Garmin Venu Test: Mit AMOLED, aber so gut wie eine oldschool Garmin? [Updates]

Im Garmin Venu Test zeigen wir, dass die GPS-Sportuhr mit ihrem AMOLED-Display zwar die etwas andere, aber dennoch eine waschechte Fitnessuhr des Herstellers ist. Das spiegelt sich nicht nur in den verfügbaren und neu hinzugekommenen Merkmalen und der guten Akkulaufzeit wieder, sondern auch in praktisch identischen, sportlichen Eigenschaften wie sie in anderen Modellen zu finden sind.

Preislich beginnt sie bei 349,- Euro (UVP), wobei sie zwischenzeitlich im Handel aber deutlich günstiger zu haben ist. Lohnt sich also das AMOLED-Upgrade? Alle Antworten gibt es hier im Erfahrungsbericht.

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Garmin Venu Test
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Garmin Venu: Highlights

Garmin gibt für die Venu GPS-Fitnessuhr Highlights bekannt, die bei vielen Sportler sicher schon bekannt sind. Diese sind auf aktuellem Stand und praktisch identisch zu denen der neuen Garmin Vivoactive 4. Nutzer müssen sich also keine Sorge darüber machen, dass sie aus sportlicher Sicht Kompromisse eingehen.

Garmin Venu
Garmin Venu

Zu den sportlichen und weiteren Highlights gehören:

  • GPS, GLONASS, Galileo
  • 1,2″ AMOLED Display mit einer Auflösung von 390 x 390 Pixel
  • Garmin Elevate-Technologie für die Herzfrequenzmessung am Handgelenk
  • Barometrischer Höhenmesser, Kompass, Gyroskop, Beschleunigungsmesser, Thermometer, Pulsoximeter-Akklimatisierung
  • Wasserdichtigkeit bis zu 5 ATM (zum Schwimmen geeignet)
  • Pulsmessung beim Schwimmen (Tipps und nähere Hinweise zur Genauigkeit der HR-Messung während des Schwimmens mit Garmin Uhren)
  • Fitness- und Gesundheitstracking (Pulse Ox, Body Battery, Atemfrequenz, Relax Alarm, Wasserkonsum, Menstruationszyklus-Tracking)
  • Atemübungen und mehr als 40 animierte Workouts direkt auf der Uhr zum einfachen Nachmachen
  • über 20 vorinstallierte Sport-Apps wie Laufen, Schwimmen inklusive dem neuen Yoga 2.0 und Pilates
  • Workouts und Trainingspläne sowie individuelle Laufpläne auf die Uhr herunterladbar
  • integrierter Musikspeicher (ca. 500 Titel) für die Wiedergabe über direkt koppelbare Bluetooth Kopfhörer (Smartphone kann zu Hause bleiben)
  • Music Streaming: Amazon Music, Deezer, iHeartRadio und Spotify
  • automatische Unfall-/Notfall-Benachrichtigung während bestimmter Aktivitäten
  • Batterielaufzeit im Smartwatch-Modus 5 bis 7 Tage, GPS-Modus: bis zu 20 Stunden
  • Garmin Pay Funktion für das bargeldlose Bezahlen (mit den Partnern Boon, VIMpay & Mastercard)
  • 20mm Standard Quick Release Bands: somit können beliebige Standard Armbänder angebracht werden

Im Vergleich zur Vivoactive 3 und ihrer Music-Variante Vivoactive 3 Music sind also einige neue Features hinzugekommen. Eine etwas abgespeckte Variante ist inzwischen mit der Venu Sq verfügbar. Einen detaillierten Vergleich gibt es weiter unten.

Garmin Venu

Im Garmin Venu Test werden wir sehen, dass die Uhr ein sportliches Komplettpaket mit Smartwatchfunktionen für das Handgelenk ist. Es gibt wenig auszusetzen und es werden auch keine Workarounds o.ä. benötigt, um sportliche Ziele zu erreichen und voran zu kommen. Desweiteren lässt sich die eh schon großzügige Funktionsvielfalt der Uhr durch Apps erweitern.

