Polar Vantage V Test: Alles, was Sie wissen müssen

Wir haben uns den Polar Vantage V im Test vorgeknüpft. Er ist der große Bruder der Vantage M, die beide zusammen offiziell die Nachfolge der V800 antreten. Sie unterscheiden sich aber merklich vom Vorgänger. Wir schauen insbesondere auf den neuen mit 9 LEDs ausgestatteten Pulsmesser. Auch die Bedienung ist ein Thema, die in einem Video ausführlich gezeigt wird. Nachfolgend unser Vantage V Erfahrungsbericht.

Polar Vantage V Test: Fazit

Zur Markteinführung sah unser Fazit im Polar Vantage V Test noch anders aus. Displayeigenschaften, das Fehlen vieler Features und der Feinschliff an der Software führten damals zu einem nicht ganz so positiven Fazit. Inzwischen sieht es beim großen Bruder der Vantage M deutlich besser aus. Natürlich sind auf Polars neueste Coaching Features sowie Profi-Features installiert und sie sind großartig.

Dadurch, dass Polar die Updatetermine konsequent einhielt, was auch nicht immer selbstverständlich ist, hat sich die Vantage V und Vantage M weiterentwickelt und decken nun auch die mit der Ignite vorgestellten neuen Polar Features ab. Dazu gehören unter anderem Nightly Recharge und Sleep Plus Stages. Diese machen Vantage nun kompletter, so dass sie auch 24/7 einen besseren Überblick über die Fitness bietet. Im Dezember 2019 kommt noch FitSpark hinzu, das aufbauend auf Erholung und Trainingshistorie täglich passende Trainingsvorschläge unterbreitet.

Sportlich schlägt sich die Vantage ganz gut, wobei die GPS-Genauigkeit gut, aber nicht perfekt ist. Auch der weiterentwickelte Pulssensor kann sich durchaus mit einem HR-Brustgurt messen, wobei Ergebnisse individuell anders ausfallen können. Besonders die adaptiven Trainingspläne finden wir gelungen. Die erreichbaren Akkulaufzeiten sind hervorragend. Bei der Konkurrenz schaut man sich auch die Garmin Fenix 6 Pro an.

Polar Vantage V

Polar Vantage V Test
Polar Vantage V Test
  • Ausstattung
  • Trainingspläne
  • 24/7-Tracking
  • Akkulaufzeit
  • GPS, Galileo, GLONASS, QZSS
  • HR-Brustgurt
  • Multisportmodus
 
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Polar Vantage

Die Highlights -- Zeit für was Neues

Die Fitnessuhren von Polar zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie auch für Trainingseinheiten eine lange Akkulaufzeit bieten, langlebig sind und ein gut ablesbares Display haben. Außerdem sind viele in Polars Fitnessplattform Flow beherbergte smarte Coaching Funktionen zu nennen, die es vor allem ehrgeizigen Sportlern ermöglichen das Training intelligenter zu gestalten.

Meinung vieler Polarfans war bislang, dass das Topmodell V800 so langsam in die Jahre gekommen ist und ihm ein technisches Upgrade zu Gute kommen würde. Polar andererseits vertrat den Standpunkt, dass ein Nachfolger erst bei nennenswertem technischen Fortschritt und Innovation Sinn macht. Nun ist wohl der Augenblick gekommen, die beiden Modelle Vantage V und M sind in Polars Augen dieser Fortschritt, der neue Produkte sinnvoll macht und der Konkurrenz das Fürchten lehren soll. Hier sind vor allem Garmin und Suunto hervorzuheben. Eine Einstellung, die man teilen kann finden wir.

Was neu und anders ist

Werfen wir einen Blick auf den Vantage und den im Vergleich zum Vorgänger neuen oder verbesserten Eigenschaften. Einzelheiten folgen in den Abschnitten weiter unten:

