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Garmin Fenix 6 Test: Ein Novum, viele Verbesserungen

Für den Garmin Fenix 6 Test liegt uns eine Fenix 6 Pro Saphir vor. Die Fenix 6 setzt die Fenix-Serie fort, wobei die teuerste Variante ein Novum unter Fitness- und Sportuhren mitbringt. Diese ist mit einem sogenannten Power-Glas ausgestattet, über das die Uhr während der Verwendung aufgeladen und somit die eh schon sehr gute Akkulaufzeit verlängert wird. Nach und nach enthüllt dieser Fenix 6 Test- und Erfahrungsbericht mehr und mehr Qualitäten und Schwächen.

Bereits die Garmin Fenix 5 glänzt mit zahlreichen Features rund um Alltag, Outdoor, Multisport und Smartwatch, musste aber auch Kritik einstecken. So in etwa bei der GPS-Genauigkeit. Auch die umfangreiche Modellpalette sorgt für ein Wirrwarr, das es zunächst zu entflechten gilt. Dieses bleibt uns bei der Fenix 6 leider ebenfalls nicht erspart und so wollen wir dieses Fenix 6 Review auch dafür nutzen, um etwas mehr Klarheit über die verfügbaren Modelle zu schaffen. Für Sie heißt das, dass sie sehr schnell zur persönlich besten Modellvariante kommen.

Garmin Fenix 6 Test: Fazit

Dies ist ein vorläufiges Fazit, da die Fenix 6 extrem gut und vielseitig ausgestattet ist. Wir werden bis zum finalen Fazit noch etwas Zeit brauchen, bis wir uns alle Features angeschaut haben. Die Bedienung und Gestaltung der Widgets gefallen uns sehr gut. Erwartungsgemäß bleibt die Konfigurierbarkeit in jeder Hinsicht unerreicht. Jeder kann die Fenix 6 so einstellen wie es für ihn am sinnvollsten ist und erhält ein Trainingsinstrument, das keine Workarounds oder sonstige Anstrengungen benötigt, um nach Belieben und strukturiert zu trainieren. Wer die vielseitigen Outdoor- und Fitnessanalyse-Funktionen nicht in der Menge und Tiefe benötigt, kann auch einen Blick auf Vivoactive 4 oder der Venu mit AMOLED-Display werfen.

Sportlich sehen wir in den ersten Einheiten gute Ergebnisse. Das betrifft den Pulssensor als auch die GPS-Genauigkeit, wobei diese nicht perfekt ist. HR-Brustgurt Vergleichsmessungen sehen größtenteils gut aus, auch beim Intervalltraining. Diese können aber individuell anders ausfallen.

Garmin Fenix 6

Garmin Fenix 6 Pro Test
Garmin Fenix 6 Pro Test
  • Ausstattung+App
  • Trainingspläne
  • 24/7-Tracking
  • Akkulaufzeit
  • GPS, Galileo, GLONASS
  • HR-Brustgurt
  • Multisportmodus

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Garmin Fenix 6

Highlights

Die Garmin Fenix 6 ist im Kern eine extrem leistungsfähige und alltagstaugliche Outdooruhr, die auch für Triathleten geeignet ist. Sie bietet zahlreiche und individualisierbare Sportfunktionen einschließlich Herzfrequenzüberwachung, GPS/GLONASS/Galileo-Tracking, Multisport-Betriebsarten sowie Bluetooth und ANT+, um fast alle erdenklichen Sportsensoren zu koppeln. Darunter HR-Brustgurte und Lauf- und Radsensoren.

Auch bringt die Fenix 6 Smartwatchfunktionen mit, unter ihnen die Möglichkeit kontaktlose Zahlungen über Garmin Pay zu tätigen oder mit dem Music-Modell auch eigene oder gestreamte Musik über Bluetooth Kopfhörer abzuspielen. Die Wasserdichtigkeit beträgt weiterhin bis zu 10ATM, so dass sie beispielsweise für das Schwimmen, Schnorcheln oder Hochgeschwindigkeits-Wassersportarten, aber nicht für das Sporttauchen geeignet ist.

Die genannten Eigenschaften beherrschen auch ihre Vorgänger aus der Fenix 5 und 5X Serie. Also, was gibt es wirklich Neues?