Einsteiger unterstützt sie durch vielfältige Fitnessfeatures und ausgewogene Trainingspläne und fortgeschrittenen Sportlern bietet sie darüberhinaus die Option weitere wichtige Sensoren unproblematisch in das Training einzubinden und bei Bedarf Garmin-typisch unglaublich viel Spielraum bei der Anpassung von Sportprofilen.

Bei der guten Verarbeitung gibt es keine Überraschung. Das gilt für das Polymer-Gehäuse samt Display als auch für das austauschbare Silikonarmband. Mit einer Garmin Fenix (Fenix 6 Test) ist die Venu aber kaum vergleichbar. Während die Fenix deutlich wuchtiger daher kommt, vermittelt die Venu mit ihren 46,3 Gramm ein Gefühl der Leichtigkeit. Ihr kontrastreiches Display rundet das tolle Gesamtbild ab. Lünette als auch die Dornschließe bestehen aus Edelstahl.

Garmin Venu: Schnellwechsel-Armbänder
Garmin Venu: Schnellwechsel-Armbänder

Die Menüführung und Steuerung der Venu erfolgt über zwei Tasten auf der rechten Seite des Gehäuses sowie dem Touch-Display. Die rechte obere Taste ist die Aktionstaste und wird gedrückt, wenn man etwa das Gerät ein-/ausschalten, Aktivitäten Starten und Stoppen, das Steuerungsmenü anzeigen (2 Sekunden gedrückt halten), die Notfallhilfe aktivieren (5 Sekunden gedrückt halten) oder Aktionen bestätigen möchte. Die linke untere Taste ist die Zurück-Taste. Mit ihr gelangt man zur vorherigen Seite zurück oder markiert in Aktivitäten neue Runden/neue Sätze.

Und dann ist da noch das vor allem im Alltag sehr hilfreiche Touchdisplay, auf das man wischen, tippen und festhalten kann, um etwa Widgets, diverse Funktionen und Menüs zu steuern oder Aktionen zu bestätigen. Manche Aktionen, wie zum Beispiel das Auswählen eines Sportprofils, können nur über das Touchdisplay ausgewählt werden. Insgesamt finden wir die Bedienung sehr gelungen, intuitiv und zuverlässig.

Mit den vorkonfigurierten Watchface kann der Look der Venu sehr gut den eigenen Vorstellungen angepasst werden. Im Connect Store können weitere Watchfaces auf die Venu heruntergeladen werden. Hier ein paar Watchface Beispiele:

Venu kommt mit AMOLED-Display

Das Display der Venu ist mit keinem anderen Modell von Garmin vergleichbar. Der Hersteller setzt in der Regel auf transreflektive MIP-Displays (Memory in Pixel), die dauerhaft eingeschaltet und in fast jeder Umgebung ausgezeichnet ablesbar sind. Vor allem in helleren Umgebungen.

Uns interessiert vor allem das neue AMOLED-Display. Die Uhr ist die erste und derzeit einzige des Herstellers mit so einem Display und sticht somit im Vergleich zu anderen Garmin Sportuhren hervor. Mit dem Display rückt das Modell näher an Android-/iOS- oder auch Fitbit-Smartwatches heran. Wie zum Beispiel die TicWatch C2, Apple Watch 3/4, Fitbit Versa 2 oder Fitbit Versa 3.

Garmin Venu: gutes Display
Garmin Venu: gutes Display

Aber letztlich ist sie wie eine Vivoactive 4 mit anderem Display und sich daraus ergebenden Zusatzeigenschaften. Zu diesen zählen etwa hochauflösendere und performantere Darstellungen von Animationen oder auch animierte Watchfaces.

Garmin Venu: Display Screens
Garmin Venu: Display Screens

Auf der anderen Seite kann das AMOLED-Display in bestimmten Situationen im Freien/unter sehr hellen Bedingungen schlechter, weil spiegelnder ablesbar sein. Gerade diesen Aspekt haben wir im Test genauer unter die Lupe genommen, weil wir mit Smartwatches mit (AM)OLED-/LCD-Displays oft die Erfahrung machen mussten, dass auf dem Display dargestellte Daten während des Sports im Freien schwerer bis nicht ablesbar waren.