  • Zwei Modelle: Polar Vantage V (Nachfolger des Premiummodells V800), Polar Vantage M (so was wie der Nachfolger der kleineren Polar M430)
  • Precision Prime: neuer Pulssensor mit 9 LEDs, der auch bei intensivsten Trainingseinheiten eine genaue Pulsmessung ermöglichen soll, nicht nur bei konstanten Laufeinheiten.
  • Running Power (nur V-Modell): weltweit erste handgelenksbasierte Power (Watt) Messung während des Trainings. Das heißt, dass man Echtzeitdaten zur Effektivität des Trainings erhält.
  • Recovery Pro (nur V-Modell) & Training Load Pro: verbesserte und anschaulichere Informationen zur Trainingsbelastung und Erholung, die der Trainingssteuerung dienen. Für Recovery Pro ist ein Polar H10 HR-Brustgurt notwendig.
  • Hautkontaktsensor: ermittelt, ob die Uhr tatsächlich am Handgelenk angelegt ist.
  • Neues GPS-Chipset von Sony
  • Neues, rundes Uhr- und Displaydesign: V-Modell mit Tochscreen, M-Modell ohne
  • Reduzierung des Gewichts: Modell V von 79 auf 66 Gramm, Modell M von 66 auf 45 Gramm

Updates schreiten voran

Anfangs fehlten der Vantage V viele Features, der UVP-Preis war dennoch nicht ohne. In der Zwischenzeit hat Polar wie versprochen geliefert. Das geht bei Bugfixes los und geht bis hin zu neuen Features, die eine Zeit lang nur auf der neueren Fitness-Uhr Polar Ignite verfügbar waren.

Wichtige nachgelieferte Features sind zum Beispiel:

  • Smartphone-Benachrichtigungen
  • Fitnesstest: am Handgelenk als auch via HR-Brustgurt
  • Nightly Recharge: nächtliche Erholungsanalyse
  • Sleep Stages Plus: sehr detaillierte Aufzeichnungen über Schlaf und Schlafzyklen
  • Routenführung für heruntergeladene Routen (nur Vantage V)
  • Galileo/QZSS Satellitenunterstützung
  • Back-to-start Navigation
  • Dauerhaft aktivierbare Display-Hintergrundbeleuchtung während des Trainings

Im Dezember 2019 kommen noch FitSpark sowie auf Vantage V Strava Segmente. Wer sich alle Vantage Release Notes sowie geplante Updates ansehen möchte: Polars Seite für geplante Vantage Updates informiert darüber.

Gehäuse

Das neue runde Edelstahl-Gehäuse und das Display lässt den neuen Vantage (V und M) im Vergleich zum Vorgänger radikal anders erscheinen, was die meisten von uns erfreuen dürfte.

Während die Polar V800 als auch die Polar M430 eckigere Züge haben, sehen wir jetzt wie auch Polar dem Trend der runden Displays folgt.

Polar Vantage V
Polar Vantage V

Bedienung

Der Vantage M wird ausschließlich über die fünf Edelstahltasten auf den Gehäuseseiten gesteuert. Aus unserer Sicht sind für eine Sportuhr vor allem Tasten unabdingbar. Diese lassen sich in nahezu jeder Lage gut bedienen, sei es bei schlechten Wetterbedingungen, im Wasser oder mit schwitzigen Fingern.

Der Vantage V hingegen verfügt neben den Tasten zusätzlich über ein Touchdisplay. Ein Touchdisplay führt nicht dazu, dass eine Sportuhr besser und leichter zu bedienen ist. Das konnten wir bei anderen Herstellern immer wieder beobachten. Und auch der Vantage hatte hier in älteren Softwareversionen seine Macken wie unser Video (weiter unten) aus dem Vantage V Test zeigt. Aber im Alltag ist die Steuerung durch die Menüs dann doch intuitiver und schneller.

Display

Die Vantage V hat ein 1,2 Zoll großes Farb-Touch-Display, das von einem Gorilla-Verbundglas geschützt wird und mit einer Anti-Fingerprint-Beschichtung versehen ist. Die Auflösung liegt bei 240 x 240, die in etwa auch bei der Konkurrenz zu finden ist.

Das Display bietet zwar nicht so satte Farben wie beispielsweise ein AMOLED-Display einer Garmin Venu oder Apple Watch, die das sicherlich meisterhaft umsetzen. Dafür erhält man bei Polar eine deutlich bessere Akkulaufzeit. Außerdem ist es dauerhaft eingeschaltet (Always-On Display) und im Freien sehr zuverlässig und leicht ablesbar, was für die zuvor genannten Uhren nicht immer gilt. Hier Beispiele:

Situativ kann die Hintergrundbeleuchtung aktiviert werden, während des Trainings ist das inzwischen auch dauerhaft möglich.

