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Schnelle Laufschuhe: Carbon & gebogene Laufsohlen: Modelle mit Wettkampfvorteil

Gibt es Laufschuhe, mit denen man schneller laufen kann? Und das mit weniger Energieverbrauch? Ja, wie sich herausstellt erhöhen einige Laufschuhe im Vergleich zu anderen bei gleicher Leistung das Lauftempo oder lassen den Läufer länger laufen. Hervorstechende Merkmale derartiger Laufschuhe sind integrierte Carbonfaserplatten und gebogene Laufsohlen, die wir weiter unten erläutern. Aber nur einige wenige Modelle machen signifikant schneller und bieten einen Vorteil im Wettkampf. Wir zeigen welche das sind. Seien Sie gewarnt: die Schuhe sind bis auf Ausnahmen keine Design-Ikonen.

Schnelle Laufschuhe: Alte Rekorde wackeln

2019 sind einige nennenswerte Lauf-Rekorde gebrochen worden. Unter anderem lief Eliud Kipchoge als erster Mensch einen Marathon in 1:59:40 und somit in unter zwei Stunden. Der Veranstalter hat speziell für diesen Lauf durch verschiedenste Maßnahmen eine ideale Umgebung für den Läufer geschaffen und damit den Rekord erst möglich gemacht. Der Läufer, seine Ausrüstung, die Strecke sowie weitere Umstände wurden wie im Labor optimiert, wodurch der Lauf mit normalen Bedingungen im Marathon nicht vergleichbar ist. Das hat dazu geführt, dass der Rekord nicht offiziell als Weltrekord anerkannt wurde. Aber immerhin hat man gezeigt, dass er möglich ist.

Ein wichtiges Puzzleteil zu diesem und weiteren Rekorden 2019 (wie der Streckenrekord von Jan Frodeno beim Ironman) waren Laufschuhe, die schneller machen. Einige Modelle besitzen eine Kombination aus Eigenschaften, die einen Vorteil im Wettkampf verschaffen kann. Denn verglichen mit anderen Laufschuhen kann mit ihnen bei gleichem Energieaufwand ein signifikant höheres Lauftempo erreicht werden. Unter anderem gehört ein reaktionsfähiger Bodenkontakt dazu.

Viele Hersteller experimentieren seit Jahren vor allem auch mit Carbonfasern und -faserplatten, um das Laufen effizienter zu gestalten. Allerdings haben es nur wenige Hersteller bis zu einem komfortablem und technisch revolutionärem Produkt geschafft. Läufer mit vertraglicher Bindung an Hersteller, die derartige Laufschuhe nicht im Angebot haben, sind deshalb im Wettbewerbsnachteil. Wohin die Reise in Zukunft geht, wird sich wohl noch zeigen. Man hört auch von Läufern, die sich unten genannte Modelle anzogen und sie einfach im Design ihres Sponsors übermalten, um von der technischen Entwicklung zu profitieren und hohen Vertragsstrafen zu entgehen. Diejenigen, die frei wählen können, werden wohl immer öfter zu folgenden Herstellern und Modelle greifen.

Schnelle Laufschuhe: Vergleich

Folgende Laufschuhe, die schneller machen oder länger laufen lassen werden weiter unten näher vorgestellt:

Schnelle Laufschuhe mit Energiesparmodus im Vergleich
Nike ZoomX Vaporfly NEXT%Hoka Carbon XASICS GlideRide
Gewicht211 Gramm204 Gramm320 Gramm
Sprengung8 Millimeter5 Millimeter5 Millimeter
Besondere Merkmale
  • Carbonfaserplatte
  • Reaktionsfreudiger Schaumsstoff
  • Gebogene Außensohle
  • Carbonfaserplatte
  • Reaktionsfreudiger Schaumsstoff
  • Gebogene Außensohle
  • Reaktionsfreudiger Schaumsstoff
  • Gebogene Außensohle
Einsatzgebiet
  • Wettkampf
  • kurze bis lange Distanzen
  • fester / harter / aufgeräumter Untergrund
  • Wettkampf
  • kurze bis lange Distanzen
  • fester / harter / aufgeräumter Untergrund
  • Wettkampf
  • kurze bis lange Distanzen
  • fester / harter / aufgeräumter Untergrund
SchuhtypNormal, neutralNormal, neutralNormal, neutral
UVP-Preis275 Euro180 Euro160 Euro
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Nike ZoomX Vaporfly NEXT%: Durchbruch

Nike ZoomX Vaporfly NEXT%: Technischer Aufbau (Screenshot nike.com)
Nike ZoomX Vaporfly NEXT%: Technischer Aufbau (Screenshot nike.com)

Nike bastelt wie andere Hersteller schon länger an der Technik seiner Laufschuhe. Aber mit dem Modell Nike ZoomX Vaporfly NEXT% ist Nike der Durchbruch gelungen. Dieser sehr leichte und wasserfeste Schuh ist einer der Gründe für oben beschriebene Rekorde. Vielleicht der Hauptgrund? Sicher ist, dass Eliud Kipchoge und Jan Frodeno diesen Schuh während ihrer Rekorde getragen haben.