Weil aber die Helligkeit des Displays sehr gut ist, hatten wir im praktisch zu keinem Zeitpunkt Probleme das Display abzulesen. Die Uhr erhöht auch automatisch die Helligkeit, wenn es nötig ist. Hier mal zwei Beispiele dafür, wie es aussehen kann, wenn es in sehr seltenen Fällen ganz blöd läuft und wie es im Normalfall im Freien auf dem Display aussieht:

In Umgebungen wie Fitnessstudios hingegen müssen Nutzer sich über eine gute Ablesbarkeit keine Sorgen machen. Hier können AMOLED-Displays im Vergleich zu anderen Displays klar ihre Stärken ausspielen. Nachfolgend zeigen wir auch einen direkten Vergleich zu einer Uhr mit transreflektivem MIP-Display, an dem gut zu erkennen ist, dass die Venu über deutlich kräftigere und kontrastreichere Farben verfügt:

Wer was zu den Always-On Optionen wissen möchte: die Venu bietet zwar ein energiehungrigeres Always-On Display, allerdings nur im Sportmodus mit voller Funktionalität. Im normalen Modus im Alltag beschränkt sich Always-On auf die Uhrzeit. Alles andere ist dann nicht mehr sichtbar, das heißt der Hintergrund wird deaktiviert.

Eine allgemeine Sache bezüglich OLED-Displays sollten Nutzer kennen: es sollte vermieden werden statische Bilder über längere Zeit mit hoher Helligkeitsstufe anzuzeigen. Denn das könnte zum Einbrennen der Bilder in das Display führen. Deshalb ist es empfehlenswert im Alltag die Timeout-Option der Uhr zu aktivieren. Die Always-On-Option ist nicht bei allen Watchfaces verfügbar, vermutlich aus dem zuvor genannten Grund. Drittanbieter von Watchfaces müssen die Option auch explizit einprogrammieren, sonst sind diese in ihren Watchfaces nicht verfügbar.

Venu: Doch lieber transreflektiv?

Wer bereits ein Garmin Wearable mit MIP-Displays (Memory in Pixel) besitzt, wird seine Vorteile zu schätzen wissen und bei der Venu vermutlich bezüglich des Displays skeptisch sein. Ein transreflektives MIP-Display ist zwar nicht so hochauflösend und die Farben nicht so satt wie bei einem AMOLED-Display, dafür ist es aber inklusive aller Informationen dauerhaft im normalen wie auch im Sportmodus eingeschaltet (Always-On Display). Im Freien und gar bei direkter Sonneneinstrahlung ist es auch sehr zuverlässig und leicht ablesbar. Auch hat es keinen Einfluss auf die Akkulaufzeit. Hier ein Beispiel einer Vivoactive 4 und Fenix 6, die auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar sind:

Wem also so eine gute Ablesbarkeit für helle Umgebungen wichtig ist, wirft am besten einen Blick auf andere Garmin Sportuhren. Bei der Venu ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie im Freien mal schwerer ablesbar ist.

Vielseitig im Sport

Die Venu von Garmin bietet Sportlern vielseitige und individuell konfigurierbare Sportprofile. Sie lässt sich auch mit weiteren Apps aus dem Connect Store des Herstellers sowie mit ANT‍+ oder Bluetooth Sport-Sensoren erweitern. Dazu zählen Herzfrequenz-Brustgurte, Laufsensoren, Geschwindigkeits- und Trittfrequenzsensoren, Varia Smart-Fahrradlichtern und dem Radar, ANT‍+ Temperatursensoren sowie Approach CT10 Golfsensoren.

Ein Multisportmodus, der es erlaubt mehrere Sportarten nahtlos als eine Einheit aufzuzeichnen ist leider nicht verfügbar. Dieser ist vor allem für Triathleten interessant. Wem das wichtig ist, empfehlen wir die Triathlon-Uhr Forerunner 745 oder die Outdooruhr Fenix 6.

An eine Daten- und Analysetiefe (wie etwa Trainingsbelastung, Trainingseffekt, Erholungszeit) eines Forerunner- oder Fenix-Modells kommt die Venu nicht ganz heran, aber der Mehrzahl derzeit erhältlicher Sportuhren ist sie diesbezüglich immer noch weit überlegen. Denn die sportlichen Instrumente und verfügbare und individuell anpassbare Datenseiten und -felder ist ein Alleinstellungsmerkmal, das man man bei der Konkurrenz vergebens sucht.