Bedienung und verfügbare Seiten

Für unseren Polar Vantage V Test haben wir ein kleines Video zu Bedienung und verfügbaren Datenseiten erstellt:

Polar Vantage: Precision Prime Pulsmessung

Das Highlight und Alleinstellungsmerkmal der Polar Vantage ist das neue Pulssensorkonstrukt auf der Rückseite des Gehäuses. Wer die Tage die Fitnessnews mitverfolgt hat, hat vielleicht auch Meldungen zum Fortschritt von optischen Pulsmesser mitbekommen. Erst neulich kündigte Apple bei der Vorstellung der neuen Watch 4 eine in den USA zugelassene EKG-Messung, die direkt am Handgelenk vorgenommen wird. Nun meldet sich Polar mit gleich 9 aktiven Mess-LEDs und verkündet eine neue Kombination an Sensoren, die die unter den Sportwearables genaueste Handgelenk-Pulsmessung ermöglicht.

Und wie hat Polar das erreicht?

    1. Neun optische Kanäle, die mit unterschiedlichen LED-Farben (grün und orange) und Wellenlängen arbeiten
    2. Neu entwickelte elektronische Sensoren zur Hautkontaktmessung
    3. 3D-Beschleunigungssensor

Diese Kombination führt zu höherer Sensibilität, höherer Geschwindigkeit und der bisher größten Genauigkeit der optischen Pulsmessung, so der Hersteller.

Polar Vantage V Pulsmesser
Polar Vantage V Pulsmesser

Orange LEDs wurden in der Vergangenheit auch von anderen Herstellern eingebaut (wie etwa TomTom oder Fitbit), jedoch sind sie nie oder noch nicht aktiviert worden. Wir können nicht sagen wieso, aber Anwendungsfälle für diese sind durchaus vorhanden. Vor allem dunkleren Hauttypen dürften die orangen LEDs zu Gute kommen, deren Licht die Haut besser durchdringen kann. Bislang verbaute grüne LEDs funktionieren am besten auf helleren Hauttypen. Wer mehr dazu wissen möchte, wir haben eine FAQ zur optischen Pulsmessung zusammengestellt.

Der neue Sensor zur Hautkontaktmessung wird sicherstellen, dass der Sensor erst dann misst, wenn auch wirklich ein Hautkontakt vorliegt. Bei anderen Herstellern misst der Pulssensor auch dann weiter, wenn der Sensor eigentlich zu weit weg von der Haut ist, was die Messung verfälschen kann.

Polar sagt, dass der Vantage sogar beim Schwimmen funktioniert und genauere Einblicke in Aspekte wie Trainingsbelastung und Kalorienverbrauch bietet. Deswegen ist wohl die Unterstützung für einen HR-Brustgurt während des Schwimmens gestrichen worden.

In Kombination mit dem Polar H10 Brustgurt kitzelt man noch mehr Funktionen aus der Vantage heraus. Darunter beispielsweise den orthostatischen Test, der unter anderem die Herzfrequenzvariabilität (HRV) ermittelt. Der Test dient vor allem der Überwachung des Gleichgewichts zwischen Training und Erholung. Wer mehr zur HRV in Sportuhren erfahren möchte, folgt dem Link, der das Thema ausführlich erläutert.

Polar Vantage V Test: Sport und Fitness

Pulsmessergenauigkeit

Im Sport wollten wir den Pulsmesser als erstes einem Stresstest unterziehen. Einfach konstant Laufen reichte uns für eine Uhr mit 9 Pulsmesser-LEDs nicht, das schauen wir uns weiter unten an. Wir wählen also eine für einen optischen Pulsmesser extreme Sportart, die unterschiedliche und schnell wechselnde Laufgeschwindigkeiten bietet und abwechslungsreich ist. Da bietet sich Fußball an, in unserem Falle Hallenfußball mit einigen Auswechslungspausen während des Spiels. Parallel wurde der Polar H10 Brustgurt getragen, um gegenzumessen. Hier das Ergebnis:

Polar Vantage V vs H10 Fußball
Polar Vantage V (orange) vs H10 (blau): Extrembeispiel Fußball

Nach anfänglichen Problemen (erste drei Minuten), die sich durch ordentliches Aufwärmen vermeiden lassen, schwingt sich der Pulsmesser der Vantage V gut mit dem Brustgurt ein. Allerdings hängt er typischerweiser oft ein paar Momente hinterher. An einigen Stellen zeigt die Grafik auch, dass der Vantage deutlich hinterherhängt und es verpasst mit dem Brustgurt mitzuziehen. Nämlich meistens nach den Pausen, wenn der Spieler wieder aufs Feld geht und wieder Vollgas gibt.