  • Lohnt ein Umstieg von Fenix 5 zu Fenix 6? Oder reicht auch die sehr gut ausgestattete Fenix 5?
  • Welche Unterschiede gibt es zwischen den einzelnen Fenix 6 Modellen?

Es gibt zahlreiche Modellvarianten, die wir im separaten Garmin Fenix 6 Vergleich gegenüberstellen. In diesem Fenix 6 Test wollen wir uns nur die wichtigsten neuen Features und Unterschiede ansehen. Einige sind bereits auch aus Garmins edlen MARQ-Modellen sowie der Laufuhr Forerunner 945 bekannt. Aus Featuresicht steht die Fenix 6 den zuvor genannten Modellen in kaum etwas nach:

  • Größere Displayanzeige bei den Base und Pro-Modellen Fenix 6 (1,3″, +18%) und Fenix 6X (1,4″, +36%).
  • Powermanager: mit Akkulaufzeiten von bis zu 60h im Standard GPS Modus übertreffen die Fenix 6 Modelle deutlich ihre Vorgänger. Der neue Power Manager ermöglicht mit Hilfe vordefinierter Power Modi zusätzlich eine Anpassung des Stromverbrauchs. Die dann verbleibende voraussichtliche Akkulaufzeit wird in Echtzeit auf dem Display angezeigt.
  • Pulse Ox Sensor: Mit der Pulse Ox 2 Messung wird der Sauerstoffgehalt im Blut bestimmt, um die Akklimatisierung in der Höhe zu überprüfen oder eventuelle Atemschwierigkeiten im Schlaf zu erkennen.
  • RoundTrip-Routing für Läufer und Radfahrer: die Uhr schlägt auf Basis der Trendline Popularity-Daten passende Strecken vor und liefert Abbiegehinweise.
  • ClimbPro: Vor starken Anstiegen automatisch Daten zu Steigung, Distanz und Höhenmeter erhalten.
  • Multi-GNSS: Multi-Satelliten-Kompatibilität (GPS, GLONASS und Galileo) für eine optimale Positionsbestimmung in anspruchsvolleren Umgebungen.
  • Pulsmessung am Handgelenk während des Schwimmens (hier haben wir Tipps und nähere Hinweise zur Genauigkeit der HR-Messung während des Schwimmens mit Garmin Uhren zusammengetragen)
  • Akkumodus, der es erlaubt die Uhr 80 Tage ohne Aufladen mit einem Minimum an Funktionalität zu betreiben

Die Fenix 6 Pro hat zusätzlich:

  • Garmin Music: Songs auf den internen 32GB großen Speicher speichern oder von Streaming-Diensten Spotify, Deezer und Amazon Music streamen
  • Vorinstallierte TopoActive Europe Karte für eine perfekte Orientierung und Navigation sowie über 41.000 internationale Golfplätze. Neu sind zusätzlich 2.000 Skigebietskarten weltweit mit Pisteninformationen und Schwierigkeiten.
  • Pace Pro: Eine dynamische Pace-Vorgabe unter Berücksichtigung des Streckenprofils und der Vorgabe, ob man die Anstiege moderat oder ambitioniert angehen möchte.

Die Fenix 6X Pro Solar hat zusätzlich:

  • Power-Glas: transparente Solarladelinse, über die die Uhr Sonnenlicht aufnimmt und den Akku während der Verwendung der Uhr auflädt. Dadurch wird die Akkulaufzeit verlängert. Wie erste Garmin Fenix 6 Tests zeigen, sind mit dem Power-Glas ca. 10% längere Akkulaufzeiten möglich. Und zwar über alle Akku-Betriebsmodi hinweg. Voraussetzung für verbesserte Akkulaufzeiten ist allerdings, dass das Display hellen Lichtquellen ausgesetzt wird. Idealerweise Sonnenlicht, denn die Solarladelinse ist für das Sonnenspektrum optimiert und lädt in diesem Fall denn Akku auch schneller auf.

Display

Die Fenix 6 ist wie ihre Vorgänger mit einem transreflektiven MIP-Display (Memory in Pixel) ausgestattet. Dieses bietet zwar nicht so satte Farben wie beispielsweise ein AMOLED-Display einer Garmin Venu oder Apple Watch, dafür ist es aber dauerhaft eingeschaltet (Always-On Display) und im Freien und gar bei direkter Sonneneinstrahlung sehr zuverlässig und leicht ablesbar. Hier ein Beispiel:

Deshalb ist das Display wie geschaffen für den Outdoor-Sport. Außerdem sorgt vor allem das Display wegen seines niedrigen Energieverbrauchs für sehr lange Akkulaufzeiten. Im Fitnessstudio ist die Ablesbarkeit auch gegeben, solange die Räumlichkeiten nicht extrem unterbeleuchtet sind. Im Extremfall kann stets die Hintergrundbeleuchtung aktiviert werden.