Vor einem Training haben Sportler die Möglichkeit spezifische Profileinstellungen vorzunehmen. So lassen sich beispielsweise die verfügbaren Seiten und ihre Datenfelder sehr gut und detailliert individualisieren. Für die Sportprofile stehen diverse Datenfelder, Alarme sowie Runden- (Auto Lap-) und Auto Pause-Funktionen zur Verfügung. Die Datenfelder werden auf maximal 3 Trainingsseiten dargestellt. Eine eigene 4. nicht editierbare Trainingsseite steht für die Anzeige der aktuellen Herzfrequenz sowie der aktuellen HR-Zone zur Verfügung. Diese lässt sich lediglich ein- oder ausschalten.

Unter den auswählbaren und teils konfigurierbaren Datenfeldern befinden sich beispielsweise (kleiner Auszug):

  • diverse Timer-Felder (wie Rundenzeit, Durchschnittszeit je Runde, Zeit letzte Runde)
  • Distanzfelder (wie Distanz, Rundendistanz, Distanz letzte Runde)
  • Pace (wie Durchschnitts-Pace, Runden-Pace, Pace letzte Runde, maximale Pace)
  • Herzfrequenzfelder (Herzfrequenz, Durchschnitts-HR, Herzfrequenz-Bereich, HR Runde, HR %Max., Zeit in HR-Zone, …)
  • Diverse Schrittfrequenzfelder
  • Diverse Trittfrequenzfelder, Temperaturfelder, Höhenfelder
  • Andere Felder wie Kalorien, Richtung, Temperatur, Höhe und viele mehr

Je Trainingsseite können 1 bis maximal 4 Datenfelder angezeigt werden. Somit können maximal 12 verschiedene Datenfelder gleichzeitig auf den 3 Seiten abgelesen werden. Zusätzlich auf der vierten Datenseite noch die oben genannten HR-Daten.

Die konfigurierbaren Alarme der Venu sind ebenfalls sehr vielfältig (kleiner Auszug):

  • Herzfrequenz (einzelne Zonenbereiche mit unterer/oberer Alarm auswählbar, auch manuelle Eingabe für max. HF möglich)
  • Geschwindigkeits, Zeit-, Distanz- Tritt-/Schrittfrequenzalarme
  • Benutzerdefinierte Alarme wie Trinken, Essen, Umkehren, Nachhause

Greift einer der Alarme, meldet sich die Uhr via Vibrationsalarm und visuell auf dem Display. Wir zeigen noch ein paar weitere Einstellungsoptionen und belassen es dann bei diesen, denn sonst wird der Rahmen dieses Testberichts gesprengt:

Auf der Uhr sind auch einfache Intervall-Trainings vorkonfiguriert. Allerdings sind diese nicht – wie zum Beispiel auf einer Fenix 6 möglich – direkt auf der Uhr editierbar, sondern müssen so wie vordefiniert durchgeführt werden. Über Connect können aber weit komplexere, eigene Trainings und ganze Trainingspläne, samt Trainingskalender auf die Venu geladen werden. Jeder einzelner Intervallschritt lässt sich vorher auch zur besseren Vorbereitung einsehen:

GPS – Genauigkeit

Für unseren Garmin Venu Test waren wir auch sportlich aktiv und haben dabei im ersten Lauf zuerst ein Auge auf die GPS-Genauigkeit geworfen. In den Optionen wurde GPS/GLONASS aktiviert. Möglich ist auch GPS/Galileo.

Tipp: Wer genauere Aufzeichnungen erzielen möchte, sollte vorher in den System-Einstellungen das Aufzeichnungsintervall auf 1 Sekunde einstellen. Dort ist nämlich die Option Smart Recording voreingestellt, die akkuschonender, aber Strecken dafür ungenauer aufzeichnet. Wissen sollte man, dass sich das 1-Sekunden Aufzeichnungsintervall nur auf die aufzuzeichnenden Daten auswirkt und keinen Einfluss auf tatsächlich gemessene Metriken hat. Das heißt letztlich, dass die Datei, die die Strecke enthält größer wird und mehr Messpunkte aufweist. Der Speicher der Uhr wird also stärker ausgelastet.