Insgesamt liegt der Vantage V bei der für optische Pulsmesser anspruchsvollen Sportart Fußball nicht ganz daneben. Im Schnitt gibt es folgende Werte:

  • Polar Vantage V
    • Durchschnitts-HR: 137 S/min
    • Max. 179 S/min
  • Polar H10
    • Durchschnitts-HR: 141 S/min
    • Max: 181 S/min

Bei konstanten Laufeinheiten sieht es deutlich anders aus. Wie der Polar Vantage darauf reagiert sieht man hier:

Polar Vantage V vs Polar H10 Brustgurt
Polar Vantage V (blau) vs Polar H10 Gurt (orange)

Erwartungsgemäß stellt sich der Vantage besser an und liefert vergleichsweise gute Ergebnisse. Allerdings benötigt er dafür knapp 5 Minuten, wie man anhand der Grafik gut erkennen kann. Auch hier fehlte das vorherige Aufwärmen und so hat der Vantage ähnliche Probleme wie vergleichbare Sportuhren mit optischem Pulsmesser. Wir starten das Training immer bewusst ohne Aufwärmen, um eine Sportuhr zu loben, wenn sie von Anfang bis Ende genau misst. Dieser Fall kommt jedoch selten vor.

Der Vantage V braucht sogar ziemlich lang, um mit dem HR-Brustgurt H10 mitzuhalten und so spiegelt sich dieser Umstand auch in den um 3 Schlägen abweichenden Durchschnitts-HR-Werten wider. Die Übersicht:

  • Polar Vantage V
    • Durchschnitts-HR: 152 S/min
    • Max. 171 S/min
  • Polar H10
    • Durchschnitts-HR: 155 S/min
    • Max: 171 S/min

GPS Genauigkeit

Werfen wir einen Blick darauf wie genau der Polar Vantage GPS-Daten verarbeitet. Insgesamt bildet er Strecken ordentlich ab, leistet sich aber auch einige Ungenauigkeiten. Hier mal ein Beispiel dafür, dass er mal ein paar Meter daneben liegen kann. In blau ist die tatsächlich gelaufene Strecke markiert:

Polar Vantage GPS Test
Polar Vantage GPS (orange: Vantage, blau: tatsächlich gelaufen)

Es ist offensichtlich, dass der Vantage zackigere Strecken nicht sauber abbildet. Man kann nur spekulieren woran es liegt. Möglicherweise muss Polars Algorithmus nur justiert werden oder der neue GPS-Chipsatz von Sony gibt nicht mehr her, was sehr schade wäre. Mit dem Software-Update 3.2.10 gab es auch GPS-Verbesserungen. Zusätzlich unterstützt die Vantage V seit dem größeren Software-Update 4.0 Galileo-/QZSS-Satelliten. Leider konnten wir die Updates im Polar Vantage V Test nicht mehr ausprobieren, aber man kann davon ausgehen, dass die GPS-Genauigkeit mit den Updates verbessert wurde. Vor allem, wenn man weiß welche Satelliten-Typen sich gerade in der Mehrzahl über einem befinden. Dafür gibt es Apps, die das anzeigen. Mit der dann besten Lokalisierungs-Einstellung kann man dann für eine optimale Aufzeichnung sorgen.

Polar Vantage: Alltag

Der Vantage lässt sich sehr gut dauerhaft tragen, denn er ist komfortabel und leicht. Auch optisch macht er am Handgelenk was her. Das Koppeln mit einem iPhone (8 Plus) klappte problemlos, ein erstes Software-Update führte er gleich kabellos via Flow App durch.