Ein Touchdisplay wie die ebenfalls mit einem MIP-Display ausgestattete Vivoactive 4 hat die Fenix 6 nicht.

Bedienung

Die Menüführung und Steuerung der Fenix 6 erfolgt über fünf Tasten, die über einen sehr guten Druckpunkt verfügen und eine intuitive und in jeder Situation zuverlässige Bedienung erlauben. Über längeres Drücken bestimmter Tasten gelangt man auch schnell zum Einstellungs- oder auch dem Steuerungsmenü, das viele hilfreiche Schnelleinstellungen bietet. Zum Beispiel den „Nicht stören“-Modus, „Finde mein Telefon“ oder Wecker.

Auch die Watchfaces sind gelungen und stark anpassbar. Wer mag, kann ein komplett eigenes Watchface erstellen. Auf der Fenix 6 sind verschiedene Widgets vorinstalliert, die im Vergleich zum Vorgänger nun übersichtlicher gestaltet sind. Passte vorher nur ein Widget auf einer Seite, sind es nun drei, die gleichzeitig angezeigt werden. Dadurch findet man Infos schneller und scrollt weniger. Dennoch kann ein gerade markiertes Widget auf einer Seite angezeigt werden, wenn man alle Details sehen möchte. Nachfolgend ein kleiner Auszug der vorinstallierten Widgets:

Der integrierter 24/7 Aktivitätstracker arbeitet im Hintergrund und sammelt fleißig Fitnessdaten wie Schritte, verbrauchte Kalorien, Schlaf, Puls und Ruhepuls.

Garmin Fenix 6 Praxis-Test

Für den Praxis-Test der Fenix 6 wählen wir vorerst das Laufen aus. Das Laufen eignet sich gut, um die Bedienung und Möglichkeiten der Fenix 6 darzustellen und eine Idee dafür zu bekommen wie man sich in einem Sportprofil bewegt.

Man kann mit der Fenix 6 einfach drauf loslaufen oder mit Garmin Connect individuelle oder vorgegebene Trainings planen und diese auf das Gerät übertragen. Dabei sind die Trainings auch mit Zielvorgaben (wie HF-Bereich, Pace, Geschwindigkeit oder Schrittfrequenz) für jeden Trainingsabschnitt sowie für verschiedene Distanzen, Zeiten und Kalorienwerte erstellbar. Weiter unten gibt es Beispiele für Trainingspläne.

Die Fenix 6 gehört zu den wenigen Sportuhren im Handel mit automatischem Multisportmodus. Eine Garmin Vivoactive 4 oder Venu haben dieses Feature zum Beispiel nicht. Der automatische Multisportmodus erlaubt es mehrere Sportarten nahtlos als eine Einheit aufzuzeichnen, was vor allem für Triathleten interessant ist.

Desweiteren bietet die Fenix reihenweise Prognose- und Analyse-Tools von Firstbeat Technologies. Darunter VO2Max, Laktatschwelle, Trainingseffekt, Erholungsprognosen und mehr. Auch können weitere Apps, Datenfelder, Watch Faces usw. aus dem Garmin Connect Store installiert sowie ANT‍+ oder Bluetooth Sport-Sensoren gekoppelt werden. Dazu zählen Herzfrequenz-Brustgurte, Lauf-/Geschwindigkeits-/Trittfrequenz- sowie Approach CT10 Golfsensoren. Auch Varia Smart-Fahrradlichter/Radar als auch ANT‍+ Temperatursensoren sind koppelbar.

Vor dem Laufen

Um Sportprofile anzuzeigen drückt man auf die Taste rechts oben. Auf der neuen Seite kann nun aus den zahlreichen Aktivitätsprofilen das Laufen ausgewählt werden. Über die App und direkt auf der Uhr lassen sich Profile verwalten, weitere hinzufügen, Favoriten bestimmen und die Reihenfolge ändern.