Insgesamt kriegt die Fitnessuhr die Aufzeichnung bei gutem Wetter ganz ordentlich hin und leistet sich keine groben Patzer:

Garmin Venu Test: GPS-Genauigkeit
Garmin Venu Test: GPS-Genauigkeit

Die zurückgelegte Strecke bildet sie insgesamt sehr gut ab. Zoomt man etwas in das Bild hinein, sind an wenigen Stellen etwas ungenauere Aufzeichnungen erkennbar. So zum Beispiel beim Laufen unter einer Brücke (gelbe Markierung). Tatsächlich gelaufen wurde die rote Markierung. Aber andere schwierige Passagen (enge Kurven, über Brücke, unter Bäumen,…) meistert sie dann doch sehr gut. Insgesamt sind wir mit der GPS-Aufzeichnung bislang zufrieden:

Garmin Venu Test: GPS-Genauigkeit
Garmin Venu Test: GPS-Genauigkeit

Pulsgenauigkeit

Während der sportlichen Aktivitäten mit der Venu war stets parallel unser Polar H10 HR-Brustgurt dabei. Mit ihm können wir gegenmessen, wie genau die Uhr den Puls misst. Die zwei Messkurven über die Zeit übereinandergelegt sehen wie folgt aus (Garmin Venu: hellblau, Polar H10: lila):

Garmin Venu Test Herzfrequenz: Venu: hellblau, Polar H10 HR-Brustgurt: lila
Garmin Venu Test Herzfrequenz: Venu: hellblau, Polar H10 HR-Brustgurt: lila

Insgesamt sieht die Messung ordentlich aus, aber wir haben auch schon bessere Ergebnisse bei anderen Uhren gesehen. Vor allem einige der Spitzen haben wir so nicht erwartet, die gehören da nicht hin. Die Messkurve aus dem Test erinnert uns ein bisschen an die der Vivoactive 4, die ähnliche Spitzen aufweist. Diese beeinflussen sicher im Endergebnis auch die leicht unterschiedlichen Durchschnittswerte. Bei der optischen Pulsmessung können viele Faktoren die Messung verfälschen, siehe dazu unser FAQ Artikel zu optischen Pulssensoren in Sportelektronik. Das heißt, dass HR-Messungen nicht bei jedem so aussehen müssen. Die Durchschnittswerte sehen in der Summe ok aus:

Garmin Venu: HR-Messung Genauigkeit 
Garmin VenuPolar H10
HR Durchschnitt (S/min)158155
HR Max. (S/min)174173

Pulsgenauigkeit Intervalltraining

Wir haben mit der Uhr auch ein kleines Intervalltraining durchgeführt und wollten schauen wie sie bei schnellen Änderungen der Herzfrequenz reagiert. Gerade mit Intervalltraining haben optische Pulssensoren so ihre Probleme und kommen oft nicht mit, das heißt die HR-Werte werden nur sehr verzögert aufgezeichnet. Der optische Sensor reagiert zeitlich ganz gut, aber hier und da bricht er etwas ein. Die Fenix 6 machte das etwas besser. Wer viel Intervalltraining betreibt, sollte also auch ein Auge auf sie werfen.

Garmin Venu Test Intervalltraining: Venu: dunkelgrün, Polar H10 HR-Brustgurt: hellgrün
Garmin Venu Test Intervalltraining: Venu: dunkelgrün, Polar H10 HR-Brustgurt: hellgrün

Die Durchschnittswerte können sich aber sehen lassen. Der Pulssensor der Uhr zeigt, dass mit ihr Intervalltraining durchaus möglich ist. Je aufgewärmter man ist, desto besser sollten die Ergebnisse aussehen:

Garmin Venu: HR-Messung Genauigkeit Intervalltraining
Garmin VenuPolar H10
HR Durchschnitt (S/min)149150
HR Max. (S/min)176174

Akkulaufzeit

Im Test der Venu von Garmin entsprechen unsere Erfahrungen mit der Akkulaufzeit in etwa den Angaben des Herstellers. Laut ihm hält die Uhr im Alltag und aktivem Always-On Modus etwa 2-3 Tage und 5-7 Tage im normalen Modus durch. Das können wir so bestätigen. Die Akkulaufzeit lässt sich gut über die Displayhelligkeit beeinflussen. Diese lässt sich sehr gut in den Systemeinstellungen der Uhr konfigurieren.