Man merkte ihm aber zur Markteinführuing an, dass er an der ein oder anderen Stelle Verbesserungsbedarf hatte. Das begann beispielsweise bei der Individualisierbarkeit der Datenseiten, Watchfaces oder der Displayhelligkeit sowie der Anzeige des Akkustandes, die zwar vorhanden war, aber kam und ging, wenn ihr danach war. Anscheinend immer dann, wenn man den Arm hebte, um auf das Display zu schauen. Solche Bugs dürften aber seit den letzten Updates der Vergangenheit angehören. Neben Bugfixes wurden auch Features nachgereicht, so in etwa Smartphone Benachrichtigungen, eine Tastensperrenfunktion, Back-to-Start und vieles mehr.

Der Akku hält sehr lange und ist einer der Stärken der Vantage-Modelle. Im Sportmodus mit 1-Sekunden Aufzeichnunsintervall hält die Vantage V bis zu 40, die Vantage M bis zu 30 Stunden durch. Leider hat die Vantage keinen Powermanager wie er neuerdings in der Garmin Fenix 6 vorgestellt wurde, der es erlaubt die Akkulaufzeit zu steuern. Dies wird beispielsweise durch die Abschaltung nicht benötigter Funktionen oder längerer Aufzeichnugsintervalle erreicht.

Auch im Alltag hält der Akku lange. Auch inklusive der 24/7 Pulsmessung (der Pulsmesser ist dann dauerhaft aktiv), einer Sporteinheit über 90 Minuten inkl. GPS und viel Rumspielerei mit der Uhr war der Akku nach 5 Tagen noch lange nicht erschöpft. Schaltet man nicht benötigte Funktionen ab, kann man sich über noch längere Akkulaufzeiten freuen.

Neue Fitness-Features

Sleep Plus Stages und Nightly Recharge

Mit dem großen Software-Update 4.0 sind innovative Fitness-Features auf die Vantage-Modelle gekommen, die es so auch bei der Konkurrenz nicht gibt. Bei Sleep Plus Stages und Nightly Recharge ist der Dreh- und Angelpunkt der Schlaf. Dabei wird ein Großteil der Arbeit unbemerkt nachts erledigt und als Basis für eine Erholungsanalyse und Fitnesseinschätzung genutzt. Voraussetzung für gute Analysen ist, dass die Uhr auch nachts und über längere Zeiträume getragen wird

  • Nightly Recharge Erholungsanalyse: Ermittelt nachts, wie gut man sich von Stress und vom Training erholt und bietet darauf aufbauend praktische Trainings-Tipps für den folgenden Tag. Hervorzuheben ist, dass Nightly Recharge u.a. auch das autonome Nervensystem (ANS) samt Herzfrequenzvariabilität (HRV) beobachtet. Schlafqualität, Herz- und HRV-Daten sowie die Atemfrequenz werden mit Werten der letzten 28 Tagen verglichen und ergeben den Nightly Recharge Status. Wer sich näher mit dem Thema ANS/HRV auseinandersetzen möchte: in unserem Beitrag „Herzfrequenzvariabilität (HRV) in Sportuhren & Wearables“ erläutern wir, warum moderne Fitnessuhren die HRV messen und das Stressniveau einschätzen sowie Aussagen zu körperlichem Gleichgewicht, Belastungen und Regeneration treffen können.
  • Sleep Plus Stages: Mit Sleep Plus Stages hebt Polar seine Schlaftracking-Fähigkeiten auf ein neues Level. Die Funktion ermittelt nicht nur die Schlafmenge, sondern auch die Schlafqualität. Einzelne Schlafphasen werden detailliert in Schlafmetriken wie Schlafkontinuität, Länge von Schlafunterbrechungen, Schlafzyklens sowie REM-/Tief-/Leichtschlaf aufgeschlüsselt und fließen in einen Schlafindex. Dieser numerische Wert zeigt, wie erholsam man geschlafen hat.

Die Polar Vantage lässt den Besitzer mit all diesen Metriken nicht allein. Jede einzelne Metrik und ihre Bedeutung für Gesundheit und Fitnesszustand wird ausführlich in der App als auch auf den Webseiten des Herstellers erläutert. Auch auf der Uhr sind Daten zu Nightly Recharge und Sleep Plus Stages für die letzte Nacht abrufbar.

