Polar OH1 im Test – Flexibel, aber auch genau? [Update]

Unser Polar OH1 Test zeigt das flexibel einsetzbare Pulsarmband in der Praxis. Der Sportspezialist aus Finnland bietet mit ihm eine vielseitige Lösung für eine Vielzahl an Trainingsarten, denn er lässt sich mit vielen Sportuhren oder Sport-Apps koppeln. Derartige Pulssensoren sind im Handel rar gesät. Das Wahoo Tickr ist beispielsweise mit dem OH1 vergleichbar oder auch das preislich günstige Berry King Sportbeat, das wir ebenfalls getestet haben.

Einen Vergleich zum Profi HR-Brustgurt Polar H10 als auch dem Brustgurt Basicmodell Polar H9 folgt weiter unten in diesem Beitrag.

[Update 24.03.19] Wie Polar am 20.03.19 mitteilt sorgt ein Update dafür, dass der OH1 nun neben Bluetooth auch ANT+ beherrscht. Somit kann man gleichzeitig seine Herzfrequenz in Echtzeit auf verschiedene Geräte übertragen. Außerdem gibt es ein neues Verkaufspaket, das auch eine Befestigungsklammer für Schwimmbrillen enthält. Beim Schwimmen befestigt man den Polar OH1 mit der Klammer an der Schwimmbrille und kann an der Schläfe seine Herzfrequenz messen. Zusätzlich kann der OH1 nun auch mit der Polar Beat Mobile App verwendet werden.

Polar OH1Produktseite 

Polar OH1 im Test
Polar OH1 im Test

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Polar OH1 im Test

Das Textilarmband ist elastisch und kann sowohl am Ober- als auch am Unterarm getragen werden. Es können somit im Vergleich zu am Handgelenk getragenen Sportuhren mit Pulssensor bei einigen Sportarten höchstwahrscheinlich bessere Ergebnisse erzielt werden.

Insbesondere sind hier Sportarten gemeint, bei denen das Handgelenk gebeugt ist (Fahrradfahren, Kraftsport), direkte Erschütterungen die Pulsmessung unmöglich machen (Fahrradfahren auf stark holprigen Wegen/Strassen) oder die Muskulatur so stark angespannt ist, dass die Pulsmessung erschwert und verfälscht werden kann.

Die Anwendung ist denkbar einfach. Die Trainingseinheit wird über den seitlichen Startknopf aktiviert, ein LED-Signal gibt Auskunft über den Status des Sensors (wie den Batteriestand), der Akku wird über USB aufgeladen und die Firmware ist via Computer oder Smartphone aktualisierbar.

Die Hardware

Insgesamt wiegt das gesamte Produkt mickrige 17 Gramm. Der 6-fach LED Pulssensor erinnert uns an die in der Polar M600 oder M430 integrierten Sensoren, die in unserer Erfahrung zumindest bei konstanten Laufeinheiten sehr gute Ergebnisse erzielen konnten. Polar ist so sehr von der Genauigkeit des Pulssensors überzeugt, dass sie dem OH1 die Durchführung eines Fitness-Tests zutrauen.

Polar OH1 Armband und Einheit
Polar OH1 Armband und Einheit

Zum Vergleich, so sieht der Pulssensor der M600 aus:

M600: 6 LEDs im Pulssensor
M600: 6 LEDs im Pulssensor

Die Datenübertragung erfolgt via Bluetooth an das Smartphone oder kompatible Sportuhren. Der OH1 ist somit mit vielen Sport- und Fitness-Apps kompatibel, darunter Polar Beat, Polar Club, Endomondo, Cyclemeter, MapMyRun, Runmeter, Strava, Wahoo Fitness, Wohoo Runfit, Fit Trip, Runtastic, Apple Health und vielen mehr. Wir haben den OH1 bislang mit Polar Beat getestet, werden aber versuchen auch andere Apps miteinzubinden.

Die Akkulaufzeit ist ebenfalls nennenswert. Mit bis 12 zu Stunden hält der Akku richtig lange durch. Da er bis zu 30m (WR30) wasserdicht ist, ist er auch in den Wassersportarten zuhause, tauchen gehört aber nicht dazu und sollte vermieden werden.

Polar OH1 Erfahrungen in der Praxis

Der OH1 verfügt über eine Taste an der Seite der Einheit, die je nach Situation verschiedene Funktionen haben kann. Zur Orientierung dient eine ebenfalls seitliche LED, die mittels verschiedenen Farbsignalen den aktuellen Modi oder andere Dinge kundtut.

Wie der Polar Herzfrequenz-Brustgurt H10 besitzt der OH1 einen internen Speicher, dessen Speicherkapazität bis zu 200 Stunden Training beträgt. Sehr praktisch ist, dass ein Training völlig unabhängig von einer App gestartet, beendet und später synchronisiert werden kann. Das kann der H10 Brustgurt nicht. Eine Trainingseinheit mit dem H10 muss immer über einen externen Trigger, wie der Polar Beat App, gestartet werden.