Sobald eine Aktivität ausgewählt wurde, beginnt die Fenix 6 im Hintergrund bereits wichtige Arbeiten zu erledigen. So tastet sie nach dem Puls, sucht nach einem GPS-Signal sowie verfügbaren Sportsensoren. Diese bindet sie automatisch ein oder bietet die Kopplung an, falls ein neuer Sensor erkannt wird. Zum Beispiel ein Herzfrequenz-Brustgurt. Unterstützt werden ANT+ als auch Bluetooth-Sensoren. Die Positionsbestimmung wird Garmin-typisch innerhalb von wenigen Sekunden ermittelt, vor allem dann, wenn die Uhr vorher mit dem Smartphone verbunden war und man sich während der Signalsuche nicht bewegt.

Neu ist bei der Fenix 6, dass sie die mit den aktuellen Einstellungen verbleibende Akkulaufzeit anzeigt. Diese lässt sich prozentual oder in Stunden anzeigen. Auch kann ein dunkler Hintergrund gewählt werden. Die nachfolgenden Bilder zeigen Beispiele für die prozentuale Anzeige sowie den dunklen Hintergrund:

Bevor man eine Aktivität startet, kann man durch Drücken der „Nach oben“-Taste in das Einstellungsmenü des jeweiligen Profils gelangen und unzählige Einstellungen vornehmen. Von Garmin wünschen wir uns für die Zukunft, dass die folgenden Einstellungsoptionen auch über die App vorgenommen werden können. Denn es kann bei der Einstellungsvielfalt am Anfang etwas mühsam sein sich über die Tasten durchzunavigieren. In der Regel stellt man die Uhr aber einmal für sich passend ein und verstellt später nur noch Kleinigkeiten, so dass sich der Aufwand im Rahmen hält. Zumal die Menüführung intuitiv und übersichtlich gestaltet ist.

Unter den Einstellungsoptionen befinden sich beispielsweise Alarme, Trainingsseiten-Konfigurationen, Rundenoptionen, Trainings aus dem Kalender, Intervall- und sonstige Workouts, Powermode- sowie viele weitere Einstellungen. Kaum ein andere Sportuhr bietet so umfassende und einfache Einstellungs- und Individualisierungs-Möglichkeiten wie die Fenix 6.

Nachfolgend einige Beispiele verfügbarer Datenfelder-Layouts, die natürlich auch selbst nach Belieben angepasst werden können:

Der Hersteller gibt nicht an, wie viele eigene Datenseiten erstellbar sind, aber es dürften mehr als genug sein. Pro Datenseite können nun noch mehr Datenfelder gleichzeitig angezeigt werden, nämlich bis zu 6. Auf der Fenix 6X Pro gar 8. Je nach Sportart sind mehr als 4 Datenfelder aber schwerer ablesbar, da dargestellte Datenfelder kleiner werden. Da hat aber sicher jeder seine individuellen Vorlieben. Beim Laufen lassen sich unserer Erfahrung nach maximal 4 Datenfelder pro Datenseite noch gut ablesen.

Desweiteren können weitere Optionen wie der virtuelle Partner, ein Kompass, Höhenmeter, eine Steuerung für den Musik-Player des Smartphones oder auch Running Dynamics Daten freigeschaltet werden.

Es gibt Ereignis-, Bereichs- und wiederkehrende Alarme. Mit ihrer Hilfe lassen sich auch die individuellsten Ziele verfolgen. Sobald einer der Alarme greift, meldet sich die Fenix 6 via Vibration und visuell auf dem Display. Nachfolgend ein kleiner Auszug verfügbarer Alarme:

  • Diverse Herzfrequenzalarme
  • Geschwindigkeits, Zeit-, Distanz- Trittfrequenz-, Leistungsalarme
  • Benutzerdefinierte Alarme wie Trinken, Essen, Umkehren, Nachhause
  • Vorhandene Nachrichten auswählen oder eine eigene Nachricht erstellen
  • Annäherung, Höhe

Während dem Laufen

Während der Aktivität sind alle konfigurierten Datenseiten verfügbar. Mit Hilfe der Auto-Scroll-Option kann die Fenix 6 auch automatisch durch die Datenseiten blättern, ohne dass man selbst Tasten betätigen muss.