Der Screenshot links zeigt eine Nachtmessung nach einem anstrengenden Tag. Am Tag darauf war an ein Training tatsächlich nicht zu denken, sondern eher Regeneration angesagt. Das war auch der Vorschlag von Polar Flow. Der Screenshot rechts stammt aus einer Nacht, in der die Schlafqualität deutlich besser und der Schlaf erholsamer war. Dementsprechend konnte auch mit voller Stärke trainiert werden. Auch Polar Flow schlug morgens vor ein normales Training zu betreiben.

An den obigen Screenshots ist erkennbar, dass Polar auch die Atemfrequenz (Breathing rate) aufzeichnet -- eine Körperfunktion, die ebenfalls durch unser ANS gesteuert wird -- und diese in die Berechnung des täglichen ANS-Score einfließt. Die Atemfrequenz lässt sich aus der HRV errechnen, da die Atmung die HRV-Intervalle beeinflusst. Für Details, siehe unseren oben verlinkten Beitrag zum Thema HRV. Werte über den üblichen 12 bis 20 Atemzügen pro Minute können auf Fieber oder eine beginnende Erkrankung hindeuten. Andere Hersteller bieten schon länger ähnliche Funktionen. Garmin beispielsweise bietet in neueren Modellen eine zum Nightly Recharge vergleichbare Funktion namens Body Battery an, bei der aber die Atmung nicht weiter beachtet wird.

FitSpark

Ab Dezember 2019 wird auch das Feature FitSpark verfügbar sein. Aufbauend auf Fitnesslevel, Trainingshistorie, Erholungsstatus sowie die Tagesform/Nightly Recharge bietet FitSpark direkt auf der Uhr täglich mehrere vordefinierte, bedarfsorientierte Trainingseinheiten aus denen man eine auswählen kann. Die verschiedenen Workouts decken die Kategorien Cardio-Training, Krafttraining und unterstützendes Training. Durchgeführte Workouts samt Statistiken landen anschließend in der Flow App.

Wie immer bei Wearables, sollte man jedoch in erster Linie auf den eigenen Körper hören. Auch wenn man von einer weitestgehend zuverlässigen HR-Messung ausgeht, ist nicht auszuschließen, dass die Uhr mit der Messung daneben liegt oder diese auf andere Weise verfälscht ist. Dass viele Randparameter für eine gute HR-Messung wichtig sind, zeigt unser Artikel zur optischen Pulsmessung in Wearables.

Polar Vantage: Running Power

Ein weiteres Hauptmerkmal der Vantage V ist das Running Power Feature. Die Trainingsmetrik Leistung ist eher als Power Meter aus dem Radsport bekannt, hält aber immer mehr auch im Laufsport Einzug. Ziel dieser Metrik ist es im Laufe der Zeit im Zusammenspiel mit der Pulsmessung mit einem vergleichsweise niedrigerem Pulswert eine höhere Laufleistung zu erzielen. Einfach formuliert, lernen mit weniger Anstrengung mehr zu leisten, effektiver zu werden.

Es ist das erste Mal, dass ein Hersteller die Messung der Laufleistung komfortabel am Handgelenk ermöglicht. Diese zu messen ist derzeit sonst nur über externe Zusatzsensoren möglich. Garmin bietet für seine Topmodelle (wie die Fenix 5) ebenfalls das Running Power Feature, allerdings immer nur in Verbindung mit einem Garmin HR-Brustgurt oder Laufsensor. Garmins Running Power-App ermittelt anhand von Daten wie Pace, vertikaler Bewegung, Steigung und sogar Windbedingungen wie viel Leistung man beim Laufen auf den Boden bringt.

Running Power bietet unmittelbare Daten aus der aktuellen Belastung. Dabei wird aus verschiedenen Leistungsdaten ein leicht ablesbarer Wert erstellt, mit dem während des Trainings oder in der späteren Analyse die Trainingsbelastung herausgelesen werden kann. Der Power (Watt) Wert soll vor allem während kurzen und intensiven Intervallen als schnelle Steuerungsgröße fungieren.

Ein informatives Herstellervideo veranschaulicht die Technik und Idee hinter der Running Power Metrik:

Quelle: Polar

Polar merkt an, dass Running Power eine Outdoor-Trainingsfunktion ist und nur bei bestehender GPS-Verbindung und mit vorhandenem barometrischem Altimeter gemessen werden kann. Deswegen steht die Funktion nur in der Vantage V zur Verfügung.