  • Batterielaufzeit Beispiele
    • Smartwatch-Modus: Bis zu 5 Tage mit Fitness-Tracker-Funktionen und Herzfrequenzmessung am Handgelenk rund um die Uhr
    • GPS-Modus: bis zu 20 Stunden
    • GPS-Modus mit Musik: Bis zu 6 Stunden

Die Software-Frage: Venu Updates inklusive?

Wir haben einige Monate nach unserem Venu Test geschaut, ob der Hersteller die Software weiterentwickelt und Fehler beseitigt. Bei der Venu sieht das ganz gut aus. Beim Blick in die Updatehistorie zeigt sich, dass inzwischen Version 5 angeboten wird (Stand: September 2020). Das ist ein Zeichen dafür, dass der Hersteller die Uhr nicht einfach links liegen lässt und sich um sie kümmert.

Dabei sind ein paar kleinere, neue Features dazugekommen wie zum Beispiel eine Intervall-Option während Cardiotrainings. Desweiteren wurden viele Bugs bereinigt. Einerseits sind Bugs ärgerlich, andererseits ist es beruhigend zu wissen, dass die Software aktuell gehalten und stabilisiert wird und das Gerät beim Hersteller nicht in der Versenkung verschwindet.

Garmin Venu oder Vivoactive 4? Oder doch Venu Sq?

Wir haben auch einen ausführlichen Vergleich zwischen Venue, Vivoactive 4 und Vivoactive 3 (Music) sowie einen detaillierten Venu Sq oder Venu Vergleich mit Auswahltipps für das richtige Modell. In diesen sind wirklich alle Unterschiede vermerkt. Hier gibt es nur ein paar Hinweise und Unterschiede zwischen Venu und Vivoactive 4. Die Uhren unterscheiden sich tatsächlich lediglich in den Displays und daraus resultierenden Eigenschaften wie die Akkulaufzeit und einigen Kleinigkeiten.

Die kostspieligere Garmin Venu empfiehlt sich, wenn vorzugsweise in dunkleren Umgebungen trainiert wird oder wenn das Display mehr in Richtung einer Apple Watch oder Fitbit-Uhr gehen soll. Das bedeutet etwa hochauflösendere und performantere Darstellungen von Animationen oder auch animierte Watchfaces. Zum Display gibt es ja weiter oben in diesem Venu Test ausführliche Informationen. Es gibt keine separate Music-Ausführung mehr. Musikspeicher und alle wichtigen Funktionen stecken nun bei jeder Variante unter einer Haube.

Im Gegenzug muss sich der Käufer einer Venu mit etwas kürzeren Akkulaufzeiten zufrieden geben. Diese kommt nicht ganz an vergleichbare aktuelle Garmin Modelle mit transreflektiven Displays heran, übertrumpft aber die meisten Android- und Apple-Smartwatches um einige Tage deutlich. Es ist davon auszugehen, dass bei Deaktivierung nicht genutzter Funktionen die Akkulaufzeit noch deutlich erhöht werden kann.

Die meisten Eigenschaften teilen sich die neuen Modelle Garmin Vivoactive 4 und Garmin Venu, da die Hardware im Gehäuse identisch ist. Aber was sind die wesentlichen Unterschiede? Diese verdeutlicht der folgende Vergleich zwischen Vivoactive 4, Vivoactive 4 S und Garmin Venu.

Tipp zur Tabellensteuerung: Mobilgerät: Wischen, Desktop: linker Mausklick irgendwo in Tabelle, dann mit den links-/rechts-Tasten der Tastatur.
Garmin Vivoactive 4/4S vs Venu vs Venu Sq (Music) vs Vivoactive 3 vs Vivoactive 3 Music
 Vivoactive 4 / 4SVenuVenu Sq (Music)Vivoactive 3Vivoactive 3 Music
Garmin Vivoactive 4 (Bild: Garmin)Garmin Venu (Bild: Garmin)Garmin Venu Sq Review (Bild: Garmin)Garmin Vivoactive 3Garmin Vivoactive 3 Music Review (Bild: Garmin)
Abmess. (mm)
  • 4S: 40 x 40 x 12,7
  • 4: 45.1 x 45.1 x 12.8