Laufen

In unserem ersten OH1 Praxis-Test nehmen wir das Pulsarmband zunächst zu einer lockeren Laufeinheit mit, getragen am Unterarm. Dabei achten wir auf konstanten Hautkontakt, aber auch darauf, dass er nicht zu eng festsitzt. Das könnte die Blutzirkulation und somit die Messung beeinträchtigen.

Außerdem lassen wir den Sensor mehrere Minuten eingeschaltet, bevor die eigentliche Einheit beginnt und sorgen somit dafür, dass die Pulsmessung von Anfang an präzise ist. Optische Pulsmesser haben nämlich die Eigenheit, dass sie die Messung der ersten Minuten eines Trainings vermasseln können, wenn nämlich die Blutzirkulation noch nicht wirklich angeregt oder die Haut noch zu kühl ist.

Als Vergleichsgerät dient Polars HR-Brustgurt H10, mit dem wir bislang sehr gute Erfahrungen hatten. Zunächst das Ergebnis des Brustgurts:

Polar H10 Brustgurt
Polar H10 Brustgurt

Und hier das Ergebnis des OH1:

Polar OH1 Pulssensor
Polar OH1 Pulssensor

Die Durchschnittswerte aus dem Laufen im Vergleich:

  • Polar H10 HR-Brustgurt:
    • Durchschnitt: 151 S/min
    • Max.: 170 S/min
    • Kalorien: 514 kcal
  • Polar OH1
    • Durchschnitt: 151 S/min
    • Max.: 170 S/min
    • Kalorien: 512 kcal

Die Ergebnisse des OH1 können sich insgesamt sehen lassen, wie wir finden. Kleine Abweichungen zum Brustgurt sind zwar erkennbar, aber für konstante Laufeinheiten ist der OH1 sehr gut geeignet. Ok, das schaffen viele andere optische Pulssensoren für ähnlich konstante Trainingseinheiten auch, aber wie schlägt sich der OH1 bei nicht so konstantem Training? Beim Intervalltraining etwa?

Um das zu herauszufinden, nehmen wir den OH1 sowie den H10 Brustgurt zu einer anderen intervallsport-ähnlichen Sportart mit: Fußball, genauer gesagt ein kleines Fußballturnier bei dem zwischen den Spielen Pausen (ca. 10 Minuten) eingelegt werden. Der OH1 wird nun am rechten Oberarm getragen. Vor Spielbeginn drücken wir einfach zweimal die Taste des OH1 um die Aufzeichnung zu starten. Das war auch schon alles, kein Smartphone, keine Sportuhr nötig. Im Gesamtergebnis sind wir positiv überrascht!

Zunächst wieder das Ergebnis des Brustgurts:

Polar H10: Fußball-/Intervalltraining
Polar H10: Fußball-/Intervalltraining

Und hier das Ergebnis des OH1:

Polar OH1: Fußball-/Intervalltraining
Polar OH1: Fußball-/Intervalltraining

Einzig die Anfangsminuten versemmelt der OH1 erkennbar (zwei Spitzen in der gelben/roten Zone statt drei). Danach sehen wir fast identische Messkurven, aber nicht so übereinstimmend wie beim konstanten Lauf von oben. Dies spiegelt sich dann auch in den nicht mehr so identischen Durchschnittswerten wider.

Die Durchschnittswerte im Vergleich:

  • Polar H10 HR-Brustgurt:
    • Durchschnitt: 134 S/min
    • Max.: 179 S/min
    • Kalorien: 1409 kcal
  • Polar OH1
    • Durchschnitt: 131 S/min
    • Max.: 177 S/min
    • Kalorien: 1383 kcal

Insgesamt sieht das Ergebnis aber recht ordentlich aus, spätestens wenn man weiß, dass andere optische Pulssensoren und am Handgelenk getragene Sportuhren mit Pulssensoren in ähnlichen Situationen eher schlechter abschneiden. Das heißt, merklich falsche Messungen liefern und vor allem viel später als ein Brustgurt reagieren.

Polar OH1: Vergleich zum H10 und H9

Zu den weiteren aktuellen Polar HR-Trackern gehören der oben erwähnte Polar H10 sowie der Polar H9. Wir wollen hier die wichtigsten Unterschiede zwischen diesen und dem OH1 skizzieren. So viel sei hier schon gesagt: beide genannten Modelle sind klassische HR-Brustgurte, denen die Flexibilität eines OH1 fehlt. Dafür sind sie bei bestimmten Sportarten und Trainingsarten (z.Bsp. Intervalltraining) zuverlässiger und genauer.

Polar H10

Der Polar H10 ist das Flaggschiff unter den Polar HR-Brustgurten. Er richtet sich an Profis, denn er bietet eine duale BLE-Verbindung, einen integrierten Speicher, Beschleunigungsdaten und einen komfortablen Pro Brustgurt mit zusätzlichen Elektroden. Auf dem Brustgurt sind Silikonpunkte eingearbeitet, die das Verrutschen des Brustgurts erschweren.

