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Polar Ignite Test: Polar-Qualität für unter 200 EUR?

In diesem Polar Ignite Test gibt es alle wichtigen Details und Messergebnisse zu Polars neuen Fitnessuhr. Erst vor kurzem erschienen Polars Profi Sportuhren Vantage V und M, die der Ignite äußerlich recht ähnlich sehen. Allerdings zielt Polar mit der Ignite eher auf Fitness-Enthusiastinnen und -Enthusiasten ab, die konsequent Fitnessziele verfolgen möchten, sei es im Fitnessstudio, Alltag oder um einfach fitter zu werden.

Umfangreiche Sportfunktionen, die wir uns im Test ebenfalls ansehen werden, runden das neue Modell ab. Einige dieser Funktionen sind, zumindest für eine gewisse Zeit, ausschließlich der Ignite vorbehalten.

Polar Ignite Test: Fazit

  • Übersicht (vorläufig)
  • Testequipment/-log

Was uns gefällt

  • Eine Polar Uhr, die sich nicht nur an Läufer/Triathleten richtet
  • Preis-Leistung
  • Zusammenhängende Betrachtung von Fitnessmetriken

Was uns nicht gefällt

  • Nur eine phys. Taste
  • Während des Sports verzögerte Displayaktivierung (Alternative aber vorhanden)
  • Display könnte etwas zuverlässiger auf Aktionen reagieren

Polar Ignite Deals & Preise

Ab EUR 189,95*

In diesem Testbericht zusätzlich eingesetztes Equipment:

  • Garmin Forerunner 245
  • Polar H10
  • iPhone 8 Plus

Polar Ignite Test: Changelog:

  • 26.06.19: Erste Infos
  • 18.07.19: Erste Testergebnisse

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Polar Ignite: Die Highlights

Die Ignite erweitert die Modellreihe rund um die Polar Vantage V und M, ist aber technisch unter ihnen angesiedelt, auch preislich. Denn mit einem UVP-Einstiegspreis ab 199,95 EUR liegt sie deutlich hinter dem UVP-Preis der Vantage V (499,95 EUR) sowie dem der Vantage M (279,95 EUR). Derzeit bietet die Ignite zwar einige exklusive Funktionen, die allerdings demnächst auch für die Vantage-Modelle verfügbar sein werden. Dazu weiter unten mehr.

Polar Ignite im Test
Polar Ignite im Test

Folgende Produkteigenschaften und Features, wir werden sie uns im Ignite Test noch ganz genau anschauen, können hervorgehoben werden:

  • Integriertes GPS und GLONASS für die Streckenaufzeichnung und Verfolgung von Tempo, Distanz, Höhe und mehr. A-GPS für die schnelle Positionsbestimmung
  • Neuer Pulssensor mit Precision Prime wie bei den Vantage Modellen
  • Display: Farb-Touch-Display (IPS TFT) mit Umgebungslichtsensor (ALS), Auflösung 240 x 204. Dragontrail-Glaslinse
  • Eine Bedienungstaste an der linken Gehäuseseite. Ob die eine Taste ausreicht, um zuverlässig durch das Training zu steuern, zeigt dieser Ignite Test weiter unten.
  • Wasserdicht bis zu einer Tiefe von 30 m (ISO 22810, zum Schwimmen geeignet)
  • Schwimmprofil für das Schwimmbad: erfasst automatisch Puls, Schwimmstil, die Distanz, das Tempo, die Schwimmzüge und die Ruhezeiten
  • Unterstützt über 100 Sportarten, unter anderem Laufen, Radfahren, Laufband, Ellipsentrainer, Cardio, Yoga und viele mehr
  • Running Index: Schätzung des VO2max-Werts beim Laufen und Entwicklung der Laufleistung
  • Adaptive Laufprogramme, Trainingsnutzen und Training Load Pro
  • FitSpark: personalisierte Trainingsvorschläge basierend auf der Erholung, Tagesform und Trainingshistorie
  • Nightly Recharge: Abschätzung über Erholung von Stress und vom Training während des Schlafs
  • Autonomer Modus: Kann ohne andere Geräte oder Verbindungen eingerichtet und genutzt werden. Allerdings ohne das gesamte Funktionsspektrum, das mit Cloud und Polar Flow möglich wäre
  • Smartphone-Benachrichtigungen
  • Kompatibel mit Polar BLE Herzfrequenz-SensorenKompatibel mit Polar BLE Herzfrequenz-Sensoren
  • Echtes Leichtgewicht: Mit Armband 35 g, ohne Armband 21 g
  • Akkulaufzeit: bis zu 5 Tage im Uhren-Modus. Bis zu 17 Stunden im Trainingsmodus mit aktivem GPS

Mit dem Ignite möchte der Spezialist für Laufuhren eine Art allgemeinen Fitness-Assistenten anbieten. Polar betont insbesondere die Schlagwörter Training und Erholung. Um Vorschläge für Workouts und Balance zu unterbreiten zieht die Uhr Daten aus Alltag, Schlaf sowie geleisteten Workouts heran.