43,2 x 43,2 x 12,437 x 40,6 x 11,543,4 x 43,4 x 11,743,1 x 43,1 x 13,6
Handgelenk-Umfang (mm)
  • 4S: 110 bis 175
  • 4: 135 bis 200

125 bis 190125 bis 190127 bis 204127 bis 204
Gewicht (Gramm)
  • 4S: 40
  • 4: 50

46,337,64339
Gehäusemat.PolymerPolymerPolymerPolymerPolymer
Lünettenmat.EdelstahlEdelstahlEloxiertes AluminiumEdelstahl-
Armbandtyp (Stegbreite)
  • 4S: Quick Change (18 mm)
  • 4: Quick Change (22 mm)

Quick Change (20 mm)Quick Change (20 mm)Quick Change (20 mm)Quick Change (20 mm)
Taste(n)22211
TouchdisplayJaJaJaJaJa
Display-TypMIP transreflektivAMOLED Farb-TouchdisplayTFT Farb-TouchdisplayMIP transreflektivMIP transreflektiv
Display-Mat.Corning Gorilla Glas 3Corning Gorilla Glas 3Corning Gorilla Glas 3Corning Gorilla Glas 33D Gorillaglas
Display-Größe
  • 4S: 27,9 mm (1,1")
  • 4: 33 mm (1,3")

30,4 mm (1,2")33 mm (1,3")30,4 mm (1,2")30,4 mm (1,2")
Display-Auflösung (Pixel)
  • 4S: 218x218
  • 4: 260x260

390x390240x240px240x240240x240
Schwarze Display-Hintergr.-Farbe im TrainingJaJaJaJaJa
Helle Display-Hintergr.-Farbe im TrainingJaNeinNeinJaJa
Einbrenn-Gefahr bei stat. Hintergr.-BildernNeinJa-NeinNein
GPS | GLONASS | Galileo● | ● | ●● | ● | ●● | ● | ●● | ● | ●● | ● | ●
Bluetooth | ANT+ | WLAN● | ● | ●● | ● | ●● | ● | ●● | ● | ●● | ● | ●
Barometer | Kompass | Gyroskop | Pulsoximeter● | ● | ● | ●● | ● | ● | ●○ | ● | ○ | ●● | ● | ● | ○● | ● | ● | ○
Acceleromet. | Thermomet. | VIRB-Fernbedienung● | ● | ○● | ● | ○● | ● | ○● | ● | ●● | ● | ●
Yoga Workouts | Pilates Workouts | On-screen Workout Animationen | Atemfrequenz● | ● | ● | ●● | ● | ● | ●● | ● | ○ | ●○ | ○ | ○ | ○○ | ○ | ○ | ○
Notfallhilfe-Assistent | Body Battery Energie-Monitor | HR-Messung am Handgelenk unter Wasser● | ● | ●● | ● | ●● | ● | ●○ | ○ | ○● | ○ | ○
Musik-Speicher4 GB4 GB256 MB [Music-Variante: 4 GB]-4 GB
Amazon Music, Spotify, eigene SongsJaJaJa (Music-Variante)-Ja
MODELLVivoactive 4 / 4SVenuVenu Sq (Music)Vivoactive 3Vivoactive 3 Music
Akkulaufzeit | mit GPS (bis zu)
  • 4S: 7d | 13h (GPS-Modus mit Musik 5h)
  • 4: 8d | 15h (GPS-Modus mit Musik 6h)

5d | 20h (GPS-Modus mit Musik 6h)6d | 14h (GPS-Modus mit Musik 6h)7d | 13h7d | 13h (GPS-Modus mit Musik 5h)
Wasserdicht bis50 m (5 ATM)50 m (5 ATM)50 m (5 ATM)50 m (5 ATM)50 m (5 ATM)
UVP ab (EUR)
  • 4S: 279,99
  • 4: 299,99

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Garmin Venu Test: Fazit

Wir haben vor unserem Garmin Venu Test gehofft, dass der Hersteller durch die Einführung eines AMOLED-Displays seine Kerngebiete nicht vernachlässigt. Zu diesen gehören die allgemeine Ausstattung, die in jeder Hinsicht hervorragende Unterstützung für Sportworkouts, sehr gute Akkulaufzeiten, die Interaktion mit dem Smartphone sowie die Verarbeitungsqualität.