Greift einer der Alarme, gibt es einen Hinweis (Vibration, visuell, akustisch). Tritt man gegen den virtuellen Partner an oder hat den Kompass aktiviert, gibt es auch dazu eigene Seiten:

Nach dem Laufen

Nach dem Speichern der Aktivität zeigt die Garmin Fenix 6 eine Zusammenfassung der Einheit, eine graphische Darstellung der zurückgelegten Strecke, Rekorde, empfohlene Erholungszeiten und vieles mehr an.

Auch die geschätzte Erholungszeit sowie der Trainings-Effekt sind direkt auf der Uhr ablesbar. Der Trainings-Effekt schätzt die Wirkung von Aktivitäten auf die aerobe und anaerobe Fitness, so dass man sein Training ganz gut steuern kann.

Den besten und umfassendsten Überblick gibt es in der App oder im Browser.

Planbare Workouts und Trainingspläne

Mit Garmin Connect lassen sich komplexe Workouts im Browser erstellen und via USB oder der Smartphone App auf die Fenix 6 übertragen. Oder man wählt und lädt vorgefertigte Trainingspläne, die wiederum bis ins Detail editierbar und anpassbar sind und in den Trainingskalender der Fenix 6 übertragen werden können. Danach steht der gesamte Trainingsplan lokal auf dem Gerät zur Verfügung. Nachfolgend Beispiele aus Connect:

Garmin Fenix 6 Test: Genauigkeit

GPS

Im Rahmen unseres Fenix 6 Tests waren wir als erstes auf die GPS-Genauigkeit gespannt. Denn der Vorgänger wusste hierbei nicht immer zu überzeugen. Bei der Fenix 6 sieht das nun ganz anders aus. Bei insgesamt zwei Workouts über mehrere Kilometer mit dem Fahrrad quer durch die Kölner City leistet sich die Fenix 6 kaum Schnitzer. Entlang der Strecke fahren wir enge Strassen zwischen Gebäuden, unter Bäumen, in Parks, über Brücken und so weiter entlang…alles was eine Großstadt so zu bieten hat. Als Satellitensysteme haben wir GPS+GLONASS gewählt.

Tipp: Wer genauere Aufzeichnungen erzielen möchte, sollte vorher in den System-Einstellungen das Aufzeichnungsintervall auf 1 Sekunde einstellen. Dort ist nämlich die Option Smart Recording voreingestellt, die akkuschonender, aber Strecken dafür ungenauer aufzeichnet. Wissen sollte man, dass sich das 1-Sekunden Aufzeichnungsintervall nur auf die aufzuzeichnenden Daten auswirkt und keinen Einfluss auf tatsächlich gemessene Metriken hat. Das heißt letztlich, dass die Datei, die die Strecke enthält größer wird und mehr Messpunkte aufweist. Der Speicher der Uhr wird also stärker ausgelastet.

Gerade zwischen Gebäuden kommen GPS-Sportuhren wegen Signal-Reflexionen an den Gebäuden ins Straucheln und bilden zurückgelegte Strecken oft nicht gut ab. Nachfolgend ein Screenshot eines Teils der Gesamtstrecke aus der Ferne (links) und als Beispiel ein Zoom in ein Gebiet zwischen Gebäuden (rechts). Man erkennt recht deutlich wie sauber die Fenix 6 Pro auch unter schwierigen Bedingungen die Strecke abbildet:

Das gefällt uns insgesamt schon gut. Ab und an sind Ungenauigkeiten zu erkennen, die sich jedoch im Rahmen halten. So zum Beispiel zu sehen im folgenden Screenshot. Die tatsächlich gefahrene Strecke entspricht eher der roten gestrichelten Linie:

Garmin Fenix 6 Test. GPS Ungenauigkeit
Garmin Fenix 6 Test. GPS Ungenauigkeit

Übrigens: nicht geplante bereits gefahrene Strecken lassen sich in Garmin Connect später problemlos als Strecke speichern und an ein kompatibles Gerät senden. So können diese in Zukunft bei Bedarf einfach nachgefahren werden.