Polar Ignite: Display, Design, Bedienung

Haptik überzeugt

Im Vergleich zu den Vantage Modellen M und V, die aus unserem Test bekannt sind, unterscheidet sich die Ignite optisch kaum von ihnen. Denn Polar behält das runde Design bei und folgt somit dem derzeit allgemeinen Trend. Die Verarbeitung, gewählte Materialien und das Design von Gehäuse und Armbänder überzeugen auf ganzer Linie. Das Tragegefühl ist sehr gut, wobei auch das sehr geringe Gesamtgewicht von 35 Gramm dazu beiträgt. Außerdem ist die Ignite sehr flach und sieht somit auf dem Handgelenk nicht so klobig aus.

Wie einige Garmin Sportuhren verfügt die Ignite über Quick Release Bands, die den schnellen Austausch von Armbändern ohne Werkzeug ermöglichen.

Die Ignite hat nur eine Taste, die sich auf der linken Gehäuseseite befindet. Unabhängig davon, ob die Uhr auf dem linken oder rechten Handgelenk getragen wird, wird die Taste somit in der Regel mit dem Daumen bedient. Die Taste kommt zum Einsatz, wenn man in den Trainingsmodus wechseln, ein Menü zurück, ein Training pausieren/stoppen oder die Uhr mit der App synchronisieren möchte.

Für das Training wären noch mehr Tasten sinnvoll, gerade bei schweißtreibenden Sportarten. Im Ignite Test haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich das Display während des Trainings zwar ähnlich gut wie im normalen Uhrmodus bedienen lässt. Allerdings kann es während des Trainings vorkommen, dass es wegen den Wischgesten mit dem Finger verschmiert und deswegen die Ablesbarkeit erschwert wird. Wie gut das Display ist, sehen wir im nächsten Abschnitt.

Wieso kostet die Ignite mit schwarzem Armband weniger?

Der Unterschied zwischen der Ignite mit schwarzem Armband (UVP-Preis 199,95 Euro) und den Modellen mit gelbem oder weißem Armband (UVP-Preis 229,95 Euro) liegt im ausgeliefertem Armband. Das schwarze Armband der günstigeren Ignite besteht aus einem TPU-Kunststoff, der nicht so geschmeidig ist wie das gelbe oder weiße Silikonarmband. Wem also ein angenehmerer Tragekomfort wichtig ist, weicht auf die Silikonvarianten aus. Das schwarze Armband lässt sich aber auch einfach gegen ein anderes austauschen, wenn einem gelb oder weiß nicht willkommen sind. Wir finden das gelbe Armband aus unserem Test aber schon recht peppig.

Display

Die Auflösung des aus Dragontrail Glas gebauten Displays der Ignite liegt bei 240 x 204 Pixel und ist somit etwas geringer als die Displayauflösung der Vantage-Modelle oder einer Garmin Forerunner 245, die allesamt 240 x 240 Pixel bieten. Unterschiede in den dargestellten Zeichen und Grafiken erkennt man aber nur bei ganz genauem Hinsehen. Dafür ist die bei den Vantage-Modellen öfters mal kritisierte Displayhelligkeit bei der Ignite höher, was der Ablesbarkeit vergleichsweise gut tut.

Das Farb-Touch-Display (IPS TFT) der Polar Ignite bietet einen Umgebungslichtsensor und ist in den meisten Fällen gut bedienbar und gut ablesbar. Vor allem in sehr hellen Umgebungen kann das Display etwas spiegeln, was bei ungünstiger Lichteinstrahlung die Ablesbarkeit erschwert. Transflektive MIP-Displays (Memory in Pixel), wie sie in vielen Garmin Modellen verbaut werden, sind in solchen Fällen im Vorteil. Folgendes Bild verdeutlicht dies:

Polar Ignite Test: transflektives MIP-Display (links) vs IPS TFT (rechts)
Polar Ignite Test: transflektives MIP-Display (links, Garmin FR245) vs IPS TFT (rechts, Polar Ignite)

Dafür punktet die Ignite in dunkleren Lichtverhältnissen, etwa in Fitnessstudios, während ein transflektives MIP-Display dann schwerer oder nur mit eingeschalteter Hintergrundbeleuchtung gut ablesbar ist.