Und tatsächlich bietet Garmin mit der Venu eine sehr gute Balance aus eben diesen Stärken und dem neuen AMOLED-Display, das hochauflösend ist und über satte Farben verfügt. Das Display macht im vergleich zu anderen Uhren des Herstellers je nach Einsatzgebiet einen großen Unterschied aus. Auch viele Android-Smartwatches oder auch die Apple Watch sind mit derartigen Displays oder Varianten davon ausgestattet. Während bei ihnen aber vor allem das Display zu eher mauen Akkulaufzeiten von etwa 1 bis 3 Tagen führt, schafft die Venu 5 bis 7 Tage ohne Kompromisse. Das heißt, alle Smartwatch-Funktionen, regelmäßiges Training und Garmins bekannte Sportfunktionen ohne Einschränkungen inbegriffen. Wir hoffen uns für die Zukunft weitere Top-Modelle des Herstellers mit AMOLED-Display.

Die Akkulaufzeit kommt zwar nicht ganz an vergleichbare aktuelle Garmin Modelle mit transreflektivem Display heran, übertrumpft aber die meisten Android- und Apple-Smartwatches um einige Tage deutlich. Bei Deaktivierung nicht genutzter Funktionen, lässt sich die Akkulaufzeit noch spürbar erhöhen.

Die Bedienung und Gestaltung der Widgets gefallen uns sehr gut. Auch die Konfigurierbarkeit ist Garmin-typisch sehr gut. Jeder kann die Venu so einstellen wie es für ihn am sinnvollsten ist und erhält ein Trainingsinstrument, das keine Workarounds oder sonstige Anstrengungen benötigt, um nach Belieben und strukturiert zu trainieren.

Sportlich sehen wir in älteren Softwareversionen gute Ergebnisse. Das betrifft die GPS-Genauigkeit als auch den Pulssensor, wobei dieser noch etwas Verbesserungspotenzial hat. An den regelmäßigen Softwareupdates ist jedoch erkennbar, dass immer weiter verbessert wird.

Wer vielseitigere Outdoor- und umfangreiche Fitnessanalyse-Funktionen benötigt, die bis ins kleinste Detail gehen, kann auch einen Blick auf die Fenix 6 werfen. Wer eher durchgehend im Freien Sport treibt und mehr Akkulaufzeit mit Always-On Display benötigt schaut sich die sonst fast identische Vivoactive 4 mit transreflektivem Display an. Etwas günstiger mit fast identischen Merkmalen geht es mit der neuen Venu Sq. Bei der Konkurrenz gerne auch eines der Polar Vantage-Modelle (M oder V) oder auch neuere Polar Grit X.

Garmin Venu: Kaufen, Preise, Verfügbarkeiten

Die Garmin Venu ist bereits in verschiedenen Farbvarianten wie Schwarz mit Gold, Sandfarben mit Roségold, Granitblau mit Silber oder Schwarz mit Schieferfarben erhältlich. Der UVP-Preis beginnt bei 349,- €.

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Alternativen

Wir hoffen, unser Garmin Venu Test hat Ihnen gefallen. Als Alternativen schlagen wir folgende Sportuhren vor:

  • Garmin Venu Sq
  • Garmin Vivoactive 4
  • Polar Grit X
  • Fitbit Versa 2

Garmin Venu Sq (Music) Test

Technisch ähnlich ist die Garmin Venu Sq und vor allem preislich sehr interessant. Sie, bietet ein ähnliches Featureset.

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Garmin Vivoactive 4: Trainingsende

Die bis auf das Display identische Garmin Vivoactive 4 ist vor allem in helleren Umgebungen vorteilhafter und preislich interessanter.

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Polar Grit X

Die Polar Grit X ist besonders für Sportler geeignet, die sich einen vielseitigen GPS-Allrounder mit innovativen Fitness-Features wünschen.

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Fitbit Versa 2 Test

Die Fitbit Versa 2 ist besonders für Sportbegeisterte geeignet, die sich einen sportlichen und smarten Allrounder mit tollem Display und sehr guter App wünschen. Er verfügt auch über einen lokalen Musikspeicher. GPS kann nur über das Smartphone genutzt werden.

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