartphone genutzt werden.

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