Das Display ist leider nicht dauerhaft aktiv, sondern kann nur bei einer entsprechenden Armbewegung oder via Tastendruck aktiviert werden. Während des Sports, und nur dann, besteht die Möglichkeit das Display dauerhaft einzuschalten. Diese Option zu aktivieren ist je nach Sportart auch empfehlenswert, denn wir haben im Ignite Test während des Laufens die Erfahrung gemacht, dass das Display etwas verzögert erst nach ca. 2 bis 3 Sekunden eingeschaltet wird. Das kann unter Umständen auf Dauer, etwa beim Laufen, wo man öfters auf das Display schaut, störend sein. Hier wünschen wir uns eine Nachbesserung von Polar. Auch würden wir uns wünschen, dass zumindest die Uhrzeit dauerhaft sichtbar ist, auch im normalen Uhrmodus.

Wen es stört, dass das Display ungewollt automatisch eingeschaltet wird, kann von der „Bitte nicht stören“-Option Gebrauch machen. Diese sorgt dafür, dass das Display dauerhaft ausgeschaltet und somit schwarz bleibt. Sehr willkommen etwa im dunklen Schlafzimmer. Wissenswert ist noch eine weitere Besonderheit des Displays: Wenn man die Uhr nicht am Handgelenk trägt, sondern etwa lose in der Hand hält, kann es passieren, dass das Display auf Wischgesten nicht reagiert. Für eine zuverlässige Bedienung ist immer eine Berührung beispielsweise mit den Fingern am Gehäuse nötig, was in der Regel auch der Fall ist, wenn man die Uhr in der Hand hat.

Polar Ignite Test: Die neuen Features

Die Polar Ignite ist zwar im Vergleich zu den Vantage Modellen deutlich günstiger, besitzt aber einige vielversprechende Features, die nur ihr vorbehalten sind. Zumindest für eine gewisse Zeit. Denn Polar deutet an, dass die meisten dieser Features via Software-Update auch auf den Vantage-Modellen verfügbar sein werden. Dazu gehören Sleep Plus Stages, Nightly Recharge Erholungsanalyse, FitSpark Trainingsanleitung, Serene Atemübungen sowie Inaktivitätsalarme.

Welche Eigenschaften die Vantage-Modelle kostspieliger machen, verdeutlicht der Abschnitt Unterschiede zu den Vantage-Modellen weiter unten.

Sleep Plus Stages und Nightly Recharge

Ein Dreh- und Angelpunkt der Polar Ignite ist der Schlaf des Besitzers. Einen Großteil der Arbeit verrichtet die Ignite unbemerkt nachts. Dafür sorgen die zwei neuen Funktionen Sleep Plus Stages und Nightly Recharge, die in dieser Form und Detailtiefe derzeit bei der Konkurrenz nicht zu finden ist. Mit diesen Funktionen freunden wie uns im Polar Ignite Test immer mehr an. Vor allem Nightly Recharge ist hier zu nennen. Jedoch benötigt Nightly Recharge etwas Anlaufzeit, mindestens drei Tage, um die wertvollen Informationen zu liefern, die den Ignite zur hochwertigen Fitnessuhr machen.

  • Nightly Recharge Erholungsanalyse: Nightly Recharge ermittelt nachts, wie gut man sich von Stress und vom Training erholt und bietet darauf aufbauend praktische Trainings-Tipps für den folgenden Tag. Hervorzuheben ist, dass Nightly Recharge u.a. auch das autonome Nervensystem (ANS) samt Herzfrequenzvariabilität (HRV) beobachtet. Schlafqualität, Herz- und HRV-Daten sowie die Atemfrequenz werden mit Werten der letzten 28 Tagen verglichen und ergeben den Nightly Recharge Status. Wer sich näher mit dem Thema ANS/HRV auseinandersetzen möchte: in unserem Beitrag „Herzfrequenzvariabilität (HRV) in Sportuhren & Wearables“ erläutern wir, warum moderne Fitnessuhren die HRV messen und das Stressniveau einschätzen sowie Aussagen zu körperlichem Gleichgewicht, Belastungen und Regeneration treffen können.
  • Sleep Plus Stages: Mit Sleep Plus Stages hebt Polar seine Schlaftracking-Fähigkeiten auf ein neues Level. Die Funktion ermittelt nicht nur die Schlafmenge, sondern auch die Schlafqualität. Einzelne Schlafphasen werden detailliert in Schlafmetriken wie Schlafkontinuität, Länge von Schlafunterbrechungen, Schlafzyklens sowie REM-/Tief-/Liechtschlaf aufgeschlüsselt und fließen in einen Schlafindex. Dieser numerische Wert zeigt, wie erholsam man geschlafen hat.