Um den Laufschuh schneller zu machen integriert Nike einen ZoomX genannten Schaumstoff (15% mehr Volumen wie bei anderen Nike Modellen mit ZoomX) und eine innovative Carbonfaserplatte. Laut Nike ist es diese Sandwich-Kombination, die einen schnelleren Vortrieb ermöglicht. Man kann es sich so vorstellen, als würde man immer ein wenig den Berg runterlaufen und dabei bei jedem Schritt einen Teil der Energie beim Auftreten als Rückstoßenergie zurückbekommen.

Insgesamt kriegt man also Energie geschenkt, die in ein schnelleres Lauftempo übergeht, ohne dass man selbst dafür etwas tun muss. Man wird praktisch nach vorne gedrängt.

Der ZoomX Vaporfly NEXT% ist ein neutraler Laufschuh für den Wettkampf und wiegt nur 211 Gramm. Die Ferse zu Zeh Sprengung liegt bei kräftigen 8mm.

Der Schuh ist nicht ganz so günstig (UVP-Preis 275 Euro) und derzeit logischerweise aufgrund des Hypes und Ansturms schwer erhältlich. Vor allem in den gängigen Schuhgrößen. Wer mal schauen möchte, hier ist er mit in der Regel ein paar Tagen Lieferzeit erhältlich:

Hoka One One: Carbon X

Auch der Hersteller Hoka One One ist bei der Entwicklung seiner Laufschuhe weit fortgeschritten und bietet wie Nike einen Laufschuh mit Carbonfaserplatte. Der Carbon X lässt ebenfalls Rekorede purzeln. So lief Jim Wamsley in Sacramento 50 Meilen in 4:50:08 Stunden.

Das Carbon, ein PROFLY X genannter Schaumstoff (oben) und ein gummiertem Schaumstoff (unten) sorgen im Sandwichprinzip unter anderem für einen beschleunigend wirkenden Abdruck. Schnelles Laufen steht mit ähnlichen Laufeffizienzbedingungen wie oben bei Nike beschrieben auch bei diesem Modell im Vordergrund. Auch der Carbon X hat eine reaktive Dämpfung.

Der Carbon X ist für den Straßenlauf empfohlen und wiegt nur 204 Gramm. Die Ferse zu Zeh Sprengung liegt bei satten 5mm.

Der Hoka Carbon X ist bereits verfügbar und aktuell ebenfalls schwer erhältlich:

ASICS GlideRide

ASICS stellt schon lange viele beliebte Laufschuhe her und macht wie Nike auch bei der technischen Entwicklung keinen Halt. Schon Anfang 2019 brachte ASICS den Metaride mit einer stark gerundeten Außensohle in den Handel. Der MetaRide bekam auch unter anderem wegen seiner steifen Sohle einiges an Kritik ab. Der GlideRide geht nun technisch viel weiter und bietet vor allem eine weichere Mittelsohle, die den Schuh deutlich komfortabler macht.

ASICS GlideRide (Bild: ASICS)
ASICS GlideRide (Bild: ASICS)

Beim ASICS GlideRide steht die GUIDESOLE-Technologie im Vordergrund. ASICS hebt hervor, dass man mit dem GlideRide wie beim Nike ZoomX Vaporfly NEXT% den Energieverbrauch senken und somit effizienter bzw. schneller laufen kann. Allerdings ohne Carbonfaserplatte. Wichtigste Merkmale dieses Schuhs sind eine verbesserte Dämpfung für eine reduzierte Muskelkraft, ein steifer Vorderfuß und eine geschwungene Sohle, die zum Ziel haben, den Massenschwerpunkt des Schuhs näher an die Ferse zu bringen, so dass man den Fuß leichter nach vorne bewegen kann.

Der ASICS GlideRide ist für feste Untergründe wie die Straße empfohlen und wiegt 320 Gramm. Die Ferse zu Zeh Sprengung liegt wie beim Hoka Carbon X bei satten 5mm.

Auch der ASICS GlideRide erfreut sich großer Beliebtheit und ist bereits verfügbar. Im Vergleich zum Nike Spitzenmodell ist er deutlich günstiger:

Für wen eignen sich Laufschuhe und Einsatzgebiete

Jeder hat ja seinen eigenen Laufstil und deshalb hilft es die Schuhe einfach auszuprobieren. Es kann aber sein, dass sich aufgrund des individuellen Laufstils oder Tempos wenige Vorteile ergeben. Die Hersteller verweisen auch darauf, dass die schnellen Laufschuhe mit Carbonfaserplatte und gebogener Sohle bei Läuferinnen und Läufer mit Fersenaufsatz und komplettem Abrollen bis zur Großzehe am besten zur Entfaltung kommen. Es gibt aber auch Stimmen, die diesartige Laufschuhe auch Mittelfuß-Läufern empfehlen, weil das Abrollen angenehmer ist und im Allgemeinen unterstützt wird, wodurch man auch zu einem schnelleren Tempo bzw. längerem Lauf gelangt.

Die abrollenden Laufschuhe sind auch für längere Distanzen bis hin zum Marathon geeignet. Optimalerweise läuft man auf der Straße oder gut aufgeräumten Parks und Waldwegen. Wichtig ist, dass nicht auf störenden Elementen wie größeren Steinen, Stöcken oder ähnliches gelaufen wird. Diese stören die trampolinähnliche Eigenschaft der Laufschuhe. Je fester und härter der Untergrund ist, desto besser ist der Effekt der Carbonfaserplatte und gebogener Laufsohle.