Polar Vantage vs Ignite: Wichtige Unterschiede

Ein detaillierter Vergleich zwischen der Polar Ignite, Vantage M und Vantage V ist bei uns auch verfügbar, hier die Kurzfassung…

Wieso sind die Vantage-Modelle im Vergleich zur Ignite teurer? Da wären zum Beispiel Profi-Funktionen wie der orthostatische Test, Leistungszonen oder das innovative Feature Running Power zu nennen, das nur auf der Vantage V direkt über das Handgelenk verfügbar ist. Running Power liefert Echtzeitdaten zur Effektivität des Trainings, um die Laufleistung zu verbessern.

Auch sind nur auf der Vantage akkustische Alarme oder Routen-Features wie Routenführung, Routen-Imports oder Back-to-Start-Optionen verfügbar. Genauso wie ein Multisport-Training, das als einheitliche Aufzeichnung über eine Kombination mehrerer Sportarten hinterlegt wird. Dieser Modus ist beispielsweise bei Triathleten sehr gefragt.

Wem wichtig ist, Rundenzeiten manuell zu markieren, wird bei der Ignite leider enttäuscht. Denn diese Option hat Polar laut Featureliste leider ausgespart. Die Polar Ignite markiert Runden nur automatisch. Durch diese Aussparung möchte Polar möglicherweise den ein oder anderen doch dazu zu bewegen zur höherpreisigeren Vantage M zu greifen.

Weiterhin können externe Sensoren wie Trittfrequenz-, Geschwindigkeits- oder Laufsensoren nur mit einer Vantage gekoppelt werden. Die Ignite kann via Bluetooth Smart lediglich einen HR-Brustgurt in das Training einbinden.

Außerdem unterscheiden sich die Akkulaufzeiten deutlich. Während die Ignite eine Trainingszeit mit aktivem GPS von 17 Stunden bietet, sind es bei der Vantage M 30 und bei der Vantage V gar 40 Stunden. Desweiteren gibt es Unterschiede bei der Bedienung der Uhren. Während die Ignite mit nur einer Taste sowie Touchdisplay auskommen muss, bietet die Vantage V gleich 5 Tasten sowie Touchdisplay.

Auch in der Displayauflösung gibt es Unterschiede: Die Vantage-Modelle bieten 240 x 240 Pixel, die Ignite 240 x 204 Pixel.

Polar Vantage: Kaufen & Preise

Der beiden Modelle Polar Vantage V und M sind in folgenden Varianten im Fachhandel erhältlich:

  • Polar Vantage V Black/White/Orange Größen M/L: UVP 499,95 Euro
  • Polar Vantage V Black HR (inkl. HR10 Brustgurt) M/L: UVP 549,95 Euro
  • Polar Vantage M Black/White/Red, Größen S/M/L: UVP: 279,95 Euro
Vantage V ab 384,94 €*
 
Vantage M ab 219,99 €*

Alternativen

Wir hoffen, unser Polar Vantage V Test hat in Ihnen weitergeholfen. Als Alternative schlagen wir folgende Sportuhren vor:

  • Garmin Fenix 6
  • Garmin Forerunner 645
  • Polar M430

Garmin Fenix 6 Pro: Widgets

Die Garmin Fenix 6 ist besonders für Sportbegeisterte geeignet, die sich eine Alternative zur Vantage V wünschen. Der Outdoor-Allrounder hat ebenfalls einen Multisportmodus und eine sehr guter App. Er verfügt auch über einen lokalen Musikspeicher sowie GPS. Er ist für knapp ab 541,03 €* erhältlich.

Garmin Forerunner 645 - Liedersteuerung

Die Garmin Forerunner 645 ist ein Premiummodell der Konkurrenz. Sie bietet Features für Profis, vor allem für Läufer. Außerdem ist ein lokaler Musikspeicher integriert. Sie ist ab 332,99 €* erhältlich.

Polar M430 im Test

Die Polar M430 ist vom Preis-Leistungslevel sehr interessant, sie bietet Smart Coaching, GPS und mit 6 LEDs eine sehr gute Pulsmessung. Sie ist für knapp ab 129,95 €* erhältlich.

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