In den ersten Tagen des Tests decken sich Aufzeichnungen sowie Fitnesseinschätzungen und Trainingsvorschläge der Ignite mit dem täglichen Wohlbefinden des Testers. Wir werden weiter beobachten, ob die Ignite die gute Einschätzung der Tagesform beibehalten kann, wobei ja diese mit der Zeit immer besser werden sollte.

Die Polar Ignite lässt den Besitzer mit all diesen Metriken nicht allein. Jede einzelne Metrik und ihre Bedeutung für Gesundheit und Fitnesszustand wird ausführlich in der App als auch auf den Webseiten des Herstellers erläutert. Auch auf der Uhr sind Daten zu Nightly Recharge und Sleep Plus Stages für die letzte Nacht abrufbar.

Sleep Plus Stages und Nightly Recharge Beispiele

Einige Seitenbeispiele für Nightly Recharge in der auch Daten zur HRV-Messung (Beat-to-beat-intervall) zu sehen sind :

Einige Seitenbeispiele für Sleep Plus Stages:

Die App liefert deutlich mehr Infos. Nachfolgend zwei Beispiele für Nightly Recharge. Wie erwähnt sind das jetzt Daten aus den ersten Tagen des Tests. Im Laufe der Zeit, wird wohl der ein oder andere Durchschnittswert anders aussehen. Der Screenshot links zeigt eine Nachtmessung nach einem anstrengenden Tag. Am Tag darauf war an ein Training tatsächlich nicht zu denken, sondern eher Regeneration angesagt. Das war auch der Vorschlag der Ignite/Polar Flow. Der Screenshot rechts stammt aus einer Nacht, in der die Schlafqualität deutlich besser und der Schlaf erholsamer war. Dementsprechend konnte auch mit voller Stärker trainiert werden. Auch die Ignite/Polar Flow schlugen morgens vor ein normales Training zu betreiben.

An den obigen Screenshots ist erkennbar, dass Polar auch die Atemfrequenz (Breathing rate) aufzeichnet – eine Körperfunktion, die ebenfalls durch unser ANS gesteuert wird – und diese in die Berechnung des täglichen ANS-Score einfließt. Die Atemfrequenz lässt sich aus der HRV errechnen, da die Atmung die HRV-Intervalle beeinflusst. Für Details, siehe unseren oben verlinkten Beitrag zum Thema HRV. Werte über den üblichen 12 bis 20 Atemzügen pro Minute können auf Fieber oder eine beginnende Erkrankung hindeuten. Andere Hersteller bieten schon länger ähnliche Funktionen. Garmin beispielsweise bietet in neueren Modellen eine zum Nightly Recharge vergleichbare Funktion namens Body Battery an, aber die Atmung wird nicht weiter beachtet.

FitSpark

Insgesamt ist in Bezug auf die neuen Polar-Funktionen festzuhalten, dass die Ignite wichtige Gesundheitsdaten aus der Nacht nicht nur aufzeichnet, sondern als Grundlage für die Planung des Tages heranzieht und tatsächlich hilfreiche Vorschläge und Rat an den Besitzer liefert. Die meisten anderen Wearable-Hersteller, die wir kennen, machen diese wichtige Verknüpfung nicht und schicken Besitzer blind in ein hartes Training ohne die Nachterholung zu berücksichtigen.

Aufbauend auf Fitnesslevel, Trainingshistorie, Erholungsstatus sowie die Tagesform/Nightly Recharge bietet die Ignite in Form der neuen Funktion FitSpark direkt auf der Uhr täglich mehrere vordefinierte, bedarfsorientierte Trainingseinheiten aus denen man eine auswählen kann:

Geht man tiefer in die FitSpark Menüs hinein, findet man auch einfach animierte Anleitungen zu den vorgeschlagenen Übungen:

Derzeit bietet die Ignite insgesamt 19 verschiedene Workouts aus den Kategorien Cardio-Training, Krafttraining und unterstützendes Training, die nach dem Workout samt Statistiken in der Flow App landen.