Im Gehäuse des H10 steckt wie beim OH1 ein kleiner Speicher, der bei Bedarf eine Trainingseinheit von bis zu 40 Stunden (OH1: 200 Stunden) Dauer aufzeichnen kann und somit erlaubt, dass Smartphone oder Sportuhr nicht immer dabei sein müssen. Nach der Einheit werden die aufgezeichneten Daten zur Polar Beat App übertragen. Um ein Training ohne Smartphone oder Sportuhr zu starten, benötigt man im Gegensatz zum OH1 zwar die Polar Beat App, die den Start- und Stoppmechanismus beinhaltet, danach aber ist man frei.

Der H10 kann somit auch für Sportarten eingesetzt werden, bei denen das Tragen einer Sportuhr am Handgelenk nicht erlaubt oder die Übertragung der Daten nicht gewährleistet ist (beispielsweise Mannschaftssportarten, Schwimmen). Der H10 hat eine Betriebsdauer bis zu 400 Stunden.

Alle Details gibt es in unserem Polar H10 Test. Er ist beispielsweise hier erhältlich:

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Polar H9

Der Polar H9 ist das Basicmodell unter den Polar HR-Brustgurten. Er richtet sich an Einsteiger, die ein strukturiertes Training anpeilen und dabei etwa Herzfrequenz- und Kalorien-Aufzeichnungen als Grundlage für das Training und den Fortschritt nehmen. Dabei bringt der H9 als klassischer Brustgurt wichtige Eigenschaften mit. Zu diesen zählen unter anderem Bluetooth-, ANT+ als auch 5kHz-Übertragungsoptionen, so dass die Vielseitigkeit wie beim H10 gegeben ist. Das bedeutet etwa, dass die Kopplung zu entsprechend ausgestatteten Sportuhren und -Apps gegeben ist.

Bluetooth (BLE) ermöglicht dem H9 zum Beispiel die Verbindung zu Polars Beat App, die eine Kontrolle der Herzfrequenz in Echtzeit und eine Analyse nach dem Training bietet. Desweiteren erlaubt sie Nutzern das Setzen von Trainingszielen. Diese werden, ebenso in Echtzeit, durch sprachliche Trainingsanweisungen unterstützt.

Polar H9 im Review (Bild: Polar)
Polar H9 im Review (Bild: Polar)

Zu den weiteren Stärken des H9 gehört die Akkulaufzeit. Diese liegt selbst dann bei bis zu einem Jahr, wenn man täglich eine Stunde Training pro Tag absolvieren würde. Somit entfällt die Mühe des ständigen Nachladens des Akkus und die Sorge, dass der Sensor während eines Trainings den Geist aufgibt.

Eine duale BLE-Verbindung, einen integrierten Speicher, Beschleunigungsdaten und einen Pro Brustgurt mit Silikonpunkten und zusätzlichen Elektroden wie der H10, hat der H9 nicht.

Alle Details gibt es in unserer Polar H9 Übersicht. Der Polar H9 ist beispielsweise hier erhältlich:

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Polar OH1: Preis, Kaufoption

Der Polar OH1 ist ab Mitte September 2017 im Handel erhältlich. Der UVP-Preis liegt bei 79,95 Euro, dürfte inzwischen aber deutlich drunter liegen. Der Polar OH1 ist beispielsweise hier erhältlich:

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Polar OH1 Test: Fazit

Wir hatten im Polar OH1 Test das Gerät nun mehrmals im Einsatz. Es konnte stets überzeugen und in unserer Erfahrung zu vergleichbaren Trackern bessere Ergebnisse liefern. Auch dann, wenn eine Einheit anspruchsvoller gestaltet wird. Folgende Stärken und Schwächen möchten wir festhalten:

  • Flexibel an Unter- oder Oberarm einsetzbar
  • Genaue, schnell reagierende Messungen
  • Tragekomfort, einfache Handhabung
  • Mit verschiedenen Bluetooth Apps und Sportuhren einsetzbar
  • Wasserdicht (WR30)
  • Status-LEDs
  • Erreichbarkeit der seitlichen Taste
  • Herausfinden wie voll der Akku noch ist

Alternativen

  • Berry King Sportbeat
  • Wahoo Tickr

Berry King Sportbeat Test

Das Berry King Sportbeat ist besonders preislich interessant. Er ist ausgestattet mit Bluetooth und ANT+ und verbindet sich mit Smartphone-Apps, Sportuhren und Radcomputern von Polar, Garmin und anderen sowie mit vielen kompatiblen Apps. Er ist für knapp 37,79 € erhältlich.
Das Wahoo Tickr ist ausgestattet mit Bluetooth und ANT+ und verbindet sich mit Smartphone-Apps, Sportuhren und Radcomputern von Polar, Garmin und anderen sowie mit vielen kompatiblen Apps. Er ist für knapp 79,19 € erhältlich.

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