In einem Test über 7 km Laufen zeigt die Fenix 6 Pro ebenfalls was sie drauf hat. Sie erlaubt sich nur sehr wenige Ungenauigkeiten (beispielsweise ganz zu Anfang des Trainings in den ersten Metern) und überzeugt größtenteils. Ein Großteil der Gesamtstrecke sieht so aus:

Garmin Fenix 6 Test: GPS Genauigkeit
Garmin Fenix 6 Test: GPS Genauigkeit

Zum Vergleich haben wir die Messungen einer Garmin Vivoactive 4 darübergelegt, die identisch eingestellt war (GPS/GLONASS). Die Fenix 6 Pro wurde auf dem rechten Arm getragen, während sich parallel die Vivoactive 4 auf dem linken Arm befand. Das allein kann eine GPS-Aufzeichnung anders aussehen lassen, die Vivoactive 4 lag aber deutlich öfters neben der Strecke. Exemplarisch zeigt das folgender Screenshot, in dem zu sehen ist wie die Fenix 6 Pro (orange) die tatsächlich zurückgelegte Strecke sehr gut wiedergibt:

Garmin Fenix 6 Pro (orange), Vivoactive 4 (rot)
Garmin Fenix 6 Pro (orange), Vivoactive 4 (rot)

Pulsgenauigkeit Joggen

Während des Fenix 6 Pro Tests war parallel unser Polar H10 HR-Brustgurt dabei. Dadurch können wir gegenmessen, ob die Fenix den Puls genau misst. Die zwei Messkurven über die Zeit übereinandergelegt sehen wie folgt aus (Garmin Fenix 6 Pro: lila, Polar H10: blau):

Garmin Fenix 6 Pro Test: Puls-/Herzfrequenz-Genauigkeit
Garmin Fenix 6 Pro Test: Puls-/Herzfrequenz-Genauigkeit (Fenix 6 Pro: lila, Polar H10: blau)

Insgesamt leistet sich die Fenix 6 Pro auch hier keine größere Patzer. Allerdings ist die ein oder andere HR-Spitze seitens der Fenix 6 zu sehen, die da nicht hingehört. Die Messkurve erinnert uns ein bisschen an die der Vivoactive 4, die ebenfalls viele Spitzen aufzeichnet. Diese beeinflussen sicher im Endergebnis auch die leicht unterschiedlichen Durchschnittswerte. Bei der optischen Pulsmessung können viele Faktoren die Messung verfälschen, siehe dazu unser FAQ Artikel zu optischen Pulssensoren in Sportelektronik. Das heißt, dass HR-Messungen nicht bei jedem so aussehen müssen. Die Durchschnittswerte sehen in der Summe gut aus:

Garmin Fenix 6 Pro: HR-Messung Genauigkeit 
Garmin Fenix 6 ProPolar H10
HR Durchschnitt (S/min)158156
HR Max. (S/min)180178

Pulsgenauigkeit Intervalltraining

Als nächstes absolvieren wir ein kleines Intervalltraining und möchten schauen wie die Fenix 6 bei den schnellen Änderungen der Herzfrequenz reagiert. Gerade mit Intervalltraining haben optische Pulssensoren so ihre Probleme und kommen oft nicht mit, das heißt die HR-Werte werden nur sehr verzögert aufgezeichnet. Insgesamt sieht es aber auf den ersten Blick sehr gut aus, bis auf ein paar wenige Stellen. Die Fenix 6 zieht vor allem während den Steigerungen der Intensität ordentlich mit und zeigt lediglich in den Pausen verzögerte Messwerte, wenn die Herzfrequenz immer langsamer wird.

Garmin Fenix 6 Test Intervalltraining: blau: Fenix 6, rot: Polar H10 HR-Brustgurt
Garmin Fenix 6 Test Intervalltraining: blau: Fenix 6, rot: Polar H10 HR-Brustgurt

Die Durchschnittswerte sehen sehr gut aus. Die Fenix 6 zeigt sich beim Intervalltraining von ihrer besten Seite und beweist, dass hier auch ohne Brustgurt ordentliches Training möglich ist:

Garmin Fenix 6 Pro: HR-Messung Genauigkeit Intervalltraining
Garmin Fenix 6 ProPolar H10
HR Durchschnitt (S/min)146145
HR Max. (S/min)165165

Pulsgenauigkeit konstantes Laufen (mit Schrittfrequenz-Ziel)

Einen Lauf haben wir noch mit einem Schrittfrequenz-Alarm unternommen, um an einer höheren Schrittfrequenz (Run Cadence) zu arbeiten. Dabei ist die Fenix 6 so eingestellt, dass sie einen Alarm bei Unterschreiten von 164 spm (Schritte pro Minute) ausgibt. Gleichzeitig achten wir darauf mit niedriger Intensität zu trainieren und uns zwischen den HR-Zonen 3 und 4 zu bewegen. Auch für solche Szenarien eignet sich die Fenix 6 sehr gut.