Wie immer bei Wearables, sollte man jedoch in erster Linie auf den eigenen Körper hören. Auch wenn die Ignite Hautkontaktsensoren auf der Gehäuserückseite hat und diese weitestgehend eine zuverlässige HR-Messung ermöglichen, ist nicht auszuschließen, dass die Uhr mit der Messung daneben liegt oder diese auf andere Weise verfälscht ist. Dass viele Randparameter für eine gute HR-Messung wichtig sind, zeigt unser Artikel zur optischen Pulsmessung in Wearables.

Polar Ignite: Praxistest

In unserem Ignite Test darf ein weiterer Praxisteil nicht fehlen. Als erstes werfen wir einen Blick darauf, wie sich die Fitnessuhr beim Laufen schlägt. Wir beschränken diesen Abschnitt zunächst auf die GPS- und Puls-Messgenaugkeit unseres ersten Laufs, da diese Ergebnisse für die meisten Leser am interessantesten sind.

GPS Genauigkeit

Die Ignite verfügt über Assisted GPS (A-GPS) und so kann ein Workout in sehr kurzer Zeit gestartet werden, denn der GPS-fix erfolgt in der Regel sehr schnell (< 5 Sekunden). Vor allem, wenn man kürzlich in der Gegend GPS eingesetzt hat und die Uhr regelmäßig mit der Flow App verbunden war.

Im Rahmen des Polar Ignite Tests war bei den ersten Anlaufversuchen auch die Garmin Forerunner 245 dabei, von der wir wissen, dass sie nicht gerade überragende, aber gute GPS-Messdaten liefert. Die FR245 arbeitet im „GPS + GLONASS“-Modus und zeichnet in 1-Sekundenintervallen auf.

Auch wenn sich die FR245 nicht mit Ruhm bekleckert, so zeichnet sie im Vergleich zur Ignite die Strecke besser auf. Die Ignite liegt viel öfters teils meterweit neben der tatsächlich zurückgelegten Strecke und kriegt es selten hin kurvigere Abschnitte/ „Ecken“ gut abzubilden.

Nachfolgend exemplarisch ein Screenshot (Ignite: orange, FR245: blau, tatsächlich gelaufen: rötlich):

Polar Ignite vs Garmin Forerunner 245: GPS
Polar Ignite (orange) vs Garmin FR245 (blau) vs tatsächlich gelaufen (rötlich):  GPS

Dieses Verhalten zieht sich durch die gesamte Aufzeichnung. Mal sehen, ob die Ignite in den nächsten Testläufen besser abschneidet oder Polar in den nächsten Wochen an dieser Stelle etwas nachbessern kann.

Genauigkeit der Pulsmessung

Neben der FR245 war außerdem unser Polar H10 HR-Brustgurt mit an Bord, der völlig unabhängig von den Uhren HR-Daten festgehalten hat. Folgender Screenshot zeigt das Messergebnis der Ignite im Vergleich zum H10 über die Zeit:

Polar Ignite vs Polar H10: Herzfrequenz
Polar Ignite (blau) vs Polar H10 (rot): Herzfrequenz

Wir sehen hier, dass die Ignite teils niedrigere Herzschläge aufzeichnet, was sich ein bisschen im Durchschnittswert der HR Messung niederschlägt. Wir werden weitere Test unternehmen, um auszuschließen, dass die Messung der Ignite verfälscht wurde.

Die FR245 macht es vergleichsweise etwas besser:

Garmin FR245 vs Polar H10: Herzfrequenz
Garmin FR245 (blau) vs Polar H10 (rot): Herzfrequenz

Im Schnitt könnten die Ergebnisse der Ignite besser sein, wie die nachfolgenden Maximal- und Durchschnittswerte zeigen:

  • Polar Ignite Pulsmesser
    • Durchschnitt: 142 S/min
    • Max.: 161 S/min
  • Polar H10 HR-Brustgurt
    • Durchschnitt: 145 S/min
    • Max.: 161 S/min

Polar Ignite: Unterschiede zu den Vantage-Modellen

Ein detaillierter Vergleich zwischen der Polar Ignite, Vantage M und Vantage V ist bei uns auch verfügbar, hier die Kurzfassung…

Für eine hochwertige Fitnessuhr für die etwas kleinere Brieftasche sind das jede Menge Features. Wo also hat Polar im Vergleich zur Vantage gespart? Da wären zum Beispiel Profi-Funktionen wie der orthostatische Test, Leistungszonen oder das innovative Feature Running Power zu nennen, das nur auf der Vantage V direkt über das Handgelenk verfügbar ist. Running Power liefert Echtzeitdaten zur Effektivität des Trainings, um die Laufleistung zu verbessern.