An folgendem Screenshot ist gut zu sehen, wie ständig nachkorrigiert wird, nachdem die Fenix 6 einen Alarm ausgibt, weil die Schrittfrequenz unter 164 gefallen ist.

Garmin Fenix 6 Test; Ziel Schrittfrequenz über 163
Garmin Fenix 6 Test; Ziel Schrittfrequenz über 163

Auch die HR-Messung für eine konstante Laufeinheit sieht nach kurzen Startschwierigkeiten gut aus:

Garmin Fenix 6 Test Herzfrequenz: blau: Fenix 6, türkis: Polar H10 HR-Brustgurt
Garmin Fenix 6 Test Herzfrequenz: blau: Fenix 6, türkis: Polar H10 HR-Brustgurt

 

Garmin Fenix 6 Pro: HR-Messung Genauigkeit konstantes Lauftraining
Garmin Fenix 6 ProPolar H10
HR Durchschnitt (S/min)141140
HR Max. (S/min)152152

Garmin Fenix 6 Vergleich: Das richtige Modell wählen

Die breite Modellpalette und die unzähligen Optionen sorgen aus unserer Sicht für mächtig Verwirrung. Im Garmin Fenix 6 Vergleich gibt es alle Details und Unterschiede sowie Tipps zur Auswahl des richtigen Modells.

Hier zeigen wir nur tabellarisch wichtige Merkmale der Hauptmodelle Garmin Fenix 6s, Fenix 6, Fenix 6s Pro, Fenix 6 Pro und Fenix 6X Pro:

Garmin Fenix 6s vs Fenix 6 vs Fenix 6s Pro vs Fenix 6 Pro vs Fenix 6X Pro
FENIX 6SFENIX 6FENIX 6S PROFENIX 6 PROFENIX 6X PRO
Gewicht (Gramm)5880618393
Gehäusegröße (mm)4247424751
Displaydiagonale1,2″ | 30,4 mm1,3″ | 33,02 mm1,2″ | 30,4 mm1,3″ | 33,02 mm1,4″ | 35,56 mm
Displayauflösung (Pixel)240 x 240260 x 260240 x 240260 x 260280 x 280
Display GlasausführungGorilla Glass 3Gorilla Glass 3Gorilla Glass 3 | SaphirGorilla Glass 3 | SaphirGorilla Glass 3 | Saphir
Interne Speicherkapazität64 MB64 MB32 GB32 GB32 GB
Akkulaufzeit

  • Smartwatch bis zu
  • GPS bis zu
  • GPS + Musik bis zu
  • Max Battery GPS Modus
  • GPS-Expeditionsmodus
  • Batteriespar-Modus

  • 9d
  • 25h
  • 50h
  • 20d
  • 34d

  • 14d
  • 36h
  • 72h
  • 28d
  • 48d

  • 9d
  • 25h
  • 6h
  • 50h
  • 20d
  • 34d

  • 14d
  • 36h
  • 10h
  • 72h
  • 28d
  • 48d

  • 21d
  • 60h
  • 15h
  • 120h
  • 46d
  • 80d
Power ManagerJaJaJaJaJa
Integrierter PulsmesserJaJaJaJaJa
Pulsmesser unter WasserJaJaJaJaJa
Pulse OxJaJaJaJaJa
Pace ProÜber Garmin Connect AppÜber Garmin Connect AppJaJaJa
Max. Anzahl Datenfelder66668
Musik Apps (Spotify, Deezer, Amazon Music)NeinNeinJaJaJa
Vorinstallierte TopoActive Europe KarteNeinNeinJaJaJa
Turn-by-turn NavigationNeinNeinJaJaJa
GolfkartenNeinNeinJaJaJa
SkikartenNeinNeinJaJaJa
WLANNeinNeinJaJaJa
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Garmin Fenix 6 Test: Vorschau

Damit mehr praktischer Inhalt und Messergebnisse dazu kommen, werden wir diesen Beitrag Stück für Stück zu einem noch ausführlicheren Garmin Fenix 6 Praxis-Test erweitern. Unser Testgerät, eine Fenix 6 Pro Saphir, musste schon vieles durchmachen. Aber einige Funktionen muss es noch überstehen.

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