Auch sind keine akkustische Alarme oder Routen-Features wie Routenführung, Routen-Imports oder Back-to-Start-Optionen verfügbar. Genauso wenig ist ein Multisport-Training möglich, das als einheitliche Aufzeichnung über eine Kombination mehrerer Sportarten hinterlegt wird. Dieser Modus ist beispielsweise bei Triathleten sehr gefragt.

Wem wichtig ist, Rundenzeiten manuell zu markieren, wird bei der Ignite leider enttäuscht. Denn diese Option hat Polar laut Featureliste leider ausgespart. Die Polar Ignite markiert Runden nur automatisch. Durch diese Aussparung möchte Polar möglicherweise den ein oder anderen doch dazu zu bewegen zur höherpreisigeren Vantage M zu greifen.

Weiterhin fehlt die Möglichkeit externe Sensoren wie einen Trittfrequenz-, Geschwindigkeits- oder ein Laufsensor zu koppeln. Die Ignite kann via Bluetooth Smart lediglich einen HR-Brustgurt in das Training einbinden.

Außerdem unterscheiden sich die Akkulaufzeiten deutlich. Während die Ignite eine Trainingszeit mit aktivem GPS von 17 Stunden bietet, sind es bei der Vantage M 30 und bei der Vantage V gar 40 Stunden. Desweiteren gibt es Unterschiede bei der Bedienung der Uhren. Während die Ignite mit nur einer Taste sowie Touchdisplay auskommen muss, bietet die Vantage V gleich 5 Tasten sowie Touchdisplay.

Auch in der Displayauflösung gibt es Unterschiede: Die Vantage-Modelle bieten 240 x 240 Pixel, die Ignite 240 x 204 Pixel.

Polar Ignite: Precision Prime Pulssensor

Die Ignite beherbergt den neuen Precision Prime Pulssensor, der auch in den höherpreisigeren Vantage Modellen vorzufinden ist. Precision Prime soll besonders ungenaue Messungen aus übermäßigen Bewegungen verhindern, die zu inkonsistenten Daten führen.

Dafür sorgt unter anderem ein Sensor, der eine Hautkontaktmessung ermöglicht. Liegt ein optischer Pulssensor auf der Gehäuserückseite nicht eng genug am Handgelenk an, kann eine Pulsmessung während Alltag oder Sport etwa durch einfallendes Licht verfälscht werden. Der eingebaute Hautkontaktsensor sorgt dafür, dass die Uhr eine Pulsmessung nur dann vornimmt, wenn sie zuverlässig durchgeführt werden kann.

Polar Ignite kaufen: Preis, Kaufoption, Verfügbarkeit

Der UVP-Preis der Polar Ignite beginnt bei 199,95 EUR. Sie ist bereits in den Farben Schwarz, Weiß und Gelb verfügbar, beispielsweise hier:

Polar Ignite Test

Wir testen die Polar Ignite weiterhin ausführlich und erweitern dieses Review entsprechend.

Alternativen

  • Fitbit Ionic
  • Garmin Vivoactive 3
  • Polar M430

Fitbit Ionic

Die Fitbit Ionic ist besonders für Sportbegeisterte geeignet, die sich einen sportlichen und smarten Allrounder mit tollem Display und sehr guter App wünschen. Er verfügt auch über einen lokalen Musikspeicher sowie GPS. Er ist für knapp EUR 229,99* erhältlich.

Garmin Vivoactive 3 Test

 

Die Garmin Vivoactive 3 ist eine sehr gute Alternative, wenn man einen Allrounder mit vielen Features sucht. Sie bietet Features für Einsteiger und Profis, vor allem für Läufer. Auch ein Modell mit integriertem Musikspeicher ist verfügbar. Sie ist für knapp EUR 169,00* erhältlich.

Polar M430 im Test

Die Polar M430 ist vom Preis-Leistungslevel sehr interessant, sie bietet Smart Coaching, GPS und mit 6 LEDs eine sehr gute Pulsmessung. Sie ist für knapp EUR 158,97* erhältlich.
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